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Aus der Stadt Tausende Beschäftigte protestieren in Hannover
Hannover Aus der Stadt Tausende Beschäftigte protestieren in Hannover
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11:31 23.04.2009
Mitarbeiter von Continental protestieren vor dem Congress Centrum gegen die geplanten Werksschließungen in Hannover-Stöcken und im französischen Cleairoix. Quelle: Nigel Treblin/ddp

Allein aus Frankreich reisten rund 1200 Conti-Beschäftigte mit einem Sonderzug an. Nach Angaben der Gewerkschaft IG BCE waren es insgesamt 3000 Menschen, die vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) gegen die geplante Schließung der Lkw-Reifenwerke in Hannover-Stöcken und dem nordfranzösischen Clairoix protestierten. Die Polizei sprach von etwa 2000 Teilnehmern. Zeitgleich tagten im HCC die Conti-Aktionäre.

Ein Conti-Mitarbeiter aus dem Werk Clairoix sagte auf der Kundgebung, man sei nach Hannover angereist „vereint in derselben Wut“ und Entschlossenheit, für den Erhalt der Arbeitsplätze und das Schicksal von Hunderten Familien „bis zum Schluss“ zu kämpfen.

Die Unterstützung durch die französischen Kollegen sei “überwältigend“, sagte der stellvertretende Betriebsratschef im Werk Stöcken, Michael Deister, auf der Kundgebung. „Angesichts dieses Zusammenhalts“ werde deutlich, dass es der Konzernspitze nicht gelingen werde, die Conti-Belegschaften „gegeneinander auszuspielen - weder national noch international“, betonte Deister.

Anlässlich der Hauptversammlung des Autozulieferers Continental haben sich am Donnerstag in Hannover Tausende Mitarbeiter des Konzerns zu einer Großkundgebung versammelt.

Werner Bischoff, Hauptvorstandsmitglied bei der IG BCE, warf der Konzernspitze „sozialpolitischen Kahlschlag“ vor. Die Schließungspläne seien ein „Irrweg“, zu dem die Belegschaft Nein sagen werde. „Dem Vorstand rufen wir zu: Handelt verantwortlich und sozial“, unterstrich Bischoff, der auch Mitglied im Aufsichtsrat von Continental ist. Rund 1900 Arbeitsplätze würden durch die Werksschließungen in Stöcken und Clairoix wegfallen.

Die aus Frankreich angereisten Beschäftigten waren am Morgen am Hauptbahnhof mit ihren deutschen Kollegen zusammengetroffen und anschließend gemeinsam zum HCC gezogen. Die Stimmung war angespannt, Ausschreitungen blieben zunächst aber aus. Die Polizei verteilte Flugblätter in deutscher und französischer Sprache mit Hinweisen für die Protestierer. Darauf hieß es unter anderem: „Das Vermummen ist verboten“ und das „Abbrennen von Reifen ist verboten“.

ddp

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