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Landgericht

TUI Arena streitet um Stromkosten


Während die Hannover Scorpions in den Play-off-Spielen um die Meisterschaft kämpfen, wird vor dem Landgericht ein juristischer Streit um den Strom in der Eishalle ausgetragen.

Enercity wirft dem Eigner der TUI Arena, Günter Papenburg, vor, Stromrechnungen in Höhe von 600.000 Euro nicht bezahlt zu haben. Der Bauunternehmer hält dagegen, die Stadtwerke hätten die Energiekosten nicht richtig ermittelt.

Papenburgs Anwalt soll im Prozess eine Gegenforderung von mehreren 100.000 Euro gestellt haben. Nach Darstellung der Stadtwerke geht es um unbeglichene Rechnungen von Mitte 2007 bis Mitte 2009. Vonseiten der Hallenbetreiber wollte sich dazu gestern niemand offiziell äußern.
„Kein Kommentar“, sagte Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth.

Nach HAZ-Informationen streiten sich die Parteien schon länger um die Stromrechnungen. Hintergrund ist, dass den Stadtwerken auch die Steuerung der Stromzufuhr für den komplexen Kreislauf in der Multifunktionshalle obliegt. Für die Energiekosten stellen sie Papenburg angeblich 1,2 Millionen Euro jährlich in Rechnung. Als 2007 die Geschäftsführung der defizitären Arena wechselte, wurden auch diese Kosten einer Prüfung unterzogen. Bei einem Vergleich mit anderen Eishockey-Arenen soll herausgekommen sein, dass woanders lediglich die Hälfte an Stromkosten anfällt.

Die hannoverschen Betreiber hatten daraufhin ein Gutachten zur Energieeffizienz in Auftrag gegeben. Auf 98 Seiten sollen die Experten zahlreiche Posten aufgelistet haben, um den Verbrauch „deutlich zu reduzieren“, heißt es. Trotz dieser Maßgaben habe der Lieferant die Stromzufuhr nicht verringert, sondern „den Hahn weiter kräftig aufgedreht“, wird seitens der Beklagten behauptet. Als Konsequenz habe Bauunternehmer Papenburg auf Anraten der Geschäftsführung die Zahlungen eingestellt. Darüber hinaus wurden mehrere Leistungen des Energieversorgers aufgekündigt, die nun in Eigenregie erledigt werden.

Stadtwerkesprecherin Bianca Bartels wollte sich gestern mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht zu Details äußern, sagte lediglich: „Wir gehen davon aus, dass unsere Forderungen berechtigt sind und halten daran fest.“ Eine Sperrandrohung sei dem Kunden mitgeteilt worden, man wolle aber das Urteil abwarten. Eine Entscheidung will die Kammer am 5. Mai verkünden.

Möglicherweise hält sich die Geschäftsführung der TUI Arena bedeckt, weil sie auf finanzielle Förderung des Großsponsors enercity hofft. Das Unternehmen erteilte dieser Möglichkeit gestern aber eine klare Absage: „Wir haben unsere Projekte, die TUI Arena gehört nicht dazu“, sagte Bartels.

Ein anderer Streit um die TUI Arena ist dagegen mittlerweile beigelegt: Nach langem juristischen Tauziehen will Bauunternehmer Papenburg der Region Hannover einen von ihr gewährten Investitionszuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro zurückzahlen. Es wurde Ratenzahlung vereinbart, die Zinsen über 800.000 Euro sollen erlassen werden.

Sonja Fröhlich

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  • Ich Du – 02.04.10
    Und du meinst, da gibt es einen Unterschied?

    Ernsthaft: Wo kein Verbraucher, da kein Verbrauch. Wenn der Hallenbetreiber das Licht anmacht oder Eis herstellt, rattert der Zähler. Wenn der Verbrauch aber falsch abgerechnet wird (falscher Preis, falsche Zählerstände), dann besteht Redebedarf.
  • Strom Ich – 01.04.10
    Thomas, kannst du nicht lesen?
    Steht doch im Artikel:

    "Hintergrund ist, dass den Stadtwerken auch die Steuerung der Stromzufuhr für den komplexen Kreislauf in der Multifunktionshalle obliegt."
  • Hahn weiter aufgedreht? Thomas – 01.04.10
    Wie soll das funktionieren? Der Kunde bestimmt den Verbrauch durch die Energie die er abnimmt. Ein Energieversorger ist kein Stausee wo man mal die Klappe weiter aufdrehen kann.

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