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TiHo legt Ausbildung von Robbenjägern offen

Rechtsstreit beigelegt TiHo legt Ausbildung von Robbenjägern offen

Die Tierärztliche Hochschule Hannover will dem Robbenzentrum Föhr jetzt doch Auskunft über Schulungen von Robbenjägern erteilen. Wie das Verwaltungsgericht Hannover mitteilte, legten beide Parteien einen Rechtsstreit nach einer mehr als zweistündigen Verhandlung bei.

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Verletzt, todkrank oder nur am Dösen? Viele Robbenjäger scheinen mangels Fortbildung nicht zu wissen, wann ein Robbenleben gerettet werden könnte.

Quelle: Rolf Blädel

Hannover. Bildet die Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover in Schleswig-Holstein Robbenjäger weiter? Und wenn ja, was bekommen diese beigebracht? Mit diesen Fragen musste sich das Verwaltungsgericht Hannover befassen. Denn eine Veterinärin, die auf der Insel Föhr eine Robbenstation betreibt, hatte die TiHo auf Herausgabe dieser Informationen verklagt. Janine Bahr vertritt die Auffassung, Schulungskurse für Robbenjäger fielen unter das Umweltinformationsgesetz, weshalb Kurstermine und Inhalte öffentlich zugänglich sein müssten. Die TiHo sah das anders und lehnte es zunächst viermal ab, die Tierschützerin aufzuklären. Nach einer mehr als zweistündigen Verhandlung lenkte die Hochschule dann aber ein. Sie will dem Robbenzentrum jetzt doch Auskunft über die Schulungen erteilen.

Prinzipiell hat Janine Bahr nichts gegen Robbenjäger, die meist Privatpersonen mit Jagdschein sind. Die Leiterin des Robbenzentrums in Wyk auf Föhr arbeitet sogar mit ihnen zusammen. Denn nach dem Gesetz darf nur ein vom Land Schleswig-Holstein beauftragter Robbenjäger entscheiden, ob ein verletztes Tier in eine Pflegestation kommt und dort aufgepäppelt oder durch das Gewehr von seinem Leiden erlöst wird. Entscheidet Janine Bahr aber eigenmächtig, drohen ihr Bußgeldverfahren wegen Gesetzesmissachtung. Vor zehn Jahren beschlichen die studierte Tierärztin erste Zweifel an dieser Praxis, die sie nun bis in den Gerichtssaal in Hannover geführt haben.

„In Gesprächen fand ich heraus, dass viele Robbenjäger entweder gar nicht oder nur unzureichend darüber aufgeklärt worden sind, wie man den Gesundheitszustand von Robben beurteilt“, erklärte Bahr dem Gericht. „Einer konnte sogar eine Kegelrobbe nicht von einem Seehund unterscheiden.“ Also forschten sie und ihr Mann André van Gammert nach und wurden 2014 schließlich vom schleswig-holsteinischen Umweltministerium an die TiHo verwiesen. Diese zeigte sich jedoch unkooperativ.

Bahrs Anfrage nach den Terminen von Schulungen für Robbenjäger falle nicht unter das Umweltinformationsgesetz, weshalb die TiHo die Daten nicht preisgeben müsse, argumentierte die Vertreterin der Hochschule, Anja Groehe, zunächst noch. Der Vorsitzende Richter Ingo Behrens sah das jedoch anders. „Die Termine geben zumindest Hinweise darüber, ob überhaupt geschult werde.“ Und da Robbenjäger auf ihre Weise zur Arterhaltung der Robben beitrügen, falle ihre Weiterbildung sehr wohl unter das Umweltinformationsgesetz. Zudem habe Robbenschützerin Bahr ein berechtigtes Interesse an den Informationen geltend gemacht.

Im Verlauf der Verhandlung stimmte Groehe zu, sowohl die Termine der vergangenen drei Jahre, seit die TiHo Robbenjäger schult, als auch Kerninhalte der Seminare bekannt zu geben. „Wir unterrichten die Jäger nur in der medizinischen Versorgung der Tiere, aber nicht an der Waffe“, fügte sie noch hinzu.

Von Isabel Christian

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