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Aus der Stadt Teresa Enke darf Adoptivtochter Leila behalten
Hannover Aus der Stadt Teresa Enke darf Adoptivtochter Leila behalten
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21:53 02.11.2010
Teresa Enke 
darf die gemeinsam adoptierte Tochter
 behalten. Quelle: Rainer Surrey

Am 16. Mai 2009 hatte die Kleine ihren ersten öffentlichen Auftritt im Stadion. Zum letzten Heimspiel der Saison gegen den VfL Wolfsburg schob Teresa Enke den Kinderwagen mit der damals zwei Monate alten Adoptivtochter Leila in die AWD-Arena. „Uns geht es sehr gut“, meinte die Mutter glücklich. Doch nur ein halbes Jahr später sollte sich ihr Leben durch den Suizid ihres Mannes, des ehemaligen 96-Torwarts Robert Enke, von einem Tag auf den anderen dramatisch ändern. Leila gilt für die Witwe nach dem harten Schicksalsschlag als Quelle, aus der sie Kraft schöpft. Seit Dienstag nun steht fest: Leila wird ihrer Mutter weiter Halt geben, Teresa Enke darf ihre Adoptivtochter behalten.

Nach Angaben des zuständigen Amtsgerichts Neustadt wurde die Adoption vom Mai vergangenen Jahres am 26. Oktober endgültig genehmigt. Teresa Enke wolle sich nicht zu der Entscheidung des Vormundschaftsgerichts äußern, heißt es aus dem Büro von Berater Jörg Neblung. Der Todestag ihres Mannes steht kurz bevor, am 10. November jährt er sich zum ersten Mal.

Die heute 19 Monate alte Leila, die in Deutschland geboren ist, war zunächst für eine sogenannte Pflegezeit auf den umgebauten Bauernhof der Enkes in Empede bei Neustadt gekommen, wo das tierliebe Paar mit mehreren Hunden wohnte. Das Ehepaar hatte nach den damaligen Angaben von Berater Neblung rund ein Jahr auf die Adoption gewartet und sich dafür bei den Jugendämtern mehrerer Kommunen registrieren lassen. Die Enkes hatten im September 2006 ihre leibliche Tochter Lara im Alter von zwei Jahren verloren, die mit einem Herzfehler geboren worden war. Kurz nach dem Suizid ihres Mannes hatte Teresa Enke bei einem viel bewunderten öffentlichen Auftritt erklärt, es sei seine große Sorge gewesen, dass ihnen aufgrund seiner Depressionen Adoptivtochter Leila wieder entzogen werden könnte. Schon damals hatte die Regionsverwaltung betont, es gebe keinen Grund, die Adoption infrage zu stellen.

Teresa Enke, die nach wie vor in Empede zu Hause ist und sich nach dem Tod ihres Mannes zunächst ins Private zurückgezogen hatte, wird am 8. Dezember mit dem Leibniz-Ring des Presse Clubs geehrt. Mit der Robert-Enke-Stiftung, deren Vorsitz sie innehat, setzt sie sich für depressive Menschen und herzkranke Kinder ein. Im April hatte sich die Witwe bei einer Scheckübergabe an die MHH wieder in der Öffentlichkeit gezeigt, Leila war dabei. Auch im Stadion ist sie mittlerweile wieder gewesen – beim 4:1-Heimsieg von Hannover 96 gegen Werder Bremen Ende September.

Stefanie Kaune und Heiko Rehberg

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