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Stehen Tausende Studenten ohne Bafög da?

Software-Panne Stehen Tausende Studenten ohne Bafög da?

Zehntausende Studenten in Niedersachsen stehen vor unerwarteten finanziellen Problemen: Die Bafög-Auszahlung zum bevorstehenden Wintersemester ist stark gefährdet. Allein in Hannover wären rund 11.000 Studenten betroffen. Der AStA der Leibniz-Universität berichtet von gravierenden technischen Problemen bei der Bearbeitung der Anträge.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Das zuständige Studentenwerk bestätigt die Probleme und verweist auf eine neue Software, die vom Land Niedersachsen vor gut einem halben Jahr eingeführt wurde.

Eigentlich könnten viele Studenten sich freuen, denn zum neuen Semester hebt die Bundesregierung das Bafög um sieben Prozent an. Außerdem können mehr junge Leute von der Förderung profitieren, weil die Freibeträge steigen. Doch wie sich jetzt herausgestellt hat, fehlen dem Softwareprogramm namens „Bafög21“ einige wesentliche Fähigkeiten. Bisher stellen Studenten ihre Anträge noch auf einem Papierformular. Die Mitarbeiter im Bafög-Amt übertragen die individuellen Angaben in ihren PC. Dieses Mal müssen sie bei jedem einzelnen Bafög-Antrag zusätzlich die geänderten Förderbedingungen mit der Hand eingeben - denn die neue, auf Bafög spezialisierte Landes-Software übernimmt die Änderungen im Bafög-Bundesgesetz nicht automatisch.

Weitere gravierende Probleme kommen hinzu: Eigentlich sollten die Bundesländer zum 1. August die elektronische Antragstellung ermöglichen. Auch das klappt in Niedersachsen aktuell nicht. „Derzeit ist es dem niedersächsischen Provider schlicht nicht möglich, die elektronisch eingehenden Anträge zur Bearbeitung an das Studentenwerk weiterzuleiten“, sagt AStA-Sozialreferent Jonas Negenborn. „Falls Anträge eingehen, hängen sie fest“, ergänzt Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks Hannover.

Falls diese Hürde doch noch genommen werden sollte, lauert das nächste Desaster. Die Software „Bafög21“ kann mit den elektronischen Anträgen nichts anfangen. „Unsere Mitarbeiter müssten sie ausdrucken und dann ebenfalls händisch eingeben“, berichtet Hoffmann. Wie andere Studentenwerksleiter wäre er gerne bei dem früheren, privaten IT-Anbieter geblieben, wie Bayern es gemacht hat. „Wir hatten vor dem neuen Programm gewarnt, weil es wirklich unausgereift ist“, betont Hoffmann.

Die Tücken gehen bis ins Detail. Das Programm kann die Anträge nicht einmal zählen, berichtet Studentenwerkschef Hoffmann. „Seit März führen wir deshalb Strichlisten. Es ist wie in der Steinzeit.“ Auch das alphabetische Sortieren nach Namen der Antragsteller klappt nicht.

Die Flut der Bafög-Anträge trifft im September und Oktober ein. Das Studentenwerk Hannover hat seine Bafög-Abteilung vorsorglich von 18 auf 21 Stellen aufgestockt, weil die Probleme mit „Bafög21“ sich abzeichneten. „Wir gehen außerdem davon aus, dass mehr Studenten Bafög-berechtigt sind und Anträge stellen“, sagt Hoffmann. Die Studenten hannoverscher Hochschulen verlangen nun vom Land, die Probleme umgehend zu lösen. Das Wissenschaftsministerium räumt ein, dass bei der Umstellung Fehler aufgetreten sind, die derzeit beseitigt würden. Die höheren Förder- und Freibeträge seien entgegen der Aussagen der Studenten bereits in die Software eingearbeitet. Die elektronischen Anträge müssten aber tatsächlich noch händisch erfasst werden.

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