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Blindgänger am Flughafen erfolgreich entschärft

Langenhagen Blindgänger am Flughafen erfolgreich entschärft

Die Entschärfung einer amerikanischen Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat den Flughafen in Langenhagen am Sonntag knapp fünf Stunden lang vollständig lahmgelegt. 54 Flugverbindungen mussten gestrichen werden. Insgesamt verlief der Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes jedoch deutlich schneller als geplant.

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Der Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Vorfeld entdeckt worden. 

Quelle: von Ditfurth

Langenhagen. Bei Bauarbeiten am Flughafen in Langenhagen wurden mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Am Sonntag wurde der Flughafen mehrere Stunden gesperrt, um die Bombe zu entschärfen. Ursprünglich waren die Experten von zwei Verdachtspunkten auf dem Rollfeld ausgegangen, an denen möglicherweise Blindgänger liegen könnten. Doch in einem Fall konnten die Entschärfer bereits kurz nach der genaueren Untersuchung der Fundstelle Entwarnung geben. Dort stießen sie lediglich auf ein altes Metallrohr. Auch die amerikanische Fliegerbombe, die sie am zweiten Verdachtspunkt freigelegt hatten, erwies sich als kein größeres Problem für die Bombenräumer. Der Sprengkörper war mit zwei mechanischen Zündern versehen, die innerhalb von 30 Minuten von Sprengmeister Thomas Bleicher und seinem Team unschädlich gemacht werden konnten. Um Punkt 13.42 Uhr gaben die Kampfmittelbeseitiger Entwarnung.

Hätte die Bombe nicht vor Ort unschädlich gemacht werden können, wäre der Flugplan des hannoverschen Airports deutlich stärker durcheinander gewirbelt worden. Der Blindgänger hätte dann vor Ort gesprengt werden müssen. Die Druckwelle hätten die Einsatzkräfte zwar mit riesigen, mit Wasser gefüllten Behältern, sogenannten Big Packs, abfangen können. Trotzdem hätte nach der kontrollierten Detonation das gesamte Vorfeld nach Bombensplittern abgesucht werden müssen, um zu garantieren, dass sich Flugzeuge beim Landen oder Starten nicht an den Überresten die Reifen zerstechen. Das blieb nun aus.

Die Evakuierung des gesamten Flughafens hatte gegen 9 Uhr begonnen. Nach und nach leerten sich die Terminals. Gegen 9.30 Uhr verließ die letzte Maschine den Flughafen in Richtung Istanbul. Reges Treiben herrschte in den beiden Hotels, die im Sperrgebiet lagen. Dort hatte man die Sonntagsfrühstückszeit verkürzt, um den Einsatz von Feuerwehr, Polizei und den Kampfmittelbeseitigern nicht zu verzögern. Hoteldirektor Dirk Breuckmann vom Maritim Airport nahm anschließend den Rundgang durch die Zimmer vor, um sicher zu sein, dass sich dort niemand mehr aufhielt: „Wir hatten 400 Teilnehmer einer Tagung bei uns zu Gast, und die letzten haben die Bar gegen 4.30 Uhr abgeschlossen.“ 
Paul Ajiboye aus dem englischen Ort Leicester gehörte zu den ersten Reisenden, die in die als Sammelstelle umfunktionierte Eishalle Langenhagen kamen. Seine Fluggesellschaft British Airways hatte ihn nicht über die Schließung des Airports informiert. „Sonst wäre ich doch schon am Sonnabend nach Hause geflogen“, sagte er. Der nächstmögliche Flug nach London war für 21.15 Uhr angesetzt. Doch ob in dieser Maschine noch ein Platz für ihn frei gewesen wäre, konnte ihm in der Sammelunterkunft niemand sagen. Die Mitarbeiter des Flughafens hatten nur eine Telefonnummer der Fluggesellschaft bei sich, die nur unter der Woche besetzt ist. Das WLAN-Netz in der Halle funktionierte zunächst nicht. Doch Journalisten halfen dem Gestrandeten weiter, recherchierten im Internet nach einer Telefonnummer in London, die auch am Sonntag besetzt ist, und stellten die Verbindung her. Schließlich stieg Paul Ajiboye in Hannover in einen Zug nach Hamburg und nahm von dort die nächste Maschine nach London. Auf den zusätzlichen Kosten wird er wohl sitzen bleiben. „Das steht im Kleingedruckten, hat mir der Mitarbeiter der Airline gleich am Telefon gesagt“, sagte er. 

Unmittelbar nach der Entschärfung des Blindgängers und der Aufhebung des Sperrbezirks kehrten die Mitarbeiter des Flughafens wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Ziel war es, den Betrieb des Flughafens so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Denn durch die fünfstündige Sperrung der Terminals entstand der Flughafengesellschaft ein finanzieller Verlust von rund 150 000 Euro. Um kurz nach 16 Uhr setzte die erste Maschine wieder auf der Landebahn in Langenhagen auf.

Tausende Flugreisende sind von der Sperrung des Airports in Hannover betroffen.

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Das waren die Höhepunkte der Bombenräumung:

Das war der Sperrbereich rund um den Flughafen:

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