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Europaweiter Maßstab

TiHo eröffnet neuen Klinikkomplex am Bünteweg


Moderne Technik zum Wohl der Tiere: Die Tierärztlichen Hochschule (TiHo) hat am Montag ihren neuen Klinikkomplex am Bünteweg in Hannover eröffnet. Der setzt europaweit Maßstäbe.
Gast im Hörsaal: Jack-Russell-Terrier Helmchen ist bei jeder Vorlesung dabei, die sein Herrchen Helmut Ende hält (oben).

Gast im Hörsaal: Jack-Russell-Terrier Helmchen ist bei jeder Vorlesung dabei, die sein Herrchen Helmut Ende hält (oben).

© Martin Steiner

Noch ist der Friese etwas träge. Schließlich ist der tiefschwarze Hengst erst in der vergangenen Nacht aus der Narkose erwacht. Er muss sich von einer Darmoperation erholen und erhält Infusionen. Doch Prof. Karsten Feige ist zufrieden, der Eingriff ist gut verlaufen, und in ein paar Tagen wird das Tier wieder zu Kräften gekommen sein. Am Montag schaute der Direktor der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) nicht nur im Rahmen der täglichen Visite bei seinen Patienten vorbei. Er führte sichtlich stolz auch zahlreiche Gäste durch die Stallungen, Untersuchungsräume und Operationssäle auf dem Campus. Denn die Pferdeklinik ist eine von drei TiHo-Kliniken, die in den Neubau am Bünteweg gezogen sind – und am Montag hatte die Hochschule zur offiziellen Eröffnungsfeier eingeladen.

Mehr als 30.000 Patienten sollen binnen eines Jahres in dem 20.000 Quadratmeter großen Komplex betreut werden. Nach den Worten von TiHo-Präsident Gerhard Greif ist der 45 Millionen Euro teure Neubau mit seinem medizintechnischen Innenleben „eine der modernsten Tierkliniken in Europa“. 13 Operationssäle sowie 216 stationäre und ambulante Therapieplätze stehen in dem dreigeschossigen Gebäude mit seinen 872 Räumen zur Verfügung. 14 .500 Quadratmeter Außenfläche gehören ebenfalls zum Klinikkomplex. Für Pferde gibt es eigens eine 900 Quadratmeter große Therapiehalle und einen 800 Quadratmeter großen Reitplatz.

Neben der Pferdeklinik ist auch die Klinik für Kleintiere am Bünteweg untergebracht, in der unter Leitung von Prof. Ingo Nolte Hunde und Katzen aller Rassen behandelt werden – mit 20.000 Patienten pro Jahr ist sie die größte der drei Kliniken. Dritter Nutzer ist die zu einer neuen Einheit fusionierte Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel. Ob Meerschweinchen, Wellensittiche oder Leguane: Ein vergleichbares Betreuungsangebot für eine solche Bandbreite von Patienten gibt es bundesweit bisher an keiner anderen tiermedizinischen Hochschulklinik. Besonderer Schwerpunkt ist die Therapie von verhaltensgestörten Graupapageien, die unter anderem mit Musik beruhigt werden. Auch kranke und verletzte Wildtiere wie Eichhörnchen oder Eulen, die aufmerksame Tierfreunde abgeben, werden von dem Team um die beiden Klinikleiter Prof. Michael Fehr und Prof. Norbert Kummerfeld versorgt. Nach der Genesung würden die Tiere an spezielle Auswilderungsstationen weitergegeben, die diese wieder in die Freiheit entlassen, erklärt Fehr.

Der komplette Klinikkomplex ist ähnlich wie ein Krankenhaus für Menschen konzipiert. Es gibt Diagnostiklabore, Untersuchungsräume mit Ultraschallgeräten und Computertomographen, Anästhesie- und Aufwachräume sowie kameraüberwachte Intensivstationen. Die Kleintierklinik bietet zudem Patientenzimmer an, in denen Herrchen und Frauchen ganz in der Nähe ihrer Lieblinge übernachten können. „Das ist ein europaweites Novum“, betont Klinikleiter Nolte. Technisches Glanzstück in dem Gesamtkomplex ist ein hochmoderner Magnetresonanztomograph mit einer Feldstärke von drei Tesla. Das eine Million Euro teure Diagnosegerät kann von allen drei Kliniken genutzt werden. Es soll so ausgerüstet werden, dass selbst ausgewachsene Pferde, die um die 500 Kilogramm auf die Waage bringen, damit untersucht werden können. Auch die Operationsvorbereitung ist bei Pferden besonders aufwendig: Sie werden nach der Narkose mit einem Spezialkran auf den Operationstisch gehoben.

Und die Studenten der TiHo sind immer ganz dicht dran am Geschehen: Vier Hörsäle mit 526 Plätzen sowie Seminarräume und Forschungslabore schließen sich direkt an die Klinikflure an. So können die angehenden Tierärzte neben der Theorie auch gleich die Praxis kennenlernen.

Juliane Kaune

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  • Trost spenden Dr.med.vet.Schulze – 28.04.10
    Aber dort keine bösen Tierversuche machen, sonst muß ich wieder Trost Trost spenden...
  • Ninini Sascha Aust / HAZ.de – 27.04.10
    @ Susi: Die Kollegin nimmt sich gerade der Klininik an. Vielen Dank für den Hinweis.
  • Rechtschreibung Susi – 27.04.10
    In der Überschrift und direkt im ersten Absatz ist das Wort Klinik falsch geschrieben.

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