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Aus der Stadt TiHo schweigt zu Lohndumping-Vorwurf
Hannover Aus der Stadt TiHo schweigt zu Lohndumping-Vorwurf
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20:56 10.04.2016
Von Bärbel Hilbig
Die Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover am Bünteweg. Quelle: Steiner
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Hannover

Die Ermittlungen gegen die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) wegen Lohndumpings bei der Beschäftigung von Absolventen rufen auch an anderen Einrichtungen die Personalräte auf den Plan. Prekäre Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind zwar an anderen Hochschulen ebenfalls immer wieder Thema. Verstöße gegen den Mindestlohn, wie sie nach HAZ-Recherchen jetzt der TiHo vorgeworfen werden, seien dort nach Einschätzung der Mitarbeitervertretungen derzeit aber nicht zu beobachten. Die TiHo selbst will sich zu den Vorwürfen weiterhin nicht äußern.

Im Kern geht es um den Vorwurf, dass in Hochschulen Arbeitsverträge mit jungen Wissenschaftlern auf dem Papier eine Teilzeitbeschäftigung festlegen, dahinter aber die Erwartung eines vollen Arbeitseinsatzes zugrundeliegt. Das ist im Wissenschaftsbetrieb keine Seltenheit. An der TiHo soll dies dazu geführt haben, dass Doktoranden sowie junge Tierärzte durch die geringe Entlohnung unter die Mindestlohngrenze rutschen.

„Mit einer halben Stelle ist die Arbeit, die von Doktoranden erwartet wird, häufig nicht zu schaffen“, beschreibt Simon Brandmaier, Personalratsvorsitzender der Medizinischen Hochschule Hannover. Er geht jedoch davon aus, dass die jungen Humanmediziner auch bei halber Bezahlung noch oberhalb des Mindestlohns liegen. Und Beschwerden gegen die mehr oder weniger freiwillige Mehrarbeit gebe es kaum. „Die Doktoranden befinden sich in einer schwierigen Phase ihrer Karriere, in der sie abhängig sind.“

Eine ähnliche Praxisphase wie die jungen Tierärzte an der TiHo absolvieren Humanmediziner bereits während des Studiums. Für diese praktische Beschäftigung gebe es nur eine Aufwandsentschädigung, sagt Brandmaier. „Aber das ist nicht wirklich vergleichbar, denn dies ist eindeutig noch Teil des Studiums.“

Auch an der Leibniz-Universität gibt es nach Einschätzung des Personalratschefs Jörg Schollbach keine systematische Unterschreitung der Mindestlohngrenze. Kritisch sieht die Beschäftigtenvertretung allerdings die starke Ausweitung von Verträgen für wissenschaftliche Hilfskräfte, mit denen neben Studenten auch Studienabsolventen und Akademiker mit Doktortitel beschäftigt werden. Diese Verträge sind auf maximal 86 Stunden pro Monat begrenzt.

„Manche Institute wären ohne die Unterstützung von preiswerten wissenschaftlichen Hilfskräften nicht arbeitsfähig“, sagt Schollbach. Der Personalrat prüft seit Jahresanfang Verträge mit besonders geringer Stundenzahl. „Wenn sie die Geringfügigkeitsgrenze unterschreiten, wären sie nicht existenzsichernd und sollten Studenten vorbehalten sein.“ Für die bisher geprüften Verträge gebe es aber sachliche Gründe.

Die TiHo ist bisher weiterhin nicht offiziell über die gegen sie laufenden Ermittlungen informiert. „Sollte sich der Verdacht erhärten, werden wir uns an die Tierärztliche Hochschule wenden“, sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker. Zusammen mit dem Hauptzollamt geht die Staatsanwaltschaft Informationen aus einer anonymen Anzeige nach. Die TiHo will sich nicht äußern, solange sie nur indirekt Kenntnis von den Vorwürfen erhält.

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