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Supermarkträuber wegen 24 Überfällen angeklagt

Prozess am Schwurgericht Supermarkträuber wegen 24 Überfällen angeklagt

Unter großem Medien- und Zuschauerinteresse hat am Schwurgericht Hannover der Prozess gegen Marek K. begonnen. Der 42-Jährige ist wegen Mordes, schweren Raubs, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt. Bei einem Raubüberfall soll er einen Kunden erschossen haben.

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Hannover. Insgesamt 24 Raubüberfälle auf Supermärkte und Discounter legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last. Ungewöhnlich ist, dass die Anklagebehörde auch die Verhängung einer Sicherungsverwahrung fordert, da K. einen erheblichen Hang zur Begehung von Straftaten an den Tag gelegt habe.

Die Verlesung der Anklageschrift dauerte 30 Minuten. Demnach fanden die Taten zwischen Februar 2014 und Juni 2015 in verschiedenen Bundesländern statt: in Niedersachsen und  Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Brandenburg und Bayern. Am 4. Dezember 2014 kam es zum folgenschwersten Unglück: Ein 21-jähriger Kunde, der in einem NP-Supermarkt in Stöcken mit einer mit leeren Flaschen gefüllten Tüte auf den Räuber einschlug, wurde von dem Täter mit zwei Schüssen niedergestreckt und starb noch am Tatort. Ein weiterer Kunde wurde von einer Kugel aus einer 7,65-Millimeter-Pistole in den Oberschenkel getroffen und schwer verletzt. Wie Staatsanwalt Martin Lienau sagte, habe Marek K. den 21-Jährigen aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat niedergestreckt; jeder der beiden Schüsse - in den Kopf wie in den Oberkörper - wäre tödlich gewesen.

Vor dem Schwurgericht hat der Prozess gegen den Supermarkträuber begonnen. Bei einem seiner bundesweiten Überfälle soll er in Hannover einen Kunden erschossen haben.

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Auch bei etlichen anderen Überfällen schreckte der Räuber nicht vor dem Gebrauch der Schusswaffe zurück. Wenn die Kassererinnen ihm nicht unmittelbar Geld aushändigten, schoss er in die Decke, auf den Boden - oder zielte auf die Angestellten. In mehreren Fällen wurden Kassiererinnen verletzt. So schoss der Räuber einer Frau in einem Lidl-Markt in Hamm in den Fuß. In Bottrop schlug er auf eine Mitarbeiterin ein, die ihn verfolgte; ein Schuss in Richtung ihres Fußes richtete nur deshalb keinen großen Schaden an, weil sie Sicherheitsschuhe trug. Einer Lidl-Kassiererin in Neuruppin schlug der Täter mit seiner Pistole auf den Hinterkopf, der Angestellten eines NP-Markts im Ricklinger Hahnensteg hielt er seine Pistole an die Schläfe und zerstörte mit einem Warnschuss einen Spiegel.

Die Ermittlungsbehörden prüften insgesamt 42 Raubüberfälle, deren Muster den jetzt am Schwurgericht angeklagten Taten ähneln: Das Betreten eines Geschäfts kurz vor Feierabend, das Kaufen von wenigen Artikeln, dann das Zücken der Waffe vor der Kassiererin und die knappe Aufforderung zur Aushändigung des Kasseninhalts. Letztendlich beschränkte sich die Anklagebehörde auf 24 Taten, weil sie meint, Marek K. hier mittels DNA-Spuren, Fingerabdrücken und ballistischen Untersuchungen ganz sicher überführen zu können.

Auf der Anklagebank sitzt ein rundlicher Mann mit Halbglatze und silbergrauem Vollbart - eher ein Typ Gemütsmensch denn eiskalter Räuber. Bis zu seiner Verhaftung im Juni 2015 nahe Dresden lebte er in Polen, derzeit sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Sehnde. Er hat zwei Kinder, fünf und sieben Jahre alt, aus erster Ehe sowie mit seiner jetzigen Partnerin eine anderthalb Jahre alte Tocher.

Der heutige Prozesstag endete schnell, da sich K. nicht zu den Taten äußern wollte. Am 5. Januar 2016 geht es weiter: Dann wird der Mord in Stöcken im Mittelpunkt stehen.

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