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So war das Tiergartenfest in Kirchrode

Mitmachaktionen im städtischen Park So war das Tiergartenfest in Kirchrode

Das Tiergartenfest lockt Sonnabend Tausende Besucher nach Kirchrode. Kinder bauen Vogelhäuschen, dürfen Baumstämme sägen und auf einem Pfad im Unterholz Rätselfragen beantworten. Die städtischen Forstmitarbeiter zeigen in einer Vorführung ihre Arbeit.

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Hobbyjäger Heiko Majewski erklärt Pflanzen und Tiere.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Gleich am Eingang zum Tiergartenfest können die Kinder ein letztes Mal ihre eifrig gehorteten Eicheln und Kastanien loswerden. Und der Andrang ist groß. Tausende Besucher strömen Sonnabend zu dem beliebten Fest. Mit Schwung werden Tüten und Taschen in einen Sammelcontainer geleert – damit das Damwild im städtischen Park gut über den Winter kommt. Dafür bekommen die kleinen Sammler eine Baumscheibe mit eingebranntem Tiermotiv. Dieses Jahr soll es wohl ein Adler sein, der die hölzerne Eintrittskarte fürs Tiergartenfest ziert.

Seit fast 40 Jahren gibt es das Tiergartenfest. Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Gäste: Vor allem für die Kinder gab es allerhand Angebote zum Spielen und Mitmachen. 

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Die sechsjährige Carla wühlt lange in den Scheiben, bis sie das aus ihrer Sicht perfekte Holzticket gefunden hat, handlich und zugleich mit klar erkennbarem Motiv. Carla hat dieses Jahr fleißig unter einem riesigen Baum in der Südstadt gesammelt. „Da war alles voll mit Kastanien“, erzählt sie strahlend. Ihre Mutter Tanja Visser liebt den Tiergarten, weil sie den historischen Park in Kirchrode mit uralten Eichen, Wildschweinen, Damwild und auch einigen Rehen selbst früher oft durchstreift hat. Auch Kastanien für die Tiere hat sie gerne gesammelt. „Wir setzen hier eine Tradition fort“, erzählt sie lachend.

Das erste Vogelhäuschen

Ein paar Schritte weiter baut der achtjährige Max das erste Vogelhäuschen seines Lebens zusammen, im Teamwork mit seinem Vater Martin Töllner. An der langen Werkbank in U-Form erklingt überall eifriges Hämmern und Fachsimpeln zwischen den Generationen. „Wir mussten erst mal gucken, wie das überhaupt zusammenpasst“, erklärt Max. Der Junge hämmert die Nägel ins Holz, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Zuerst vorsichtig, als er den Nagel noch festhält. „Sehr schön, und jetzt mit Schwung“, lobt sein Vater. Max legt los und bald ist das Häuschen fertig. Nun hofft er, dass die Rotkelchen im Garten der Familie im Frühjahr den für sie passenden Nistplatz auch annehmen.

Auf einen improvisierten Lehrpfad im Unterholz hat sich Bianca Pechner mit Emily und Gillian gewagt. Die Schaufel eines Damhirsches, ein ausgestopftes Blesshuhn und manch anderes erwartet die Besucher beim „Wald- und Wildtier-Quiz“. Die Kinder sind begeistert. Heiko Majewski erklärt den Familien danach, ob sie richtig lagen. Ehrenamtlich, weil es ihm Spaß macht. „Ich höre oft, dass Besucher von den Rehen im Tiergarten sprechen. Dabei ist das Damwild.“ Stadtkindern die Unterschiede beizubringen, sieht der Hobbyjäger als Mission.

Mitarbeiter zeigen Arbeitsalltag

Mit Begeisterung führen Mitarbeiter der städtischen Forsten Ausschnitte ihres Arbeitsalltags vor. „Wir arbeiten nur mit eigenen qualifizierten Leuten und betreiben möglichst schonende Forstwirtschaft“, erläutert Forstwirt Steffen Ahlbrecht, der den Conferencier gibt. Beim Showsägen treten zwei Kollegen mit einer 43 Kilo schweren Dolmar-Oldtimer-Motorsäge gegen eine junge Forstarbeiterin an, die eine Stihl mit sieben Kilo Gewicht handhabt. Die Baumstämme fallen fast zeitgleich, das Publikum staunt. Fast noch mehr beeindruckt Hans Wilhelm Meier mit seinem Rückepferd Médoc de Beauvaix, das die Forstleute für den Stadtwald engagieren, sobald Stämme aus unwegsamen Stellen herausgeholt werden sollen. Das starke wendige Pferd kann mehr als 40 Kommandos ausführen, erklärt Meier.

Kein Wunder, dass bei all den Attraktionen viele Familien das Fest äußerst zufrieden verlassen. Martin Töllner hat als Kind selbst Kastanien im Tiergarten abgegeben. „Ich glaube, damals gab es ein paar Groschen dafür. Aber so ein Fest ist ja viel schöner.“

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