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Teil des Teams statt außen vor

Inklusion Teil des Teams statt außen vor

Anstatt nur ein Kind im Schulalltag zu begleiten arbeiten die Inklusionshelfer an der Otfried-Preußler-Grundschule in der Südstadt im Team zusammen. Das Pilotprojekt soll beispielgebend sein für andere Schulen.

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Ein Team: An der Otfried-Preußler-Grundschule ist man mit dem Pilotprojekt sehr zufrieden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Man ist untereinander ein Tem, aber auch mit den Klassenlehrern und Sonderpädagogen. Man hat gemeinsame Besprechungen und Konferenzen, plant den Unterricht zusammen.

Acht Mitarbeiter sind für insgesamt zwölf Kinder der Jahrgänge 1 bis 4 zuständig, die Anspruch auf individuelle Begleitung haben. Wird ein Helfer krank, springt ein anderer ein. Für die Schüler, die geistig-behindert, körperlich stark eingeschränkt oder autistisch sind, hat das den großen Vorteil, dass sie eine vertraute Person und nicht einen Fremden an ihrer Seite haben. Und wenn ein Begleiter sich nicht nur auf ein Kind konzentriert, sondern auf mehrere Schüler, bekommt der einzelne mehr Freihieten.

„Die Kinder kommen aus ihrer Glasglocke heraus, die ihnen sonst oft übergestülpt wird“, sagt Schulleiterin Alexandra Vanin.

Nach einem Jahr Pilotprojekt „Poolbildung von Schulassistenz“ haben die Region Hannover, die Annastift Leben und Lernen gGmbH, bei der die Inklusionsbegleiter beschäftigt sind, und die Schule jetzt Bilanz gezogen. „Wir sind alle sehr zufrieden“, sagte Sozialdezernent Erwin Jordan am Mittwoch. In den Klassen habe man weniger Durcheinander und eine passgeneauere Unterstützung von Kindern mit Behinderungen. Zum einen sei die Förderung besser und zum anderen sei auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter höher.

„Ich bin kein Einzelkämpfer mehr“, sagt Felix Kluge, der an der Otfried-Preußler-Schule arbeitet, „ich bin Teil des Teams.“ Seit Langem wird von Grundschulleitern in Hannover gefordert, dass nicht nur Lehrer, sondern auch andere Beschäftigte an Schulen wie Sozialassistenten oder pädagogische Mitarbeiter auch in der Gesamtkonferenz und anderen Gremien vertreten sein sollen. Nur so sei ein Miteinander auf Augenhöhe möglich.An der Otfried-Preußler-Grundschule wird das längst gelebt.

Auch die Eltern sind voll des Lobes über das Pilotprojekt: „Mein Sohn entwickelt sich prächtig“, sagt Mutter Ilona Hillmer. Früher hätten die Eltern einspringen müssen, falls ein Inklusionsbegleiter erkrankt sei, oder das Kind hätte nicht in die Schule gekonnt.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Inklusionshelfer, oft sind es Erzieher, Heilpädagogen oder Ergotherapeuten, in der Region verdreifacht auf rund 900. Laut Erwin füllten sie eine Lücke aus, für die eigentlich das Land zuständig sei. Wenn man die inklusive Schule einführe, müsse man auch genügend personelle Ressourcen zur Verfügung stellen, dass alle Kinder dort optimal gefördert werden könnten, auch die mit Beeinträchtigungen. Die Finanzierung der Sozialassistenten sei eigentlich eine Aufgabe des Landes und nicht des Jugend- oder Sozialhilfeträgers.

Weil das Pilotprojekt so gut gelaufen ist, soll es auch auf andere Standorte übertragen werden. Seit Anfang August sind auch die Integrierte Gesamtschule Stöcken und das Kurt-Schwitters- Gymnasium in Misburg dabei.

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