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Tauziehen um einen Wolf-Kadaver

Wo ist das tote Tier hin? Tauziehen um einen Wolf-Kadaver

Nachdem ein Wolf bei einem Autounfall starb, wollte die Jägerschaft Burghof das Tier für Lehrzwecke präparieren. Doch der Kadaver war anscheinend bereits anderen versprochen. Ein Jäger fordert nun: "Ich will meinen Wolf zurück."

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Wo ist der Wolf abgeblieben, der der Jägerschaft Burgdorf zugesagt worden war?

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Am frühen Morgen des 15. April 2015 wagte sich ein Wolf in Höhe Berkhof auf die Autobahn 7. Ein tödlicher Fehler. Ein Wagen erfasste das Tier und verletzte es so schwer, dass es noch an der Unfallstelle starb. Schon Stunden danach interessierte sich die Jägerschaft Burgdorf für den Kadaver und fragte beim Landwirtschaftsministerium in Hannover nach, ob man das Tier für Lehrzwecke präparieren könne. Am 8. Februar 2016 kam die Region Hannover diesem Wunsch nach.

Bloß: Der tote Wolf war zu diesem Zeitpunkt längst weg und einem anderen versprochen. Nach dem Zusammenprall kam er nach Berlin ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, gelangte von dort in einen Kühlschrank des regionalen Veterinäramtes, eine Art Zwischenlagerung, ehe ein Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) den Kadaver abholte und zum Sitz nach Norden fuhr. Das war am 22. Januar. Der Landesbetrieb hatte sich das Tier im Rahmen eines E-Mail-Verkehrs mit der Region Hannover gesichert, sagte eine Regionssprecherin. Die Entscheidung für den Landesbetrieb sei intern nicht bekannt gewesen, deshalb habe später noch die Jägerschaft den Zuschlag erhalten. Dass die Burgdorfer ihren Antrag im Herbst 2015 bei der Region einreichten und das NLWKN erst einen Monat später, erwies sich nicht als Wettbewerbsvorteil.

Weil Burgdorfs Jäger von dieser Entscheidung nichts wussten, forschten sie weiter nach dem Kadaver. Otto Thiele, Vorsitzender der Jägerschaft, schrieb Briefe an mehrere Ministerien. Seine Post erreichte auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), den Chef des Landesbetriebs. Unionspolitiker machten sich die Jägersache zu eigen und fragten bei Region und Landtag nach dem Verbleib des überfahrenen Wolfes, den sie auf „mysteriöse“ Weise verschwunden wähnten. „Handelt es sich in diesem Fall um Diebstahl oder Unterschlagung?“, fragte recht krawallig der Unionsabgeordnete Oliver Brandt. Er ist zugleich Pressemann der Jägerschaft und ging so auf das Gerücht ein, Wenzel habe sich das Tier für Holländer verschafft.

Um es kurz zu machen - der Wolfskadaver von Berkhof ist in Holland, und das kam nach Auskunft des Landesbetriebs so: Der niederländische Säugetierverein fragte am 3. August 2015 beim NLWKN an, ob man das verunglückte Tier bekommen könne, um es im Museum Naturalis in Leiden auszustellen. Es sei ein Wanderwolf, der erste Wolf, der nach langer Zeit in den Niederlanden nachgewiesen worden sei. Der Landesbetrieb fragte die Region Hannover und die stimmte am 1. Dezember der Überführung zu. Am 29. Januar holte der Verein sein Säugetier in Norden ab.

Jäger Otto Thiele sagte dazu: „Ich glaube nichts davon. Die Landbevölkerung wird verarscht. Wir waren vom ersten Tag dran am Wolf. Warum spielt man nicht mit offenen Karten? Ich will meinen Wolf zurück.“

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