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Aus der Stadt Elefanten im Zoo "leben in täglicher Angst"
Hannover Aus der Stadt Elefanten im Zoo "leben in täglicher Angst"
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18:13 05.04.2017
Von Bernd Haase
Mit Elefantenhaken: Die Tierpfleger tragen zum Dirigieren und zur eigenen Sicherheit den umstrittenen Stab mit Doppelspitze. Quelle: Droese (Archiv)
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Hannover

Der Zoo Hannover sieht sich wegen seiner Form der Elefantenhaltung mit Tierquälerei-Vorwürfen konfrontiert. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ kündigt für Dienstagabend einen Beitrag an mit dem Titel „Geschlagene Dickhäuter – Im Hannoveraner Zoo werden Elefantenkinder malträtiert“.

Die Sendung basiert nach Angaben der ARD unter anderem auf Filmaufnahmen, die Mitglieder der Tierschutzorganisation Peta im Mai vergangenen Jahres mit heimlich installierten Filmkameras gemacht haben und die den Einsatz sogenannter Elefantenhaken anprangern. Man sehe, wie ein Pfleger ein Jungtier am Hals nach oben reiße und höre, wie der Elefant aufschreie. Tiere würden mit den Haken - etwa einen Meter langen Stäben mit einer Doppelspitze aus Hartmetall - geschlagen und bedroht. Die amerikanische Elefantenexpertin Carol Buckley, die durch den Einsatz gegen Haltungsbedingungen im Nepal bekannt geworden ist, habe das Material gesehen und sei zum dem Fazit gekommen, die Dickhäuter im Zoo Hannover "leiden unter erlernter Hilflosigkeit und leben in täglicher Angst."

TV-Termin

Report Mainz, ARD, Dienstag, 21.45 Uhr

Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff weist die Anschuldigungen zurück. „Wir müssen unsere Elefanten erziehen, verletzen sie dabei aber weder körperlich noch seelisch“, betont er. Man stelle sich Kritik, wünsche sich aber eine differenzierte Berichterstattung.  „Die Pfleger schlagen die Tiere nicht. Es geht um eine Art stupsen“, sagt Cardorff.

"Free" oder "protected contact"?

26 Zoos in Deutschland halten Elefanten, davon wenden Hannover und weitere 14 die Form des sogenannten „free contact“ an. „Dabei bewegen die Tierpfleger sich frei in der zwölfköpfigen Herde“, erläutert der zoologische Leiter Klaus Brunsing. Zur eigenen Sicherheit müssten sie den Haken mit sich führen. Außerdem gehe es um Erziehung: „Sonst könnten beispielsweise Veterinäre nur aktiv werden, wenn man die Tiere vorher narkotisiert.“ Die früher üblichen Elefantenshows habe man abgeschafft und durch „kommentierte Fütterungen“ ersetzt.

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Alternative zu dieser Haltungsform ist „protected contact“. Sie ist laut Brunsing erst in den letzten zehn Jahren soweit entwickelt worden, dass sie „free contact“ ersetzen kann. Pfleger kommen nicht mehr direkt mit den Tieren in Kontakt, sondern sind immer durch ein Gitter von ihnen getrennt. Für medizinische Behandlungen oder Fußpflege gibt es spezielle Vorrichtungen.

Der Zoo will die kontaktlose Haltungsform einführen. „Wenn wir die Elefantenanlage vom kommenden Jahr an umbauen, werden wir die Voraussetzungen dazu schaffen“, kündigt Brunsing an. Zu diesem Zeitpunkt werde der Zuchtbulle Nikolai den Zoo verlassen.

Tierschützer werden Pflegern im Zoo Hannover vor, Baby-Elefanten zu misshandeln, um ihnen Kunststücke beizubringen. 

Der Zoo kennt den endgültigen Beitrag noch nicht, in dem laut Senderangaben auch die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin den Zoo kritisiert.  „Selbst, wenn es zu einer Anzeige kommt, schlafe ich ruhig weiter. Ich stehe hinter unserem Team“, bekräftigt Casdorff.

Tierrechtsorganisation mit radikalem Ansatz  

Peta, eine 1980 in den USA gegründete Tierrechtsorganisation, ist nach eigenen Angaben mit weltweit mehr als fünf Millionen Unterstützern die größte ihrer Art. Sie finanziert sich über Spenden, gilt als finanziell sehr potent und propagiert den Anspruch, „jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen“.

Die Forderung nach einem „ethischen Umgang mit Tieren“ beinhaltet neben Ablehnung von Massentierhaltung oder Tierversuchen Kritik an der Verwendung von Tieren zu Unterhaltungszwecken. Dazu zählt Peta auch die Haltung in Zoos, zu deren Boykott aufgerufen wird.

Aufmerksamkeit erregt Peta durch radikales Vorgehen und durch gezielt durchgeplante Kampagnen. Eine weitere Spezialität sind verdeckte Recherchen und heimlich gefertigte Filmaufnahmen – wie im Zoo Hannover      

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