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Aus der Stadt Darum müssen die Schulen schnell ins Internet
Hannover Aus der Stadt Darum müssen die Schulen schnell ins Internet
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21:40 02.11.2017
Von Gunnar Menkens
„Wir sind zu spät“: Im Tagungszentrum des Messegeländes sprach unter anderem Nikolaus Forgó (r.).  Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Um das irre Tempo im digitalen Leben zu beschreiben, wendet Nikolaus Forgó gerne einen bekannten Spruch um. „Ein Internetjahr“, erzählt der Rechtswissenschaftler im Plauderton, „sind sieben Menschenjahre.“ Da klingt im gut gefüllten Saal des Tagungszentrums Messegelände schon an, dass Technik oft schneller ist, als ihre Folgen eingezäunt sind.

Wanze im Kinderzimmer?

Forgó lehrt und forscht an den Universitäten Wien und Hannover über Digitalisierung im Recht. Er sagt: „Juristische Antworten kommen zu spät und sind oft irrelevant.“ Ist eine Puppe, die Fragen beantworten kann, nicht doch eine Wanze im Kinderzimmer und verboten laut Telekommunikationsgesetz? Ehe das geklärt ist, ist das Spielzeug auf dem Markt. Und wie, fragt Forgó, steht es um europäische Werte, wenn die größten IT-Konzerne aus den USA kommen?

Beim „Tag der Medienkompetenz“ ging es am Donnerstag um Herausforderungen, die der digitale Wandel an junge Menschen stellt - und darum, wie „Menschen in Erziehungsverantwortung“ (Begleitheft), also Lehrer, Eltern, Professoren, Erzieher, dieser Herausforderung gerecht werden können. Dazu dienten Tagung und zahlreiche Workshops. Wer Kindern und Jugendlichen beibringen will, welche Chancen digitales Leben hat und welche Gefahren lauern, muss wissen, wovon er spricht.

Erste Bedingung dafür: Technik muss vorhanden sein. Zum Beispiel leistungsfähige Internetanschlüsse. „Es darf nicht vom Wohnsitz abhängen, welchen Standard eine Schule hat“, sagte auf dem Podium Andreas Fischer, Direktor der einladenden Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Allerdings ist es in Niedersachsen oft genau so, manche Schulen sind auf der Höhe, viele andere nicht, wie Kultusministerin Frauke Heiligenstadt feststellte: „Oft fehlt es an Breitbandanschlüssen.“ Der Bund habe zwar 5 Milliarden Euro Unterstützung bereitgestellt, das Geld sei jedoch „noch nicht angekommen“.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic forderte eigene Lehrstühle für Medienkompetenz. Darin müsse es etwa um Pädagogik und Didaktik gehe, „wir tasten uns da immer noch heran“. Dass Deutschland und Europa den Zug verpasst haben, ist für Nikolaus Forgó gewiss. „Wir sind zu spät. Es geht jetzt ganz trivial um Zugang, Zugang, Zugang.“ Ohne Zugang ans Internet könne man den Umgang mit digitalen Medien nicht lernen. Forgó wünscht sich Lehrpersonal, das der Digitalisierung ohne „german angst“ begegnet.

Gemeinsam war dem Podium ein Satz von Heiligenstadt: „Jede Schule soll so ausgestattet sein, dass digitaler Unterricht möglich ist.“

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