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Technik-Ton vermiest Urlaubern den Segeltörn

"Königin der Weltmeere" Technik-Ton vermiest Urlaubern den Segeltörn

Von wegen Ruhe: Ein Ehepaar wollte sieben Nächte auf dem Segelschiff "Königin der Weltmeere" in ruhiger Abgeschiedenenheit verbringen. So wie es im Reisekatalog angepriesen wurde. Stattdessen hörten sie in ihrer Kabine einen metallisch klingenden Dauerton. Nun verklagen die Urlauber das Reiseunternehmen.

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Die Kabine auf der „Königin der Weltmeere“

Quelle: Promo

Hannover/Langenhagen. Als eine „Königin der Weltmeere“ wird der Kreuzfahrt-Großsegler angepriesen, im Reisekatalog ist ihm ein ganzes Kapitel unter dem Titel „Ruhe inbegriffen“ gewidmet. Doch für ein Ehepaar waren die sieben Nächte, die es 2015 auf dem 115 Meter langen Viermaster verbrachte, alles andere als ruhig. Auf dem Törn von Barcelona nach Malaga wurde das Paar in seiner gediegen eingerichteten Kabine von einem metallisch klingenden Dauerton gequält, der nur gelegentlich und kurz aussetzte. Sie hätten kaum schlafen können, erklärten die Passagiere, und verklagten den in Langenhagen verankerten Kreuzfahrt-Anbieter. Die Hälfte des Reisepreises von 5400 Euro fordern sie zurück, außerdem 500 Euro für entgangene Urlaubsfreuden. Eine Tonaufnahme könnte Amtsrichter Roger Heidenreich helfen, über die Ansprüche der Eheleute zu entscheiden.

Oben auf Deck empfand das Paar das Segeln übers Mittelmeer als sehr entspannend, genoss die Reise auf dem für 170 Passagiere ausgelegten Luxusliner. Doch der Dauerton in ihrer mit Marmorbad veredelten Kabine machte die Urlauber kirre. Als Hohn, so sagte ihr Anwalt Gerlach Fuchs in der Gerichtsverhandlung, hätten sie insbesondere einen Satz aus dem Katalog empfunden: „Beim Geräusch sanft gegen den Bug schwappender Wellen in den Schlaf gewiegt zu werden, während Ihr Schiff in der Nacht fast lautlos durch das Meer gleitet, ist wohl eine der entspannendsten und zugleich ergreifendsten Erfahrungen im Leben.“ Gespräche und Hörproben mit dem schiffseigenen Hotelmanager hätten zu nichts geführt, dieser hätte ihnen den nervigen Summ- und Brummton als „altersbedingtes Geräusch“ des 1991 gebauten Großseglers verkaufen wollen. Außerdem könne man auf einem motorgestützten Viermaster nicht den gleichen Komfort erwarten wie auf einem hochmodernen Kreuzfahrtriesen.

Zehn-Sekunden-Aufnahme des Dauertons

Die quälenden Bemühungen aller im Gerichtssaal Anwesenden, das Geräusch in Worte zu kleiden, fanden mithilfe eines USB-Sticks ein Ende. Darauf war eine Zehn-Sekunden-Aufnahme des Dauertons abgespeichert, aufgenommen mit dem Mobiltelefon des Ehemanns. „Vielleicht handelt es sich um ein Aggregat“, spekulierte Richter Heidenreich anschließend. Auf jeden Fall habe er ein „technisches Geräusch“ vernommen, kein segelschifftypisches.

Anwalt Paul Degott, der die Langenhagener Firma vertritt, hält die Klage für unbegründet. Das Ehepaar hätte seine Ansprüche gegenüber dem eigentlichen Reiseveranstalter, nicht bei dem Kreuzfahrtunternehmen geltend machen müssen. Zudem habe es versäumt, den vermeintlichen Mangel dem Veranstalter selbst anzuzeigen, und schließlich gebe es auf einem Schiff immer Geräusche.

Richter Heidenreich durfte den USB-Stick mit der Audiodatei zu den Akten nehmen. Nun hat er zwei Wochen Zeit, den Techno-Ton auf sich wirken zu lassen - dann will er entscheiden, was aus der 3200-Euro-Forderung der Segelschiffurlauber wird.

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