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Probefahrt führt ins Gefängnis

Acht Monate ohne Bewährung Probefahrt führt ins Gefängnis

Ein Betrüger in Hannover hat sich immer wieder teure Autos geliehen und sie nicht zurückgebracht. Durch einen aufmerksamen Autohändler, welcher einen Peilsender im Leihwagen deponierte, konnte der bundesweit gesuchte Mann gefasst und jetzt verurteilt werden.

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Das Gericht verurteilte den Mann zu 8 Monaten Haft.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Probefahrt mit dem Toyota Lexus – Neuwert 75.000 Euro – sollte nur zwei Stunden dauern. Doch weil der vermeintliche Autokäufer ein notorischer Betrüger war, der ein Faible für ausgedehnte Ausflüge in fremden Fahrzeugen hat, wurden daraus zwei Tage. Dabei hatte der Händler aus der List, den das großspurige Auftreten des Interessenten misstrauisch werden ließ, sogar einen GPS-Peilsender in dem Vorführwagen deponiert und war dem Probefahrer eine halbe Stunde lang gefolgt – nicht lange genug, wie sich später herausstellte.

Jetzt wurde der 56-jährige Frank P. vom Amtsgericht Hannover wegen veruntreuender Unterschlagung zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt, ohne Bewährung. Auf den gelernten Bäcker und Automechaniker, nach dem bundesweit gefahndet wurde, warten auch noch zwei weitere Verfahren – unter anderem, weil er im Sommer in Kiel mit einem geliehenen VW Tiguan 2000 Kilometer durch die Gegend kutschiert war, ohne ihn abzuliefern.

75 000 Euro, auf einen Schlag und in bar? „Kein Problem, ich muss nur meine Bank anrufen, dann habe ich das Geld“, hatte P. beim Lister Autohändler getönt. Lediglich eine Spritztour nach Hameln wolle er unternehmen, dann werde er entscheiden, ob er den Lexus tatsächlich kaufen wolle. Der Mechaniker legte einen Personalausweis mit seinem richtigen Namen vor – der abgelaufen und mit falscher Adresse versehen war. Als der 56-Jährige vom Hof rollte, heftete sich der Chef des Autohauses an seine Fersen. Zunächst wunderte er sich, dass der Mann Kurs auf Altwarmbüchen nahm, doch dann wechselte der Lexus die Richtung, fuhr tatsächlich auf die B 217 Richtung Springe. Der Autohändler machte kehrt, halbwegs beruhigt.

Weil Wochenende war, geriet der Peilsender aus dem Blick des Autohauses. Erst am Montag schreckte man dort auf, konnte den Lexus am Bahnhof Springe orten. Die Schlüssel fehlten, die Fahrzeugpapiere aber lagen ordnungsgemäß im Handschuhfach. Ein paar Wochen später geriet P. in eine Verkehrskontrolle und wurde festgenommen.

Vor Gericht wartete der Betrüger mit einer schrägen Geschichte auf. Er leide an Diabetes und habe unterwegs einen Zuckerschock erlitten. Darum habe er das Auto in Springe abgestellt, sei mit dem Zug nach Hameln gefahren, um sich in seinem Hotelzimmer Insulin zu spritzen. Selbstredend, versicherte er Amtsrichterin Gesine Irskens, habe er den Lexus später zurückbringen wollen. Seltsam nur, dass P. dies dem Autohändler nicht kundtat, seltsam auch, dass der Tacho der Nobelkarosse ein Plus von 130 Kilometern auswies – deutlich mehr als eine Tour von Hannover nach Springe.

Der mehrfach vorbestrafte P., der wegen Betrügereien bereits knapp drei Jahre im Gefängnis verbrachte, hatte sich um die Jahrtausendwende schon mehrmals Oberklasseautos „geliehen“ und war mit ihnen monatelang herumgekurvt. Sein Verteidiger Frank Ressel wies darauf hin, dass sein Mandant aber auch schon viele Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet habe, sogar selbst Autohändler und Lkw-Fahrer gewesen sei. Jetzt habe ihn sein alte Schwäche, die Welt mit fremden Luxusautos zu erkunden, wohl wieder übermannt. Und auch Ressel musste zugeben: „So richtig erklärbar ist das Verhalten meines Mandanten sicher nicht.“

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