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Sushi trifft Käse

Restaurant „Kindai“ Sushi trifft Käse

Reis, Fisch und Gemüse gibt es vom laufenden Band – aber nicht nur das: Im neu eröffneten „Kindai“ in der Südstadt soll sich die japanische Küche mit westlichen Einflüssen vermischen.

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„Ich mag 
Experimente“: Jimmy Guo 
im „Kindai“.

Quelle: Thomas

Hannover.  Die Zutatenliste ist eigentlich übersichtlich. Wer Sushi zubereitet, benötigt Reis, rohen oder geräucherten Fisch, Seetang und Gemüse wie Avocado und Karotte. So will es die japanische Tradition. Und auch der gebürtige Chinese Jimmy Guo schätzt die klassische Version des japanischen Gerichts. Noch mehr aber liebt er es, zu experimentieren. Und so kommt es, dass Guo seine ganz eigenen Sushi-Versionen erfunden hat – mit Ananas, gekochtem Schinken, Käse und gebratenem Straußenfleisch.

Im neu eröffneten „Kindai“ in der Südstadt soll sich die japanische Küche mit westlichen Einflüssen vermischen.

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Im neu eröffneten Sushi-Restaurant „Kindai“ in der Marienstraße 52 stehen Guos zuweilen eigenwillige Kreationen nun auf der Speisekarte. „Viele jüngere Leute stehen nicht so auf rohen Fisch“, sagt Guo. „Sushi mögen sie aber trotzdem.“ Und deswegen bietet Guo neben den Sushi-Klassikern mit Tunfisch, Lachs und Fischrogen auch „Hawaii Maki“ und „Straußen Maki“ an. Guo, der sein Handwerk bei einem Sushi-Meister in Peking gelernt hat, sieht sich als Vertreter einer jungen japanischen Küche, die offen ist für westliche Einflüsse.

Das spiegelt sich auch in der Einrichtung des Restaurants am Rand der City wider. „Kindai“ bedeutet frei übersetzt „moderne, goldene Zeit“. In den Räumen des Restaurants baumeln Glühbirnen an langen Kabeln von der Decke, die Bar ist mit Holz vertäfelt, die Wände sind grau und kommen ohne schmückendes Schischi aus. Auf einem Förderband ziehen die Sushi-Portionen auf farbigen Tellern an den Gästen vorbei. Wie im früheren „Kabuki“ in der Nord/LB steht jede Farbe für eine Preisklasse. Guo selbst hat viele Jahre im „Kabuki“ gearbeitet. Hinter dem Restaurant „Kindai“ stehen die Systemgastronomen der Noosou-Group, die bundesweit Restaurants unter dem Logo „Noodles & Soups“ betreiben.

Roher Fisch auf Alge ist längst massentauglich geworden. Wie Nudeln oder Wraps gehören die japanischen Happen mittlerweile zum Repertoire vieler Bars, Supermärkte bieten Sushi in wiederverschließbaren Plastikbehältern an. Im „Ichiban“ – Nachfolger des „Kabuki“ in der Nord/LB – kann für einen Festpreis so viel Sushi gegessen werden, wie man will. „Sushi ist plötzlich für viele Menschen erschwinglich“, sagt auch Myeong-Ja Han, die eines der ältesten Sushi-Restaurants in Hannover leitet, die Sushi-Bar „Gim“ in der Goethestraße.

Als das „Gim“ vor 16 Jahren eröffnete, waren japanische Restaurants in Hannover noch eine Seltenheit. Wer Sushi essen ging, galt als Exot. Seit vielen Jahren bereitet im „Gim“ Sushi-Meister Kim Changil den rohen Fisch zu. Er weiß, welche Teile eines Lachses sich am besten für Maki- oder Nigiri-Sushi eignen – und welche ihren Geschmack gegrillt entfalten. Er erkennt auf den ersten Blick die Frische eines Fisches. Und weiß um die Unterschiede der verschiedenen Reis- und Seetangsorten. Frischkäse, Straußenfleisch und Ananas gehörten bisher nicht zu seinem Repertoire.

Aber auch „Gim“-Inhaberin Han weiß um das Interesse an neuen Kreationen. „Wenn unsere Stammkunden zum Beispiel nach Sushi mit frittiertem Surimi und Frischkäse fragen, kommen wir dem Wunsch nach“, sagt Han. „Ich persönlich halte davon eher wenig.“

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