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Aus der Stadt Tafel auf dem Opernplatz feiert die Demokratie
Hannover Aus der Stadt Tafel auf dem Opernplatz feiert die Demokratie
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18:37 18.06.2017
Von Bernd Haase
1500 Plätze bietet die Demokratietafel auf dem Opernplatz. Quelle: Haase
Hannover

Die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ bietet seit März auf ihrer Internetseite einen Button an, mit dem simpel gefragt wird, ob es einem gerade gut oder schlecht geht. Das Ergebnis: 70 Prozent der mehr als eine halbe Million Menschen, die bisher klickten, hatten gute Laune. Das passt, auch wenn es möglicherweise nur bedingt repräsentativ ist, nicht zu einem düsteren Bild, das andere malen – die Nörgler, Unzufriedenen und Pöbler.

Rund 2500 Menschen setzten zur Aktion der „Offenen Gesellschaft“ vor dem Opernhaus ein Zeichen für Demokratie.

Diejenigen, die am Sonnabend auf dem Opernplatz getafelt haben, gehören nicht zur zweiten Gruppe. Sie wollen nicht nur essen, sondern auch ein Zeichen setzen – für die Demokratie, für eine offene, freiheitliche Gesellschaft, für das, was sie bedroht wähnen von Bürgern, die nur das Schlechte sehen oder sehen wollen. „Es geht darum, der Mehrheit eine Stimme zu verleihen“, sagt Falk Wook. Der Pastor ist mit einer Gruppe aus Langenhagen gekommen, man lässt sich vegetarische Erbsensuppe schmecken und klönt. „Wir finden gut, was hier gemacht wird, und planen auch für Langenhagen Aktionen“, kündigt derweil Andrea Hesse an.

Um 8 Uhr morgens haben die Organisatoren um Matthias Görn und Roger Cericius vom Initiativkreis Offene Gesellschaft begonnen, die Tafel vor dem Lavesbau aufzubauen. 1500 Sitzplätze an 165 Tischen, bedeckt mit 375 laufenden Metern Tischdecke wurden hergerichtet. „400 der Tafeln gibt es bundesweit, die in Hannover ist eine der größten“, sagt Görn.

Es heißt ja offene Gesellschaft, deshalb ist jeder willkommen. So wie die Langenhagener haben sich auch Mitglieder des Begegnungscafés vom Freiwilligenzentrum als Gruppe eingefunden. „Wir machen eben heute eine Begegnungstafel“, sagt Inga Rothmann, während ihre Sitznachbarinnen schon auf Zetteln Gedanken, Ideen und Anregungen zur Frage „Welches Land wollen wir sein“ formulieren.

Die Begegnungstafel hat ihr eigenes Picknick mitgebracht. Andere stehen Schlange am Einsatzwagen Verpflegung der Feuerwehr, die die Erbsensuppe verteilt. Und weil Demokratie auch ihre heiteren Seiten hat, spielen das Quartett „Klang und Leben“ um Sänger Juliano Rossi und andere Interpreten auf den Opernhaustreppen Musik. Ganz wichtig: Das Wetter macht mit, der Tafel lacht die Sonne.

Cericius schätzt, dass am Ende der fünfstündigen Veranstaltung 2500 Gäste an den Tischen Platz genommen haben. „Die Zahl ist aber für uns gar nicht so wichtig. Es geht uns darum, zu zeigen, dass Menschen für die Demokratie eintreten“, erklärt er. Am Ende der fünfstündigen Veranstaltung darf sich auch der Verein „Kochen für Obdachlose“ freuen. Im stiftete die Initiative die übriggebliebene Suppe.

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