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Tausende Besucher bei DGB-Kundgebung in Hannover

Maifest am Klagesmarkt Tausende Besucher bei DGB-Kundgebung in Hannover

Tausende Besucher haben am Sonnabend am Maifest des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) teilgenommen. Drei Protestzüge zogen durch die Innenstadt und trafen sich zur Abschlusskundgebung am Klagesmarkt.

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Nach Gewerkschaftsangaben nahmen am Sonnabendmittag 10.000 Menschen an den drei Protestzügen durch die Innenstandt und an der anschließenden Kundgebung teil.

Quelle: dpa

Die Redner auf der Bühne wurden nicht müde zu betonen, wie überwältigend der Anblick der Menschenmenge auf dem Klagesmarkt sei. "Hannover kann stolz sein auf diese Kundgebung", sagte Oberbürgermeister Stephan Weil in seiner Begrüßungsansprache. Wenn Hannover 96 jetzt noch drei Punkte holte, wäre der Maitag perfekt, sagte er. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen am Sonnabendmittag 10.000 Menschen an den drei Protestzügen durch die Innenstandt und an der anschließenden Kundgebung teil. Die Polizei sprach von etwa 8.000 Teilnehmern. "Das sind zwar nicht so viele wie im vergangenen Jahr", meinte Niedersachsens DGB-Chef, Sebastian Wertmüller, "aber ein Erfolg ist es trotzdem." Im vergangenen Jahr hatten sich doppelt so viele Bürger der Demonstration angeschlossen, um ein Zeichen gegen den drohenden Aufmarsch der rechtsextremen NPD zu setzen. Der Nazi-Aufmarsch wurde jedoch verboten.

Hauptredner der diesjährigen Kundgebung auf dem Klagesmarkt war ver.di-Chef Frank Bsirske. In seiner rund 40-minütigen Rede scholt er den "Raubtierkapitalismus", der nach der weltweiten Finanzkrise noch keineswegs eingedämmt sei. Vielmehr werde weiterhin skrupellosen Spekulanten Tür und Tor geöffnet, was an der aktuellen Griechenland-Krise sichtbar werde. "Es kann nicht angehen", sagte auch Oberbürgermeister Weil, "dass ein ganzes Land von ein paar Ratingagenturen heruntergeredet wird."

Mehrere Tausend Teilnehmern trafen sich an diesem Sonnabend zur Mai-Kundgebung der Gewerkschaften in Hannover.

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Weil und Bsirske bekundeten gleichermaßen ihre Unterstüzung für die Mitarbeiter wirtschaftlicher angeschlagener Betriebe in Hannover, etwa die Conti AG, deren Reifenproduktion in Stöcken gefährdet ist, die Gilde-Brauerei und die insolvente Herrenhäuser Brauerei sowie den Karstadt-Konzern. Rolf Stenzel, Vorsitzender des Karstadt-Betriebsrates, bedankte sich denn auch für die Solidaritätsbekudnungen, forderte aber zugleich, dass den Worten auch Taten folgen müssten. "5000 weitere Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, ebenso droht der Ausstieg aus dem Tarifvertrag", sagte Stenzel. 12 Monate müssten die Karstadt-Beschäftigten jetzt schon unter den Bedingungen der Insolvenz leben, das zerre an den Nerven, sagte Stenzel.

Der Auftritt des Betriebsratsvorsitzenden ist Teil einer bundesweiten Aktion, bei denen Karstadt-Betriebsräte zusammen mit ver.di-Funktionären in 120 Städten auf die prekäre Lage der Karstadt-Mitarbeiter aufmerksam machen. Nach den Reden wurde den Besuchern ein buntes Kultur- und Kinderprogramm geboten. Rund 30 Ständen waren aufgebaut, "Toll, dass die Maikundgebung jetzt einen Volksfestcharakter bekommen hat", sagt Maria Eßlingen, die zusammen mit ihrem Mann und Tochter Jana jedes Jahr zum Maifest der Gewerkschaften kommt. "Zugleich werden die Töne kämpferischer", sagt Bernd Eßlinger. Das sei kein Wunder in Zeiten der Krise, wo es in besonderem Maße gilt, die Rechte der Arbeitnehmer durchzusetzen.

Andreas Schinkel

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