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Nach Bombenalarm im Hauptbahnhof Hannover

Teures Nachspiel für Besitzer von Plastiktüte - Trittbrettfahrer in Burgdorf

Von Tobias Morchner

Der Bombenalarm am Freitag im Hauptbahnhof Hannover hat womöglich ein teures Nachspiel. Der Besitzer der Plastiktüte muss damit rechnen, die Kosten für den Einsatz unter Umständen begleichen zu müssen.
Am Montag legt der Fund eines verdächtigen Gepäckstücks den Burgdorfer Bahnhof für etwa eine Stunde lahm.

Am Montag legt der Fund eines verdächtigen Gepäckstücks den Burgdorfer Bahnhof für etwa eine Stunde lahm.

© Christian Elsner

Die Ermittler der Bundespolizei haben nach dem Fund einer verdächtigen Plastiktüte im Hauptbahnhof Hannover vom Freitag einen ersten Hinweise auf den möglichen Besitzer. „Es gibt einen Mann, der uns namentlich bekannt ist und gegen den Ermittlungen laufen“, bestätigte Detlef Lenger, der Sprecher der Bundespolizeidirektion Hannover. Er soll in der nächsten Woche zur Vernehmung vorgeladen werden.

Der Mann, der den Polizeieinsatz möglicherweise grob fahrlässig verursacht hat, hatte es den Beamten ziemlich leicht gemacht, ihm auf die Spur zu kommen. An dem in der verdächtigen Plastiktüte verpackten Rucksack hing ein Schild mit dem Logo der Deutschen Bahn AG. Auf dessen Rückseite entdeckten die Ermittler einen Namen und eine Anschrift. Der Mann muss damit rechnen, die Kosten für den Einsatz unter Umständen begleichen zu müssen. Die Bundespolizei will noch nicht sagen, ob es sich bei dem Mann tatsächlich um einen Mitarbeiter der Bahn handelt. „Diese Rucksäcke kann man im Internet bestellen, außerdem besteht auch die Möglichkeit, dass der Rucksack gestohlen wurde“, erklärte Lenger.

Die Plastiktüte samt Inhalt war am Freitag am Bahnsteig 11 entdeckt worden. Sie lehnte an einem Abfalleimer. An der Tasche heftete ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift „Müll“. Die Beamten sperrten daraufhin die Bahnsteige 9 bis 14 für Züge und Fahrgäste. Anschließend durchleuchteten sie die Tasche am Bahnsteig mit einem mobilen Röntgengerät. „In der Tasche befanden sich ein Wecker und mehrere mit klarer Flüssigkeit gefüllte Flaschen“, erklärte Behördensprecher Lenger. Da nicht erkennbar war, mit welcher Flüssigkeit die Flaschen gefüllt waren, entschieden sich die Polizisten für die Zerstörung der Tasche.

Am Montag legt der Fund eines weiteren verdächtigen Gepäckstücks den Burgdorfer Bahnhof für etwa eine Stunde lahm. An Gleis 1 war ein Rucksack aufgetaucht. Darin befanden sich eine Computertastatur und eine Heizdecke. Mehrere Drähte der Heizdecke steckten in der Tastatur. Die Polizei sperrte den Bereich rund um den Fundort ab. Zwei Sprengstoffsuchhunde beschnüffelten anschließend den Rucksack. „Als sie nicht anschlugen, war uns klar, dass es sich bei dem Fundstück um eine Attrappe handelt“, fügte Lenger hinzu.

Von der vorübergehenden Sperrung des Burgdorfer Bahnhofs waren nach Angaben der Deutschen Bahn lediglich fünf S-Bahnen betroffen. Reisende aus Richtung Celle mussten in Ehlershausen, Fahrgäste aus Hannover in Lehrte die S-Bahnen verlassen. Zwischen Ehlershausen und Lehrte beförderte die Bahn die Reisenden mit Bussen weiter. Die Sperrung des Burgdorfer Bahnhofs wurde gegen 11.20 Uhr aufgehoben.

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