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Terry Hoax spielen Gratis-Show

"Machseefest goes Parkbühne"-Festival Terry Hoax spielen Gratis-Show

20.000 Euro für die Albenproduktion sammeln? Terry Hoax haben das in 48 Stunden geschafft – und sogar noch mehr. "Thrill!" erscheint am 13. Oktober. Live kann man die Band bereits am Freitagabend auf der Gilde-Parkbühne sehen, beim Gratisfestival "Machseefest goes Parkbühne".

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„Wir könnten alles noch mal auf eine Karte setzen“: Oliver Perau (Zweiter von rechts) hat mit Terry Hoax ein neues Album eingespielt.

Hannover. Crowdfunding? „Habe ich mich vorher nicht mit beschäftigt“, sagt Oliver Perau. Doch nun weiß er, wie es geht. „Gut, sehr gut“ gehe das. Innerhalb von 48 Stunden hatten er und seine Band Terry Hoax die Zusagen für die anvisierten 20.000 Euro zusammen, die sie für die Produktion des neuen Albums „Thrill!“ benötigten. Wer beispielsweise 10 Euro zusagte, konnte sich dafür einen Download des geplanten Albums sichern – das bei Nichterreichen der festgelegten Summe aber gar nicht erst produziert worden wäre. „Aber das Geld wurde erst abgebucht, als die 100 Prozent erreicht waren“, erklärt Perau. Am Ende seien es 290 Prozent gewesen. Wer das Album bestellt hat, bekommt es als Download, als Deluxe-Version oder als Vinyl-Ausgabe, ganz nach Wunsch und Geldbeutel. Für 150 Euro gab es einen Sofaplatz beim vorweihnachtlichen Gig im Capitol zu ergattern – direkt auf der Bühne, inklusive Bewirtung durch den Sänger.

Der Plan ist mehr als aufgegangen, und sein Ergebnis hat die Band beim Aufnehmen motiviert. „Das gibt einen richtigen Schub“, sagt Perau, man wisse, dass Leute auf das Album warten – und habe sie über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten. Nun ist „Thrill!“ fertig und kommt am 13. Oktober in den Handel.

Zwölf Songs hat das Quintett für die reguläre Albumausgabe aufgenommen, vier Bonustracks gibt es in der Deluxe-Ausgabe dazu. Es ist, obwohl aus unterschiedlichen Ideen zusammengetragen, ein homogenes, sehr energiegeladenes Rockalbum geworden, dessen Titel auf dem knallgelben Cover wirklich nicht zu viel verspricht. Eigentlich ein Kunststück, wie Perau findet, denn „es ist so schwierig, die Energie, die wir live versprühen, im Studio zu konservieren“. Das sei diesmal annähernd gelungen.

Terry Hoax im Capitol Hannover.

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Der Weg dahin war gar nicht so einfach: „Wir haben drei Jahre versucht, im Übungsraum einen roten Faden zu finden. Dann hatten wir mal einen, dann ist er wieder verloren gegangen, dann hat es mal gekracht zwischendurch, wie es auch sein muss, weil es zeigt, dass Leben drin ist.“ Und dann habe es im vergangenen Sommer einen Moment gegeben, wo einige „sehr kompakte, griffige, sofort verständliche Rocknummern“ entstanden seien. „Plötzlich fühlten sich alle wohl im Übungsraum, alle veränderten ihre Haltung, man merkte das richtig.“ Da hätten plötzlich alle gewusst, ohne es auszusprechen, dass sie das Konzept für das Album gefunden hätten: „Weg von den Experimenten, einfach Rock machen.“

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Nun machen sie also wieder Rock, mehr als zwei Dutzend Konzerte sind gebucht. Was gar nicht so einfach ist bei einer Band, für die Musik eine Art professionelles Hobby ist. Zwölf Jahre ruhte Terry Hoax zwischen 1996 und 2008. Der Sänger ist der Einzige, der nach wie vor von der Kunst lebt. Seine Kollegen haben andere berufliche Wege eingeschlagen, müssen für Konzertreisen Urlaub nehmen, und die Familien wollen auch noch zu ihrem Recht kommen. „Eigentlich ist die Nachfrage im Moment so groß, dass wir noch mal alles auf eine Karte setzen könnten. Aber wenn du 50 bist und Familie hast, dann machst du das nicht. Der Impuls ist da, aber man drückt ihn doch weg.“

Arbeitsmangel hat auch Perau nicht. Als Juliano Rossi ist er mit seinem Crooner-Programm viel unterwegs, seit vier Jahren tritt er zudem sehr erfolgreich mit dem Projekt „Klang und Leben“ vor demenzkranzen Menschen auf. Dass Terry Hoax so gut läuft, hat in seinen Augen mit einer Nostalgiewelle zu tun. „Wir sind in einer Zeit, in der uns alte Sachen wieder wichtig sind. Und es gibt Respekt vor Leuten, die sich lange gehalten haben.“ Ein Beispiel sind alte Freunde: Der Publikumszuspruch für Fury in the Slaughterhouse, „das ist schon irre“.

Einen Hannover-Abend gibt es auch am Freitag ab 17.30 Uhr auf der Gilde-Parkbühne – ohne Fury, aber mit Los Tumpolos, den Jinxs und Terry Hoax. Der Eintritt bei diesem Löwenbastion-Revival-Abend ist frei, aufs Bier zahlt man 50 Cent Aufschlag. Am Sonnabend treten ab 17.30 Uhr Torfrock, Catch Me Back und Lotto King Karl auf.

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