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Tablet statt Taschenrechner: Wie funktioniert das?

Schulprüfungen Tablet statt Taschenrechner: Wie funktioniert das?

Als erstes Bundesland will Niedersachsen Tablets in Schulprüfungen zulassen. 
Aber was bringt das? Und wie geht es dann weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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„Wir haben nicht mal überall WLAN“: Für viele Schulen ist das Lernen mit Tablet-Computern noch immer Zukunftsmusik. Foto: Franson (Archiv)

Quelle: Samantha Franson

Für wen ändert sich etwas durch den Erlass?

Bisher betrifft der Erlass nur Schulen, die bereits mit Tablets arbeiten. Es gehe nicht darum, dass alle Arbeiten am Tablet geschrieben werden, sagt Sebastian Schumacher, Sprecher des Kultusministeriums. Die Geräte sollen lediglich Hilfsmittel, die schon in Prüfungen erlaubt sind, ersetzen - wie etwa Formelsammlung, Wörterbuch, Atlas und Taschenrechner.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Schüler nicht auf unerlaubte Dateien zugreifen?

Die Geräte können über eine App in den Prüfungsmodus versetzt werden, der es verhindert, dass die Schüler ins Internet kommen oder auf Dateien zugreifen. Dieser könne nur von den Lehrern abgestellt werden, sagt Schumacher.

Was meinen Sie?

Das Land erlaubt Tablets und Handys bei Klassenarbeiten. Ein richtiger Schritt?

Was kosten die Tablets die Eltern?

Die Tablets werden über ein Miet-Kauf-System finanziert. An der IGS Mühlenberg kalkuliert man derzeit mit rund 15 Euro monatlich für das Gerät, Wartungsservice und Versicherung. An der IGS Mühlenberg zahlen die Schüler drei Jahre lang 16 Euro monatlich.

Wer übernimmt die technische Wartung?

Da es sich in der Regel um private Geräte handelt, falle die Wartung in private Verantwortung, sagt Schumacher. Bei Geräten, die vom Schulträger angeschafft wurden oder die im Rahmen von Projekten zur Verfügung gestellt werden, seien Schule oder Schulträger verantwortlich.

Viele Schulen haben keine Internetverbindung (WLAN). Wenn auch die in Zukunft mit Tablets arbeiten sollen - wer bezahlt das?

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka habe angekündigt, Geld für die WLAN-Ausstattung von Schulen zur Verfügung zu stellen, sagt Schumacher. „Bedauerlicherweise ist diese Ankündigung noch nicht finanziell hinterlegt worden.“

Gibt es Schulungen für Lehrer?

Ja. Mehr als 20.400 Lehrkräfte haben sich im vergangenen Jahr in Fragen der Medienbildung weiterqualifiziert.

Müssen demnächst alle Eltern Tablets für ihre Kinder kaufen?

„Bei uns kann jeder entscheiden, ob er in eine Tablet-Klasse möchte oder nicht“, sagt Oliver Wolfskehl, Oberstufenleiter an der IGS Linden. So laufe das auch an den anderen Schulen ab.

Was sagen Schulen, die noch keine Tablet-Klassen haben?

„Bei uns wäre das nicht ohne Weiteres möglich“, sagt Martin Thunich, Leiter der Wilhelm-Raabe-Schule. „Wir haben nicht mal überall WLAN.“

Was sagen die Schulen, die Tablet-Klassen haben?

Darauf haben wir schon lange gewartet“, sagt Henning Bergmann, stellvertretender Schulleiter der IGS Mühlenberg. Claus-Hinrich Schröder von der Humboldtschule gibt zu bedenken, dass es dann auch Personal geben müsse, das sich um Umsetzung und Technik kümmert. Daran hapert es allerdings noch sagt Henning Bergmann, stellvertretender Schulleiter der IGS Mühlenberg. „Die Mittel, die das Land zur Verfügung stellt, reichen nicht, um geschultes EDV-Personal einzustellen.“

Lisa Malecha

Kommentar: Es fehlt der Plan

Neue Medien werden in Niedersachsens Schulen immer noch viel zu sehr nach dem Prinzip „Trial and error“ (Versuchen und Irrtum) eingesetzt. Wer Lust hat, probiert es, irgendwie. Wer keine Lust hat, lässt es. Und wer keinen zuverlässigen Internetzugang hat, der sowieso. Es fehlt der große Plan hinter den vielen sicher ehrenwerten Projekten. Daran ändert auch der neue Erlass zum Einsatz von Tablets und Smartphones als Hilfsmittel in Prüfungen nichts. Schüler können zwar künftig Formeln und Vokabeln digital nachschlagen, aber schreiben werden sie weiterhin mit Stift und Papier, und das ist auch gut so. Bislang herrscht der Eindruck vor, dass niemand so recht weiß, was man mit den neuen Medien im Unterricht erreichen will, und sie nur eingesetzt werden, weil sie modern sind. Störanfällige Technik, schlechte WLAN-Verbindungen und Kosten von 300 Euro pro Gerät für Eltern sprechen derzeit eher dagegen.

Von Saskia Döhner

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