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Nach 15 Jahren

Synagogen-Eröffnung: „Großer Tag für Liberale Jüdische Gemeinde“

Von Thorsten Fuchs

Sie haben 15 Jahre lang auf diesen Tag hingearbeitet – an diesem Sonntag haben sie ihr Ziel erreichtet: Als „großen historischen Tag für die Liberale Jüdische Gemeinde“ hat deren Vorsitzende Ingrid Wettberg die Eröffnung der neuen Synagoge bezeichnet.
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Am Sonntag wurde die Synagoge in der früheren Gustav-Adolf-Kirche in Leinhausen eröffnet.

© Rainer Surrey

Vor rund 600 Gästen wurden die drei Thora-Rollen der Gemeinde in das Gebäude hineingetragen. Zugleich wurde der 68-jährige gebürtige Ungar Gabor Lengyel als neuer Rabbiner in sein Amt eingeführt.

Die Veranstaltung in der früheren Gustav-Adolf-Kirche in Leinhausen fand bundesweit Beachtung. Zum zweiten Mal überhaupt war ein evangelisches Gotteshaus in eine Synagoge umgewandelt worden. Was im vergangenen Jahr in Bielefeld jedoch noch unter massiven Protesten von Gläubigen ablief, wurde in Hannover mühsam akzeptiert: „Die Gemeinde hat die größten Schmerzen überwunden“, sagte Landesbischöfin Margot Käßmann am Sonntag.

Die rund 600 Mitglieder starke Liberale Jüdische Gemeinde hat das Gebäude für 3,3 Millionen Euro mit Zuschüssen von Land, Stadt und Region umgebaut. Unter den Gästen waren neben Ministerpräsident Christian Wulff weitere Minister, Oberbürgermeister Stephan Weil, der Regionspräsident Hauke Jagau, Bischöfin Käßmann und der katholische Bischof Norbert Trelle sowie ein Gesandter des Staates Israel.

Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, lobte die „Entschlossenheit und Selbstbewusstsein“ der hannoverschen Gemeinde. Sie erinnerte jedoch daran, dass die Eröffnung von Synagogen heute nicht mit einer Rückkehr verwechselt werden dürfe. „Die heutigen Gemeinden gehen nur zu einem kleinen Teil zurück auf Juden, die tatsächlich zurückgekehrt sind“, sagte sie mit Hinweis auf die Shoah. Das Wiedererstarken des Judentums in Deutschland sei hauptsächlich der Zuwanderung aus Osteuropa zu verdanken. „Die Freude darüber wird immer verbunden bleiben mit der Trauer über jene, die einen qualvollen Tod starben“, betonte Knobloch.

Käßmann weist Kritik zurück

Landesbischöfin Margot Käßmann hat das Recht von Christen betont, selbst über eine Nachnutzung von Kirchen zu bestimmen und dabei auch Verfall oder Abriss in Betracht zu ziehen. „Gotteshäuser sind sehr sensible Räume“, sagte sie am Sonntag. Eine entsprechende Richtlinie der EKD aus dem Jahr 2003 richte sich nicht gegen eine bestimmte Religion. Käßmann war in der HAZ von Vertretern der Muslime in der vergangenen Woche scharf kritisiert worden. Die Eröffnung der Synagoge in der ehemaligen Kirche verfolge sie „mit großer Freude“, betonte Käßmann.

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