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Verkehr

Tempo 30 in der City stößt auf Skepsis

Von Rüdiger Meise

Die Pläne von Rot-Grün, in weiten Bereichen des Cityrings Tempo 30 einzuführen, sind bei Verkehrsverbänden und Experten auf Skepsis gestoßen. Unverständnis erntete auch das Vorhaben, die Ampeln in der Zone beizubehalten.
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Bald eine Tempo-30-Zone? Noch rast der Verkehr am Steintor.

© Michael Thomas

Der ADAC hält das Vorhaben für „unsinnig“. Zwar gebe es Bereiche, „bei denen man über Tempo-30-Zonen nachdenken könnte“, doch müsse in Straßen wie der Goseriede oder der Königstraße ein zügiger Durchgangsverkehr gewährleistet werden, sagte Sprecherin Christine Rettig. An eine Klage denke der ADAC derzeit allerdings nicht.

Als „grundsätzlich positiv“ bezeichnete der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Radverkehr, Heinz Mazur, die Pläne. Allerdings würden dadurch „die größten Probleme der Radfahrer in der Stadt nicht gelöst“, sagt er. Beispiele seien die schwierige Durchfahrt durch die City oder die unübersichtliche Situation in der Kurt-Schumacher-Straße.

Bernhard Friedrich, Professor für Verkehr und Straßenbauwesen an der Leibniz Universität und der TU Braunschweig, sieht in den Plänen „Symbolpolitik, die keine große Wirkung entfalten“ werde. Schon jetzt würden Ampeln und Fußgängerüberwege dazu führen, dass das fahrbare Tempo nicht höher sei als 30. „Will man den Verkehr beruhigen, dann sind bauliche Maßnahmen sinnvoller als ein Schilderwald.“

Positiv äußerten sich die Polizei und der Fußgängerverband. „Es ist eine schlichte Wahrheit, dass Unfallzahlen sinken und Verletzungsfolgen geringer werden, wenn man das Tempo verlangsamt“, sagt Knut Lindenau, Leiter des Dezernats Verkehr bei der Polizeidirektion. Innerhalb des Cityrings habe es im vergangenen Jahr 1505 Unfälle gegeben, davon 226 mit Personenschaden. Die Zahlen seien seit Jahren etwa konstant, sagte Lindenau. Detlev Gündel, Sprecher des Verbandes der Fußgänger (FUSS), fordert, auch den Durchgangsverkehr aus der City zu verbannen.

Unklar blieb gestern, wie die Verwaltung die Vorgaben von Rot-Grün umsetzen will. „Wir prüfen das zurzeit“, sagte Sprecher Dennis Dix. Probleme dürfte vor allem die Auflage der Ratskoalition machen, die Ampelanlagen beizubehalten. Laut Straßenverkehrsordnung sind Ampeln zur Verkehrsregelung in einer Tempo-30-Zone verboten. „Wir können aber beispielsweise an Osterstraße und Friedrichswall nicht auf Ampeln verzichten, um die Verkehrsmengen zu steuern“, sagt SPD-Verkehrsexperte Thomas Hermann. Laut Straßenverkehrsordnung gelten für Tempo-30-Zonen unter anderem folgende Vorgaben:

- nur innerhalb eines Wohngebiets;
- Vorfahrtregelung „rechts vor links“;
- Ampeln nur zum Fußgängerschutz;
- keine Radwege.

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  • @Martin Der Südstädter – 07.03.09
    Hallo, wenn ich meine kranke Mutter in der Südstadt besuchen will und ich schleiche von der Marienstrasse auf der Sallstrasse einem üstrabus hinterher, dann steigt auch in mir die Wut hoch. Die Stadt hat extra dort zur Behinderung des Individualverkehrs die Haltebuchten entfernt und durchgezogene weiße Linien auf die Fahrbahn malen lassen. Ich verstehe jeden, der sich da gegängelt fühlt, zumal das früher doch dort auch funktionierte.
  • @martin Stadtkind – 06.03.09
    Unter Umständen ist es ja aber auch so, dass zum Leben in Städten auch irgendwie Straßenverkehr dazugehört!? Mann….wir in Hannover haben ggüber anderen Städten vergleichbarer Größe noch den Vorteil, einen sehr schönen und großen Stadtwald in unmittelbarer City-Nähe zu haben, das ist doch toll!
    Es ist doch so: in Städten, hier am Beispiel Hannover, sind häufig Menschen anzutreffen, die unterwegs sind, weil Sie gerade ihrem Beruf nachgehen und denen leider oft die Zeit fehlt bspw. über die Celler Strasse und/oder Hamburger Allee zu „flanieren“, so unglaublich wunderschön und aufregend es dort auch ist.
    Oft ist es dabei so, dass die im Grunde tolle „Erfindung“ Strasse genutzt wird, um sich hierauf fortzubewegen, um bspw. berufliche und/oder private Termine wahrnehmen zu können. Ich weiß, das klingt für viele, auch Sie (?) unglaublich ist aber so. Dies bedeutet nicht, dass Rasen erlaubt sein soll, aber eine angemessene Geschwindigkeit von 50 km/h fahren zu dürfen, wenn die verkehrstechnisch möglich ist, wäre schon wünschenswert. Dies ist allerdings durch die ad absurdum geführte Vorfahrtsregelung für den Spitzenverein Üstra schon schwer genug.
    Und diejenigen, die in der City tütenweise einkaufen sollen, kommen mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß. Ja neee, is klar….
  • @ stadtkind Martin – 06.03.09
    liebes Stadtkind, wenn Sie die Nerven verlieren, weil Sie hinter einem Bus herfahren (müssen), dann sollten Sie Ihren Führerschein abgeben, denn dann sind Sie offenbar eine Gefahr für die restlichen Verkehrsteilnehmer. Wenn Sie dann noch in den Bus steigen, können Sie endlich auch mal vor anderen Autos herfahren - und dabei ganz entspannt Zeitung lesen oder in der Nase bohren. Ganz ohne Nervenverlust - versprochen! :-D

    Da hier im Forum offenbar die einhellige Meinung herrscht, dass sowieso maximal 35km/h (andere liegen darunter) gefahren werden kann, lassen wir es doch einfach auf uns zukommen. In 30-Zonen fährt schließlich auch der kleinste Teil nur 30, 40 ist da schon eher wahrscheinlich. Und die Ampeln am Aegi will niemand abbauen, obwohl da ein "rechts-vor-links" sicherlich ein Spektakel wäre ;-)
  • Foto ich – 06.03.09
    der Kommentar zu Ihrem Foto ist eigtl. auch schon ein Frechheit!!
  • Tempo 30 in der Hannover City Tobi 55 – 06.03.09
    Bei diesem gesetzesvorschlag rollen sich mir die fußnägel hoch!
    ich zb. bin jeden tag beruflich mit dem auto in der city unterwegs und kenne daher die verkehrssituation sehr gut und finde diesen vorschlag nich gerechtfertigt da:
    1. Kann man meist eh nie schneller als 35 fahren.
    2.Der Aegie ohne Ampeln währe lebensgefährlich auch mit tempo 30
    3.Die Fahrradfahrer nehmen auch auf niemanden rüksicht erkämpfen sich eine vorfahrt die sie nich haben und beschweren sich dan wenn man sie anhupt oder darauf aufmerksam macht.
    Aber daran denken Politiker ja nicht!Das Geld für diese maßnahme kann man auch sinnvoller nutzen zb BILDUNG!!!
  • kleinkariert o sole mio – 06.03.09
    jeder der langsamer fahrt als ich, ist ein Schleicher. Und jeder der schneller fährt als ich, ist ein Raser. Und alle gehören reglementiert.
  • @Hannoverraner Stadtkind – 06.03.09
    vielleicht sind die bisherigen (baulichen) Maßnahmen u. U. aber auch mit ein Grund dafür, dass häufig schneller gefahren wird als erlaubt!? wer eine gefühlte Ewigkeit hinter einem Bus herzuckelt, der aufgrund weggebauter Haltebuchten alle paar Meter den Verkehr ausbremst und wer zusätzlich an jeder (!) Ampel ewig aus nicht ersichtlichen Gründen rot hat, der verliert vielleicht schon mal die Nerven.
  • Raser Rainer Hohn – 06.03.09
    es ist doch schon bemerkenswert was so ein kleiner grauer Kasten auf dem Westschnellweg in Höhe der Limmerstr. doch so ausmacht. Plötzlich können alle Autofahrer bei erlaubten Tempo 50 urplötzlich 40-45 km/h fahren.
    Statt teurer städtbaulicher Maßnahmen wäre doch mal zu überlegen ob auf dem Stadtring (in Neusprech = Cityring)nicht einfach ein paar graue Kisten aufgestellt werden sollten. Anfang Raschplatzhochstrasse, Leineufer, Celler Str. Bahnbrücke, Lavestr., etc.
    Wer mal versucht hat in Schweiz zu rasen, wird wissen was ich meine.
  • Raserberuhigende Verkehrsmaßnahmen nötig! Hannoverraner – 06.03.09
    Ich wäre dafür, das Rasen in der Stadt etc. durch bauliche Maßnahmen zu beschränken. Am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer könnte man z.B. die Fahrbahn einspurig machen und einen Radweg auf die Straße verlegen, wie der hannoversche Polizeipräsident es vorgeschlagen hat. Reine Verkehrsschlder werden kaum beachtet, da die Chance geblitzt zu werden gegen Null geht. .
  • Tempo 30 xxx – 06.03.09
    .....wer hat denn Rot-Grün gewählt ???
    Aus Erfahrung sollte man doch irgendwann mal schlau werden.
  • @Martin Niemand schreit – 06.03.09
    Die überlegten Pläne sind zum großen Teil rechtswidrig und die Stadt weiss das. Ausserdem werden auch Radfahrer weiter von so einem Unsinn betroffen sein, eine Ahnung hat bereits der Herr Mazur, der sie allerdings nicht offen ausspricht; Radwege sind zum Beispiel in 30er-Zonen verboten. Glauben Sie, dass die Stadt sich daran hält? Ich nicht, ausser ich klage mal wieder gegen den städtisch-ideologischen Schwachsinn.
  • Peinlich Willi B. – 06.03.09
    Warum spricht der Herr Lindenau die Unwahrheit? "Es ist eine schlichte Wahrheit...", genau das ist es nicht. Empirische Untersuchungen zeigen sehr deutlich, dass die Unfallzahlen im Laufe der Zeit wieder das aktuelle Niveau erreichen, man sucht nur noch nach den Gründen; vielleicht gewöhnen sich Menschen zu sehr daran und verlassen sich auf eine Sicherheit, die es nicht gibt?
  • Verkehrsregeln endlich durchsetzen! Michaela B. – 06.03.09
    Ich möchte keine neuen 30er Zonen in der Stadt. Aber ich wünsche mir, dass man bauliche Maßnahmen zur Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen errichtet. Nur die wenigsten halten sich in 30er Zonen an die Geschwindigeit. Aber was sollen neue Schilder, wenn die Geschwindigkeit von der Polizei nicht überprüft wird. Wenn mein Sohn mit seinem Fahrad unterwegs ist habe ich häufig ein ungutes Gefühl, denn als Autofahrerin weiß ich, wie rücksichtslos mittlerweile in Hannover gewonheitsmäßig gefahren wird.
  • Eine Temporeduzierung Martin – 06.03.09
    hat einen Effekt, auch auf Krankenhäuser bezogen. Denn es ist doch längst wissenschaftlich erwiesen, dass der Straßenverkehr (Feinstaub und andere Immissionen) einen Anteil an der Belegung der Krankenhäuser bzw. Sterblichkeit haben.
    Eine Reduktion der Geschwindigkeit ändert doch zudem nichts an der Qualität der Innenstadt, was bitte ist daran unwürdig?! Der einzige Unterschied könnte sein, dass es von der Celler Straße zum Parkhaus Mehlstraße oder ECE einige Sekunden länger dauert (mit dem Auto, wenn überhaupt so ein Effekt messbar ist).

    Es ist mir schleierhaft, warum hier eine so geringfügige Temporeduzierung mit einer Katastrophe gleichgesetzt wird, an die Unfallopfer (die sind in 30-Zonen wesentlich weniger) und die gestiegene Aufenthaltsqualität (die steigt garantiert bei langsamerem Autoverkehr) denkt niemand, es schreien nur Autofahrer um Hife, weil sie nichtmehr so schnell fahren dürfen wie es sowieso nicht geht (einige Schwachsinnige Raser ausgenommen, die schaffen die mögliche Hochstgeschwindigkeit auch mit nem Kickstart zwischen zwei Ampeln - aber auf die kann die Gesellschaft auch verzichten ;-))
  • Unwürdig Peter – 06.03.09
    Genau das ist es auf den Punkt gebracht! Seit nun mittlerweile Jahrzehnten wird die Kommunal- und Stadt-Politik weitergeführt, nach der es nur darum geht mit irgendwas (pro-)aktiv auszusehen und mit einer Regelungswut am besten alles zu beschließen ohne auch nur eine Minute darüber nachzudenken, ob es notwendig ist, ob es Sinn macht oder ob die Bürger, die man eigentlich vertreten sollte, es auch wollen.

    Es ist dieser schönen Stadt einfach unwürdig.
  • Gutmenschen Joey – 05.03.09
    regieren unsere Stadt.
    Anstatt das wenige Geld dort zu investieren wo man einen wirklichen Effekt erzielen kann (zb. Krankenhaushygiene) werden lieber Umweltzonen und 30er Zonen eingerichtet. Wenn man sonst keine Probleme mehr hat ...

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