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Mit dem Ranzen in einen neuen Lebensabschnitt

Erster Schultag in Hannover Mit dem Ranzen in einen neuen Lebensabschnitt

Auch in Hannover hat für viele Mädchen und Jungen der "Ernst des Lebens" begonnen: Tausende Kinder gingen am Samstag das erste Mal mit dem Ranzen auf dem Rücken zur Schule. Und an zwei neu gegründeten Grundschulen traten die Kinder als erste Schüler überhaupt ihre Laufbahn an.

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Freuen sich ganz offensichtlich über ihre Einschulung: Aurelia in der Grundschule Bemerode (rechts unten), Annika in der Grundschule Kleefeld-Buchholz (rechts oben) und Ramon (ebenfalls GS Bemerode).

Quelle: Wallmüller/M

Hannover. Die Zahl der Erstklässler in Niedersachsen nahm im Vergleich zum Vorjahr um rund 2500 Kinder ab. Die meisten von ihnen sind bei ihrer Einschulung sechs Jahre alt, einige kommen auch schon mit fünf in die Schule. Insgesamt geht die Schülerzahl in Niedersachsen weiter zurück. Im vergangenen Schuljahr wurden 850.000 Mädchen und Jungen an den allgemeinbildenden Schulen unterrichtet, jetzt sind es 838.000. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen werden aber künftig deutlich mehr  Kinder mit ausländischen Wurzeln unterrichtet.

Insgesamt 68000 Kinder wurden am Sonnabend in Niedersachsen eingeschult. HAZ-Fotograf Michael Wallmüller hat mehrere Schulen in Hannover besucht und die Kids an Ihrem großen Tag begleitet.

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Auch in Hannover fanden viele Einschulungsfeste statt. Und an zwei neu gegründeten Grundschulen traten die Kinder als erste Schüler überhaupt ihre Laufbahn an. 

Hannover hat zwei neue Zwergschulen

Eigentlich sterben Zwergschulen aus. Gelten als nicht mehr zeitgemäß. Doch am Sonnabend haben zwei neue aufgemacht. Mitten in der Großstadt Hannover. Mit Schultüten, strahlenden Kindergesichtern, Bühnenprogramm, so wie es sich gehört an diesem einmaligen Tag. Es sind die einzigen zwei neuen Grundschulen, die dieses Jahr in Niedersachsen eröffnet werden. Und sie haben viel gemeinsam, die Neulinge aus Bemerode und aus Kleefeld – bis hin zu etlichen Eltern, die ihren hoffnungsfrohen Nachwuchs lieber an anderen Standorten untergebracht hätten.

Die neuen Schulen sind wirklich winzig: Jede hat zwei Klassen, zwei Lehrerinnen, zwei pädagogische Hilfskräfte und eine Schulleitung. Beide, die Grundschule Kronsberg und die Grundschule Buchholz-Kleefeld II, sind in bestehende Schulgebäude eingezogen, in beiden Einrichtungen werden je 30 Schüler unterrichtet. 30 Schüler, macht pro Klasse 15. Und noch etwas verbindet die zwei Debütanten: Ihnen ist in ihren derzeitigen Gebäuden – in der Blauen Schule am Friedrich-Wulfert-Platz wie in der Maximilian-Kolbe-Schule in der Nackenberger Straße – keine langwährende Zukunft beschieden. 2017 soll die eine Neugründung in einen Neubau auf dem Kronsberg umziehen, irgendwann später auch die andere, Richtung Groß-Buchholz.

"Endlich ein Schulkind!": Neues HAZ-Multimedia-Dossier zur Einschulung

Mathe, Deutsch und große Pause: Für 68.000 Kinder in Niedersachsen haben die ersten Tage in der Schule begonnen. Sie sind voller Hoffnung und haben große Erwartungen an die neue Zeit.  In unserem neuen Multimedia-Dossier "Endlich ein Schulkind!" erzählen sie, worauf sie sich freuen. Außerdem gibt es Tipps von älteren Schülern, Videos, Rätsel und spannende Berichte für Groß und Klein.

„Wir finden es gut, am Aufbau einer neuen Schule mitwirken zu können“, sagt Manuela Müller. Tochter Rosalie freut sich, dass auch zwei gute Freundinnen in der Grundschule Kronsberg gelandet sind – da macht die Einschulungsfeier gleich doppelt so viel Spaß. Verzichten müssen die sechsjährigen Gründungsmitglieder allerdings auf Chorgesang oder Theateraufführung von älteren Grundschülern, die kann’s ja nicht geben bei einem solchen Start-up. Das jugendliche Quintett, das alternativ mit Cello- und Geigenmusik aufwartet, vermag die Abc-Schützen zwar nicht so zu fesseln wie der Li-La-Launebär. Aber dann lässt sich ja noch Frederick, die Maus, auf einer Leinwand blicken. Und schließlich dürfen die Erstklässler die Stimmung sogar höchstpersönlich anheizen, mit einem Mitmachlied von Kopf bis Fuß.  

Der erste Schultag ist nicht für jeden eine Freude

Eine gehörige Portion Unmut haben Marion und Wolfgang Meise zur Einschulungsfeier mitgebracht. Ein halbes Jahr kämpften sie dafür, dass Sohnemann Ramon auf die benachbarte Grundschule An der Feldbuschwende gehen kann – vergeblich. Nun muss der Sechsjährige ohne seine Kumpel ins Schulleben starten. Und außerdem, moniert Vater Meise, gebe es in den Klassenzimmern des abrissreifen Gebäudes Mief und Schimmel. Nun, Schimmel lässt sich in den frisch gestrichenen Räumen von Elch- und Drachenklasse nicht finden. Aber dass es leicht moderig riecht, ist unbestreitbar.  

Robin Buchheim, sechs Jahre jung, ist das egal. „Die Lehrerinnen sind sehr nett“, befindet er. Und: „Die Stühle finde ich toll, die sind zum Drehen und mit Lift.“ Das Hauptaugenmerk von Anna und Tomasz Tkacz richtet sich naturgemäß weniger auf die Drehstühle, sondern eher auf das Ganztags-Betreuungsangebot zwischen 7 und 17 Uhr. „Wir sind beide berufstätig, da ist es uns wichtig, dass unsere Aurelia gut versorgt ist“, sagt Mutter Tkacz.

Buchholz-Kleefeld II: Die Grundschule mit dem sperrigen Namen hat aus der Not, kein Begrüßungskomitee aus Viertklässlern aufbieten zu können, eine Tugend gemacht. Vorhang auf für Clown Fidolo. Als Traumfänger zieht der Pantomime aus dem Roderbruch-Viertel sein Publikum in den Bann, spielend auch die Älteren. In seiner Schultüte hat Fidolo eine Wunschkugel, und weil diese sich wundersam vermehren kann, haschen bald alle Kinder nach Hunderten von Seifenblasen. Was sie sich wünschen? Dürfen sie nicht sagen.

Opposition gegen neue Standorte

Viel heftiger noch als in Bemerode haben Eltern aus Groß-Buchholz gegen den neuen Schulstandort opponiert. Drei bis vier Kilometer Schulweg waren ihnen entschieden zu weit. Doch weil das Haupthaus am Groß-Buchholzer Kirchweg aus allen Nähten platzt, ließ die Schulverwaltung nicht mit sich reden. „Wir sind sogar bis vor das Verwaltungsgericht gezogen“, erzählt Vater Nicki Mehr. Nun aber, ergänzt Ehefrau Verena, habe man seinen Frieden mit dem Unabänderlichen gemacht: „Die Schulleiterin und die Lehrerinnen sind sehr engagiert, die Einschulungsfeier war toll, alles gut.“ Abc-Schützin Emilia scheint die Meinung ihrer Eltern zu teilen. Sie nickt.

Man stößt an diesem Vormittag auf etliche Eltern, die ihre Vorbehalte an der Schulpforte abgegeben haben. Natalie und Eugen Rau loben den Schulbus, der morgens, mittags und nachmittags zu festen Zeiten zwischen Groß-Buchholz und Kleefeld pendelt. Sohn Gabriel ist froh, dass sein bester Freund der IGS Roderbruch noch kurzfristig den Laufpass gegeben hat und zur Nackenberger Straße gewechselt ist: „Weil hier weniger Kinder in der Klasse sind.“ Auch Katja und Martin Hoppe, einst heftige Gegner eines kilometerlangen Bildungsweges, haben ihr Herz für die Zwergschule entdeckt. Die kleinen Klassen, das riesige Außengelände und die Nachmittagsbetreuung gefallen ihnen ebenso wie die Lehrerinnen und der nette Kontaktbeamte der Polizei, der sich schon am ersten Schultag vorgestellt hat. Und dann sagt Vater Hoppe einen Satz, der in den Ohren der Kultusbürokraten wie Musik klingen dürfte: „Jetzt finden wir es sogar gut, dass es so gekommen ist mit dem neuen Standort.“

"Endlich nach Haus, meine Schultüte aufmachen“

Und worauf freut sich Töchterchen Annika am allermeisten, im ersten Schuljahr? „Aufs Schreiben, ich will meinen Freundinnen bald Briefe schreiben.“ Und sonst? „Ich will endlich nach Haus, meine Schultüte aufmachen“, drängelt die Sechsjährige. Das ist überaus verständlich – also Schluss mit der Fragerei.

HAZ-Fest: Am Sonntag wird die Einschulung groß gefeiert.

Musik, Tanz, Crashtests und Fahrradsimulatoren: Am Sonntag wird die Wiese neben dem Neuen Rathaus zum Treffpunkt von Erstklässlern, Vorschulkindern und ihren Freunden und Familien. Zum Einschulungswochenende geben dort Experten bei der HAZ-Aktion „Sicherer Schulweg“ Tipps für das richtige Verhalten im Verkehr. Weitere Infos zum großen HAZ-Fest finden Sie hier.

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