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Theatermuseum zeigt Kunst von John Lennon

Tot und doch lebendig Theatermuseum zeigt Kunst von John Lennon

Nickelbrille und lange Nase - es sind typische Bilder von John Lennon, die in einer Ausstellung im Theatermuseum gezeigt werden. Ungewöhnlicher ist, dass es Zeichnungen von Lennon selbst sind – eine wenig bekannte Seite des früheren Beatles-Mitglied. Außerdem werden Werke von Hans Fallada und Dieter Harzig präsentiert.

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Sammler Michael-Andreas Wahle zeigt Exponate in der Ausstellung "The Art of John Lennon" im Theatermuseum in Hannover. In der Ausstellung werden bis zum 5. Juni Goldene Schallplatten, Kunstwerke und viele Sammlerstücke rund um den Musiker und Künstler John Lennon gezeigt.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Er wirft nur wenige Striche aufs Papier – und doch setzen sie sich zu einer komplexen, dabei aufs Wesentliche konzentrierten Bildwelt zusammen. Er hantiert mit Bleistift oder Feder, mit Aqarell- oder Lithografietechnik. Und stets zeugen seine Werke von der lockeren Hand, die langjährige Erfahrung verrät. Kein Wunder: Dieser Künstler hat viel früher mit dem Zeichnen begonnen als mit dem Komponieren und Musizieren, das ihn zum Weltstar gemacht hat.

Die Rede ist von John Lennon, den die meisten vor allem als Ex-Beatle kennen. Dabei ist seine Kunst nach dem Zerfall der „Fab Four“ deutlich vielfältiger geworden, dabei ist er noch nicht einmal Teenager, als er ein eigenes Zeichenbüchlein füllt. Und er besucht das Liverpool Art College Jahre bevor er mit George und Paul in Hamburger Szeneclubs aufzutreten beginnt.     

Drei tote Künstler, deren Werke noch immer gegenwärtig sind: Im Theatermuseum Hannover sind ab diesem Donnerstag Ausstellungen zu John Lennon, Hans Fallada und Dieter Harzig zu sehen. Den größten Teil der Ausstellung nimmt die private Lennon-Sammlung von Michael-Andreas Wahle ein. 

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Das Multitalent Lennon steht im Zentrum der neuen Ausstellung im Theatermuseum, mit einem besonderen Schwerpunkt bei seinem zeichnerischen Werk, von dem „The Art of John Lennon“ immerhin 50 Originale zeigt. Doch natürlich umfasst die Schau – wie kann es bei einem so charismatischen Künstler auch anders sein – außer den Zeichnungen auch lauter Devotionalien, die von der Vielfalt und Beliebtheit dieser Popikone ebenso zeugen wie vom leidenschaftlichen Sammelfleiß des Frankfurter Kaufmanns Michael-Andreas Wahle.

Nacktaufnahmen mit dem Titel "Hey Nude"

Der war erst 14, als ihm seine Eltern 1974 das „Rote Album“ der Beatles schenkten, er ist also für das Live-Erleben der Beatlemania einfach zu jung gewesen. Doch Wahle hat seither an Live-Erlebnissen so einiges nachgeholt, wobei er sich als Sammler allmählich von den Beatles im Allgemeinen wegbewegt hat, um sich ganz auf John Lennon zu konzentrieren. „Der ist schließlich der politisch Prononcierteste und künstlerisch Vielfältigste unter den vieren“, sagt Wahle bei der Ausstellungseröffnung.

In der Tat. Nicht nur durch Musik und Zeichnungen hat sich Lennon Ausdruck verschafft, sondern auch durch Experimentalfilme, Performances und Happenings. Letzteres zumeist mit Yoko Ono, die Lennon auch die Fluxus-Bewegung der Sechzigerjahre nahebringt.

Zwischen den 50 Zeichnungen stehen 17 Vitrinen, die mit Originalmusikinstrumenten, Dokumenten und Fotos gefüllt sind. Darunter etwa die Nacktaufnahme des Paares für das Album „Two Virgins“, die damals die „Daily Mail“ veranlasste, „Hey Nude“ zu titeln. Oder ein zeitweilig massenhaft verbreitetes Schild mit dem Lennon-Slogan „War is over. If you want it“. Und immer wieder Zeichnungen, die von Lennons Imaginationskraft zeugen.

"Gitarre spielen ist ein nettes Hobby, John, aber ..."

Die Vitrinen sind voller Exponate, die den Weg vom Gebrauchs- zum Kultobjekt hinter sich haben. Zu sehen ist da eine signierte Gitarre der Plastic Ono Band. Eine der Revox-Bandmaschinen, auf die Lennon und McCartney damals aufzeichneten. Oder auch ein Stromvertrag mit der Unterschrift von Richard Starkey für Tittenhurst Park, das Londoner Anwesen, das Ringo John nach dessen Übersiedlung nach New York abgekauft hat. Gezeigt werden natürlich auch Fotos des neuen Wohnsitzes Dakota Buildings am Rande des Central Park, vor dem John Lennon 1980 von einem geistig verwirrten Mann erschossen wurde. Und zu sehen sind auch Fotos von der Grundsteinlegung für Strawberry Fields, die Gedenkstätte für Lennon, zu deren Fundament Wahle später ein Stück der Berliner Mauer beigetragen hat.

Noch bis zum 5. Juni

„The Art of John Lennon / Hans Fallada: Familienbilder / Dieter Harzig: Heinz Erhardts Lieblingszeichner“. Bis 5. Juni im Theatermuseum, Prinzenstraße 9. Ein Programm im Kommunalen Kino und im Raschplatz-Kino begleitet die Ausstellung. Im Theatermuseum spielt unter dem Motto „John Lennon goes Jazz“ am 8. Mai um 16 Uhr das Glettenberg-Jaspert-Duo.     

Wem es dabei zu sehr ins Kleingedruckte geht, mag sich an den Zitaten von und über Lennon an den Wänden des Theatermuseums erfreuen. „Gitarre spielen ist ein nettes Hobby, John, aber du wirst dir damit nie dein Brot verdienen können“, wird Lennons Tante Mimi da zitiert. „Ich lief total angespannt in New York herum und wartete darauf, dass jemand sich auf mich stürzt, und es dauerte zwei Jahre, bis ich mich entspannte“, hat Lennon am 8. Dezember 1980 in einem Interview gesagt und hinzugefügt: „Jetzt kann ich einfach durch diese Tür gehen und in ein Restaurant oder ins Kino – wollen Sie wissen, wie toll das ist?“ Ironie des Schicksals: Es war der Tag von Lennons Ermordung.

Eine ganz schön auratische Angelegenheit also, diese Ausstellung, jedenfalls für Fans. Und warum wird sie im Theatermuseum gezeigt? „Aus demselben Grund, aus dem wir Fotos rund um Hans Fallada und Illustrationen zu Heinz Erhardt zeigen“, sagt Theatermuseumschef Carsten Niemann. „Sie alle haben eine Rolle im Theater oder auf der Bühne gespielt.“ Im Januar hatte „Wolf unter Wölfen“ nach Fallada Premiere, 2013 bis 2015 wurde die Beatles-Revue „Das Weiße Album“ gespielt, und mit den Arbeiten von Heinz Erhardts Lieblingszeichner Dieter Harzig knüpft das Theatermuseum an den Erfolg seiner Ausstelllung „Heinz Erhardt: Privater!“ an.

 

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