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Aus der Stadt Sympathien für Besetzer des Boehringer-Geländes schwinden
Hannover Aus der Stadt Sympathien für Besetzer des Boehringer-Geländes schwinden
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22:13 23.08.2009
Von Thorsten Fuchs
Die Sympathie für die jugendlichen Besetzer schwindet. Quelle: Tim Schaarschmidt
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„Krawallmacherei ist das eine, inhaltliche Auseinandersetzung und Engagement etwas anderes“, meint zum Beispiel Hans-Dieter Stenzel, selbst ein Gegner des geplanten Tierimpfstoffzentrums. „Ich bezweifle inzwischen immer stärker, dass die Ziele der Besetzer die gleichen sind wie die der Gegner im Stadtteil“, sagt der 73-jährige frühere Ingenieur und Organisator von Konzerten in Kirchrode. Rüdiger Hinrichs, der mit seiner Familie im Bünteweg wohnt, hält den Weg der Besetzer für falsch: „Wenn man gegen die Anlage ist, sollte man mit anderen Mitteln dagegen protestieren.“ Besonders deutlich wird ein Paar, das seinen Namen allerdings nicht preisgeben will: „Was wollen die hier?“, fragen sie. „Wir befürchten, dass die mit ihrer Aktion nun unseren Protest in Misskredit bringen.“

Bezirksratsherr Jens Albrecht (CDU) hält solche Stimmen für repräsentativ: „Mit der neuerlichen Besetzung ist für viele im Stadtteil eine Grenze überschritten worden“, sagt er. „Damit sind viele nicht mehr einverstanden.“

Auch die Bürgerinitiative gegen das Impfstoffzentrum hat sich am Wochenende deutlich von den Besetzern distanziert. „Das ist ein klarer Rechtsbruch, das ist so nicht hinzunehmen“, erklärte deren Sprecher Klaus Neudahm. Bei der ersten Besetzung hatte Neudahm den jungen Leuten noch zugutegehalten, dass sie auch auf das Anliegen der Bürgerinitiative überregional aufmerksam machten. Allerdings habe sich die Initiative schon damals von der Besetzung distanziert, betonte Neudahm jetzt, der zugleich einräumte, dass es in der Bürgerinitiative von Einzelnen nach wie vor auch Sympathien für die Besetzer gebe.

Zu diesen Sympathisanten zählt etwa Volker Klawon. „Da ist alles friedlich gelaufen“, betonte er und bezweifelte den Tatbestand des Hausfriedensbruchs: „Da ist doch gar nichts bewohnt.“ Auch die Kirchröderin Ines Junck, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative, warb um Verständnis: Die erneute Besetzung hält sie für einen Fehler, nach dem massiven Polizeieinsatz bei der ersten Räumung aber für „menschlich nachvollziehbar“.

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