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Mit künstlicher DNA gegen den Kabelklau

Telekom Mit künstlicher DNA gegen den Kabelklau

Die Telekom geht neuerdings mit künstlicher DNA gegen Kupferkabel-Diebe vor. Die Markierungslösung wird mit einem Pinsel aufgetragen und enthält Mikropartikel, die selbst nach Verbrennen den Ursprung des Materials verraten. Auch die Bundespolizei Hannover glaubt, dass die Methode sinnvoll ist.

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Die wertvollen Kupferkabel der Telekom werden codiert.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Der Handel mit Kupfer ist ein lukratives Geschäft. Denn der Preis des Rohstoffes ist nach wie vor hoch. Das weckt auch das Interesse von Kriminellen. Sie schlagen immer wieder auf Großbaustellen zu, um etwa Kupferkabel zu stehlen – auch in Hannover.

Die Deutsche Telekom kennt das Problem. Aktuell betreibt das Kommunikationsunternehmen eine Großbaustelle in Ricklingen. Weil auf der Göttinger Chaussee die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen entstehen soll, müssen auf einer Länge von 1,6 Kilometern Telefonkabel aus Kupfer verlegt werden. Um sich gegen Buntmetalldiebstahl zu schützen, markieren Unternehmen wie die Telekom oder die Deutsche Bahn ihre wertvollen Baumaterialien neuerdings mit einer künstlichen DNA.

Sie wird als Markierungslösung mit einem Pinsel auf die Kabel aufgetragen. Sichtbar wird sie nur unter Schwarzlicht. Die Polizei kann so schnell erkennen, ob es sich bei gefundenen Materialien um Diebesgut handelt. Außerdem enthält die Lösung Mikropartikel, auf denen ein Code steht. Unter dem Mikroskop wird dieser sichtbar. Damit lässt sich gestohlenes Kupfer direkt einem Ort und dem Eigentümer zuordnen. „Die Markierung hinterlässt sogar beim Verbrennen des Materials Spuren, die eindeutig zur Baustelle zurückverfolgt werden können“, sagt Tobias Vogel von SDNA, die die DNA für die Telekom liefert.

Zur Zeit liegt der Kupferpreis bei knapp 4000 Euro pro Tonne. Ein Meter eines Telefonkabels, in dem wiederum 4000 Kupferkabel verlaufen, wiegt etwa zehn Kilogramm. „Sie sind extrem wertvoll“, sagt der Leiter der Baumaßnahmen, Peter Bause. Um Täter schon vor einem Diebstahl abzuschrecken, hängen an den Baustellen große Banner, die auf die Technologie hinweisen. Außerdem übertrage sich die Markierung auf den Täter, seine Kleidung, die Werkzeuge und Fahrzeuge. Das hilft der Polizei bei den Ermittlungen.

Auch die Bundespolizei Hannover glaubt, dass die Methode mit der künstlichen DNA sinnvoll ist. „Es wirkt sicher abschreckend und hilft der Polizei, den Tatort dem Material zuzuordnen“, sagt Sprecher Martin Ackert. Im vergangenen Jahr gab es im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei 66 Delikte, bei denen insgesamt 10,7 Tonnen Buntmetall gestohlen wurden - vor allem Kupfer. „Wir verzeichnen seit gut zwei Jahren aber einen Rückgang der Delikte“, sagt Ackert. Das liege zum einen daran, dass der Preis für Kupfer wieder etwas gesunken sei. Außerdem habe es in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen der Polizei gegeben, darunter auch Präventionsarbeit bei Schrotthändlern. Unternehmen wie die Bahn setzen außerdem darauf, weniger wertvolle Materialien zu verbauen.

Die Telekom kann darauf nicht verzichten. „Kupfer ist die Leitung schlechthin“, sagt Sprecherin Stefanie Halle. Deshalb setzt das Kommunikationsunternehmen trotzdem auf die verstärkte Sicherung ihrer Kupferkabel. Das Projekt in Ricklingen kostet das Unternehmen einen einstelligen Millionenbetrag. Und abgesehen vom materiellen Schaden eines Diebstahls bedeutet Ärger mit Kunden, die sich über den Ausfall der Leitungen beschweren.

Von Isabell Rollenhagen

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