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Archivare laden zum Tag der offenen Tür

8. Tag der Archivare Archivare laden zum Tag der offenen Tür

Beim 8. Tag der Archivare zeigten das Niedersächsische Landesarchiv und das Stadtarchiv Hannover viele Fundstücke zum Thema Mobilität - und bewiesen den Besuchern, dass Archivarbeit nicht langweilig sein muss. Auch das Stadtarchiv Garbsen und das Gemeindearchiv Isernhagen beteiligten sich an der Aktion.

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Das Landesarchiv präsentierte in kleinen Ausstellungen liebevoll ausgesuchte Exponate. 

Quelle: Eberstein

Hannover. Der Karren, mit dem man 1799 den Postkutschenräuber Carl Jansen vom Clevertor zur Hinrichtungsstätte nördlich des Dorfes Vahrenwalde schaffte – er dokumentiert ein Stück Mobilität. Der zehn Kilometer lange Fußmarsch, den Elisabeth Schulze im Jahre 1751 von Bothfeld nach Hannover unternahm und der sie in der Eilenriede Opfer von zwei Räubern werden ließ – auch das ist ein Stück Mobilität. Und wenn ein Stadtplaner namens Karl Cravatzo nach dem Zweiten Weltkrieg die Vision eines gigantischen Hubschrauberlandeplatzes auf den Bahnsteigdächern des hannoverschen Hauptbahnhofs aufzeichnete – dann hat das natürlich auch mit dem Thema Mobilität zu tun. Unter diesem Schlagwort lud der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare am Sonnabend zum 8. Tag der Archive ein. Das Niedersächsische Landesarchiv (NLA) und das hannoversche Stadtarchiv waren dabei.

Interessante Plakate zu Eilenriede-Rennen von 1952

Die beiden Einrichtungen präsentierten in kleinen Ausstellungen liebevoll ausgesuchte Exponate, hatten skurrile oder spektakuläre Geschehnisse aus der Vergangenheit zu Papier gebracht und luden zu Führungen durch Magazine und Werkstätten ein. Offenbar wollten sie beweisen, dass Archivarbeit nicht langweilig sein muss – mit Erfolg.

Großen Schauwert etwa hatten die Plakate zu einem Eilenriede-Rennen von Motorrädern (aus dem Jahr 1952), zur „1. Automesse für gebrauchte Kraftfahrzeuge“ auf dem Welfenplatz (1952) oder zur VW-Ausstellung über Kongo-Expedition und Marokko-Kapstadt-Sternfahrt, die 1951 in einem Autohaus an der Hildesheimer Straße 13 zu besichtigen war; all diese Plakate prangten an den Wänden im Stadtarchiv Am Bokemahle. Andere Arbeitsfelder, erzählte Archivleiterin Cornelia Regin, sind weniger spektakulär. So werden Verwaltungsunterlagen ständig nach dem möglicherweise wertvollen „historischen Rest“ untersucht – so bleiben jedoch nur zehn Prozent aller Dokumente übrig. Seit wenigen Jahren werden in der Südstadt auch Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden aufbewahrt. „Das lockt viele Erben­ermittler und Ahnenforscher in unser Haus“, sagte Cornelia Regin.     

Beim Tag der Archive konnten Besucher im Stadt- und im Landesarchiv viel entdecken. 

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Im wohl deutschlandweit ältesten Archivgebäude am Friederikenplatz, gebaut zwischen 1713 und 1725, präsentierte NLA-Mitarbeiterin Christiane Drewes Landkarten, die ganz anders aussehen als heutige Pläne. Eine generelle Ausrichtung nach Norden gab es nicht, und so findet man auf einer reliefartigen Abbildung der Reisewege zwischen Kassel und Hannover den winzig kleinen Ort „Caßel“ ganz oben und das schöne Hannover unten. Auch Bilder aus jüngerer Vergangenheit dokumentierten, wie der Drang nach Mobilität Stadt und Land verändert hat – etwa die Baggerarbeiten an Mittellandkanal und Zweigkanal Linden um 1912 herum. „Für uns bieten die Tage der Archive eine willkommene Gelegenheit, aus unserem Schattendasein herauszutreten“, sagte Standort-Chefin Sabine Graf – und brach eine Lanze für die Veranstaltungsreihe.

Alle zwei Jahre wird zum Tag der offenen Tür geladen

Alle zwei Jahre laden die Archivare seit 2002 zu ihren Tagen der offenen Tür ein. Im hannoverschen Umland beteiligten sich dieses Jahr auch das Stadtarchiv Garbsen, das Gemeindearchiv Isernhagen und die Außenstelle Pattensen des Niedersächsischen Landesarchivs an der öffentlichkeitswirksamen Aktion. In Pattensen lagern inzwischen mehr als die Hälfte aller Archivalien des NLA. Im Gegensatz zu etlichen anderen Standorten sind hier alle Räume voll klimatisiert. Das ist ein Segen für die historischen Schriftstücke, die teilweise aus dem frühen Mittelalter stammen – seien sie aus traditionellem Papier, Lumpen oder Tierhaut gefertigt.

Angetrieben durch Katastrophen wie den Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar (2004) oder den Einsturz des Kölner Stadtarchivs (2009) bemühen sich die Fachleute allerorten, so viele wertvolle Dokumente wie möglich in säurefeste Kartons zu verfrachten. Auch in der Calenberger Neustadt sind schon etliche Regal-Kilometer mit Kartons bestückt. Diese schützen die Unterlagen vor Licht, Feuchtigkeit und Feuer – zumindest länger, als wenn diese offen gelagert würden. Auch kann man die Archivalien damit im Notfall schneller ins Freie schaffen. Im Untergeschoss des NLA-Gebäudes allerdings sind aus Angst vor Hochwasser schon lange kein Dokumente mehr verwahrt.     

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