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„Wir stehen loyal zu Deutschland“

Tag der offenen Moschee „Wir stehen loyal zu Deutschland“

Hunderte Bürger zog es am Tag der offenen Moschee in die islamischen Gotteshäuser der Stadt. Die Ahmadiyya-Moschee in Stöcken freute sich am Sonnabend allein über mehr als 200 Besucher. Der Tag sei eine gute Gelegenheit, um Vorurteile abzubauen, meint der Gemeindevorsitzende Ahmad Imtiaz.

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Die Ahmadiyya-Moschee in Stöcken.

Quelle: Kutter

Hannover. Hunderte Bürger zog es am Tag der offenen Moschee in die islamischen Gotteshäuser der Stadt. Die Ahmadiyya-Moschee in Stöcken freute sich am Sonnabend allein über mehr als 200 Besucher. Der Tag sei eine gute Gelegenheit, um Vorurteile abzubauen, meint der Gemeindevorsitzende Ahmad Imtiaz.

Für Cheema ist das hier gewissermaßen ein Heimspiel. Mitten in der Fremde. Der 25-jährige Flüchtling aus Pakistan lebt in einer Unterkunft in Fuhrberg. An diesem Tag aber hat er Felicitas Böhm mitgebracht, um ihr seine Moschee zu zeigen – das Stück Heimat, das er in Deutschland gefunden hat. Die frühere Lehrerin engagiert sich ehrenamtlich für Flüchtlinge: „Es ist wichtig zu wissen, was andere glauben – und meist findet man mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt“, sagt sie, als Cheema sie durch den Gebetsraum der Ahmadiyya-Moschee in Stöcken führt.

Seit 1997 findet der bundesweite Tag der offenen Moschee traditionell am 
3. Oktober statt, doch diesmal ist einiges anders als sonst: Im vergangenen Jahr gab es die Pegida-Kundgebungen und die Gegendemonstrationen, wir waren Charlie Hebdo, und angesichts der Flüchtlinge, von denen viele aus muslimischen Ländern kommen, entdecken zahlreiche Deutsche die Weltoffenheit als neuen Patriotismus. Die Beschäftigung mit dem Islam steht gewissermaßen auf der Tagesordnung. „Uns ist es wichtig zu zeigen, dass wir jede Form von Gewalt ablehnen und loyal zu Deutschland stehen“, sagt der Gemeindevorsitzende Imtiaz, der im Berufsleben Busfahrer bei der Üstra ist.

In der abgelegene Ahmadiyya-Moschee wird eine Ausstellung über den Islam gezeigt, es gibt eine Mal-Ecke für Kinder, und an langen Tischen bekommen Besucher Chawal serviert – Reis mit Putenfleisch.
Auch die Milli-Görüs-Moschee in Misburg hat ihre Pforten für Besucher geöffnet: „Wir wollen nicht missionieren, sondern Ängste abbauen“, sagt Zeynet Toklu. Die 21-Jährige führt an diesem Tag Gäste durch die Moschee: „Viele von ihnen sind zum ersten Mal hier – und bedauern es nach dem Besuch, dass sie nicht schon früher gekommen sind“, sagt sie.

Fremdheit zu überwinden – das passt für viele gut zum Tag der Deutschen Einheit: „Dieser Tag der offenen Moschee ist da auch eine Chance, Berührungspunkte zwischen unseren Religionen zu suchen – und den Islam aus erster Hand kennenzulernen“, sagt Sebastian Lass. Der Informatiker hat gerade das Nachmittagsgebet in der Moschee in der Stiftstraße miterlebt. Allerdings ist er einer der wenigen Besucher, die hierher gekommen sind: „Wir sind etwas enttäuscht, die Resonanz war in den vergangenen Jahren größer“, sagt Moscheeführer Soner Durmaz. Vielleicht aber zeigt dies nur, dass der Islam in Deutschland inzwischen etwas Alltägliches ist.     

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