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Aus der Stadt Täter stellte Säure-Opfer tagelang nach
Hannover Aus der Stadt Täter stellte Säure-Opfer tagelang nach
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00:17 22.02.2016
Von Tobias Morchner
Die lebenslustige Vanessa M. (hier auf einem von ihrer Familie zur Verfügung gestellten Foto) liegt nach dem Säure-Angriff noch immer im künstlichen Koma.  Quelle: privat
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Hannover

Im Fall der 27-jährigen Frau, deren Gesicht am Montagmorgen bei einer Attacke ihres Ex-Freunds mit Batteriesäure verätzt worden ist, kommen immer mehr Details an Licht. So soll der mutmaßliche Täter, der 32-jährige Daniel F. aus dem Landkreis Hildesheim, seiner ehemaligen Freundin Vanessa M. in den Tagen vor der Tat nachgestellt haben. „Es gab Telefonterror, er knackte ihr Facebook-Profil und veröffentlichte dort kompromittierende Bilder, noch am Sonnabend stattete die Polizei dem Mann einen Besuch ab, um ihn zur Ordnung zu rufen“, sagt Rechtsanwalt Matthias Waldraff. Der Vater der schwer verletzten Frau hat den bekannten Juristen mit dem Mandat für seine Tochter in diesem Fall beauftragt.

Vanessa M. liegt noch immer im künstlichen Koma. „Eine Gesichtshälfte ist bis auf die Knochen verätzt, das Ohr auf dieser Seite ist nicht mehr vorhanden“, sagt Waldraff. Derzeit kümmern sich die Spezialisten für Verbrennungen an der Medizinischen Hochschule Hannover um die junge Frau. Eines ist bereits jetzt schon klar: Vanessa M. wird aufgrund der Schwere der Verletzungen nie wieder das Leben führen können, dass sie bislang geführt hat. „Keiner kann heute sagen, wie viele Operationen sie über sich ergehen lassen muss, ob sie möglicherweise dauerhaft Schmerzen ertragen muss“, sagt Rechtsanwalt Waldraff.

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In diesem Gefäß befand sich anscheinend die ätzende Flüssigkeit, mit der die 27-Jährige verletzt worden ist.

Waldraff wertet den Säureangriff, anders als die Polizei, die gegen Daniel F. wegen schwerer Körperverletzung ermittelt, als versuchten Totschlag. „Der Täter hat gezielt die Säure in das Glas abgefüllt, er hat den Anschlag also gezielt geplant, weil er das Leben meiner Mandantin zerstören wollte“, sagt der Strafverteidiger.

Mutmaßlicher Täter wegen Gewaltdelikten vorbestraft

Daniel F. und Vanessa M. waren sechs Monate lang ein Paar. Wo die 27-Jährige den wegen Gewaltdelikten vorbestraften Fitnesstrainer kennengelernt hat, ist unklar. Wenige Tage vor dem Säureangriff soll M. die Beziehung allerdings beendet haben - eine Entscheidung, die der gebürtige Südamerikaner offenbar nicht verkraftet hat. Er wurde zum Stalker und stellte Vanessa M. nach. Am Montagmorgen eskalierte der Streit. Daniel F. lauerte seiner Ex-Freundin gegen 5.30 Uhr vor ihrer Wohnung in Leinhausen auf. Vanessa M. hatte sich gerade auf den Weg zu einer nahe gelegenen Tankstelle gemacht, in der sie regelmäßig als Verkäuferin arbeitet. Vor dem Haus gerieten die beiden aneinander. Im Verlauf der Auseinandersetzung soll Daniel F. der 27-Jährigen die ätzende Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet haben.

Bevor Vanessa M. ins Koma fiel, konnte sie der Polizei noch den Namen und die Adresse ihres Ex-Lebensgefährten mitteilen. Die Beamten nahmen den 32-Jährigen gute zwei Stunden nach der Tat auf der Autobahn 7 bei Hildesheim fest. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. „Es ist schrecklich, was dort passiert ist aber mein Mandant hat die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit verübt“, sagt Rechtsanwalt Benjamin Schmidt, der Daniel F. vertritt. Zu den genauen Hintergründen wollte sich der Jurist noch nicht äußern. Genaueres soll jetzt ein psychiatrisches Gutachten zutage fördern.

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