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So soll die Leinewelle aussehen

Surferspot am Landtag So soll die Leinewelle aussehen

Noch mehr Welle in der Leine: Die Initiatoren des Surfprojekts Leinewelle haben am Dienstag der Stadt ihre Machbarkeitsstudie übergeben. Der geplante Surfspot soll noch attraktiver werden - unter anderem mit einer dritten Welle vor dem Landtag - aber auch noch teurer.

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So soll es aussehen: Die Leinewelle vor dem Landtag.

Quelle: leinewelle.de

Hannover. Das Projekt einer künstlichen Surferwelle mitten in Hannover nimmt Form an – zumindest auf dem Papier. Eine dritte Welle auch für Kajakfahrer ist in den aktuellen Plänen hinzugekommen, und auch die Kosten sind gestiegen. Statt bisher geschätzter 400 000 Euro reden die Unterstützer jetzt von 1,2 bis 1,8 Millionen Euro – weil die Planung komplett umgekrempelt wurde. Für das Geld, das zur Hälfte von der öffentlichen Hand bezahlt werden soll, könnte zu Füßen des Leineschlosses eine touristische Attraktion entstehen, die weit über Hannover hinaus­strahlen soll.

Die Initiatoren haben fast ein Jahr lang mit Ingenieuren, Juristen und Gestaltern diskutiert – und der Rathausspitze gestern eine dicke Studie vorgelegt. „Die Leinewelle ist machbar“, ist das Fazit von Ideengeber Heiko Heybey. Alle technischen und finanziellen Fragen seien lösbar. „Die Politik muss aber auf Grundlage der Unterlagen jetzt die Frage beantworten, ob sie dieses Projekt will.“

Der geplante Surfspot "Leinewelle" soll noch attraktiver werden - unter anderem mit einer dritten Welle vor dem Landtag.

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Stadtbaurat Uwe Bodemann, der die Studie entgegennahm, versprach eine umfassende Prüfung. „Sie haben ernsthaft gearbeitet und haben jetzt eine ebenso ernsthafte Würdigung des Projekts verdient“, sagte Bodemann zu Heybey und Mitinitiator Sebastian Stern. Wann die Prüfung abgeschlossen sein wird, könne er jetzt noch nicht sagen. „Vielleicht zum Jahresende, vielleicht etwas später“, sagt Bodemann. Mehrere Behörden seien an der Vorprüfung zu beteiligen, es seien sehr unterschiedliche Fragen zu bewerten, etwa des Denkmalschutzes, des Naturschutzes oder der Stadtgestaltung. Die Mehrheitsfraktionen im Rat hatten der Verwaltungsspitze einen klaren Arbeitsauftrag gegeben: Das als sympathisch eingestufte Projekt soll im Rathaus Unterstützung erfahren.

Bodemann betonte, die Leine liege der Verwaltung ohnehin am Herzen, schließlich werde derzeit dort viel investiert – also werde jetzt sorgfältig auch diese Idee geprüft. Heybey sagte, es gebe keinen Zeitdruck: „Wir streben eine Fertigstellung 2017 an.“ Worum geht es?

Wellen im Kanal: Die Initiative will die Kraft des Wassers, das am Landtag gut zwei Meter hinabstürzt, zum Formen künstlicher Wellen nutzen. Dazu werden Barrieren in den Boden gebaut. Wenn dort schnell fließendes Wasser von oben auf das bereits vorhandene langsam fließende Wasser stößt, bilden sich sogenannte stehende Wellen. Auf diesen können Surfer gleiten.

Kein großes Sandfeld mehr: In der ursprünglichen Planung waren rechts und links vom Wellenkanal große, begehbare Sandflächen geplant. Dagegen hatte der Denkmalschutz Einspruch erhoben: Die historischen Flussmauern müssen sichtbar bleiben. Die neue Fassung sieht jetzt zwei Sandsteinmauern im Fluss vor, die den Kanal formen. Sie werden durch hölzerne Stege verbunden. Eine geschwungene Steinbrücke führt vom Fundament  des Landtags zu der Surferanlage.

Jetzt sind es drei Wellen: Bisher war die Initiative von zwei Wellen ausgegangen. Inzwischen haben Fachleute errechnet, dass der Wasserdruck für drei Wellen reicht. Bei der ersten ist der Kanal acht Meter breit, bei der zweiten wird er auf  etwa fünf Meter verengt – das erhöht die Strömung. Die dritte Welle ist wieder breiter, sie ist als schaumig-weiße Welle meist eher für Kajakfahrer geeignet, nicht so sehr für Surfer.

Europameisterschaftstauglich: Die Berechnungen haben nach Angaben der Initiatoren ergeben, dass die Anlage ganzjährig funktionierten kann. Bei Niedrigwasser reicht der Druck aber nur, um Anfänger zu schulen, etwa Schulklassen oder Freizeitgruppen. In niederschlagsreichen Jahren, wie es etwa 2007 war, soll die Anlage auch für Profis bis zu 340 Surftage bieten. In schlechten Jahren, wie etwa 2011, könnte es bei 110 Tagen bleiben. Immerhin: Komme die hannoversche Anlage wie geplant, dann sei sie so dimensioniert, dass sogar Europameisterschaften darauf ausgetragen werden können, sagt Heybey.

Viele Unterstützer: Die Initiatoren haben eine Reihe von Unterstützern, die finanziell und mit Fachwissen zur Seite stehen. Unter anderem zählt das Franzius-Institut für Wasserbau der Uni dazu oder Lorenz Hansen vom Bauunternehmen Gundlach. Beide helfen bei Berechnungen.

Noch Fragen offen: Ist eine Fischtreppe nötig? Wie ist es später beim Betrieb mit Aufsicht und Versicherung? „Alle Fragen sind lösbar“, sagt Heybey. Wenn die Behörden das Projekt geprüft haben, müsse es ein Bekenntnis der Politik aus Stadt, Region und Land geben. Dann müsse gemeinsam der Bauantrag finanziert werden – geschätzte Kosten: 20 000 Euro –, anschließend wisse man genauer, welche Gesamtkosten auf das Projekt zukommen.  „Die Hälfte bringen wir mit Vereinsmitgliedern, Unterstützern und Sponsoren auf“, verspricht Mitinitiator Stern. Den Rest müsse die öffentliche Hand zahlen. „Von der Leinewelle profitieren nicht nur Surfer, sondern die gesamte Stadt“, ist Heybey sicher. Doch jetzt haben zunächst die Behörden das Wort.

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Foto: Stadtbaurat Uwe Bodemann (m) und Ideengeber Heiko Heybey (r) tüfteln an den Plänen für die Leinewelle.

Das Surferprojekt einer künstlichen Flusswelle am Landtag genießt in der Kommunalpolitik weiter viele Sympathien – auch wenn am Mittwoch bekannt wurde, dass die Kosten sich von der ersten Schätzung mit 400 000 Euro jetzt auf etwa 1,5 Millionen Euro fast vervierfacht haben.

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