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Tierrechtler schockieren mit Protest am Kröpcke

Drastisches Straßentheater Tierrechtler schockieren mit Protest am Kröpcke

Tierrechtler der Gruppe „Animal Rights Watch“ zeigten am Sonnabend am Kröpcke eine halbstündige Performance gegen die Verwendung von Pelz und Leder – und scherten dabei zwei Aktivisten den Kopf. Der drastische Protest, als Straßentheater inszeniert, schockierte einige Zuschauer.

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Hannover. Die Aktion auf dem Kröpcke ist drastisch. Doch die Zustände, die die Gruppe „Animal Rights Watch“ (Ariwa) anprangert, sind es auch. Die Aktivisten wollen zeigen, welchen Preis Tiere zahlen müssen, damit sich der Mensch in Pelz und Leder kleiden kann. „Die umgekehrte Welt“ heißt das halbstündige Straßentheater-Spektakel, das viele Zuschauer schockiert. Das Kinder dazu bringt, ihre Eltern wegzuziehen von der bizarren Show: „Mama, ich kann das nicht mehr anschauen.“

Was wäre, wenn man dem Menschen das Fell über die Ohren zieht? Das wollen die Tierrechtler diesen Sonnabend demonstrieren. In einem Käfig hocken Gerda Dunkel (26) und Jens Vogt (31). Sie jammern. Klagen. Tragen hautenge Kostüme. Haut. Dann werden sie herausgeholt, nacheinander, bekommen den Kopf geschoren. Tatsächlich, nicht nur symbolisch. Der schöne Zopf von Gerda Dunkel ist für den Verein Haarfee bestimmt, der bedürftigen Kindern Echthaarperücken spendet. Leder gleich Haut, Fell gleich Haare – das will Ariwa demonstrieren.

Tierrechtler zeigen am Kröpcke eine Performance gegen die Verwendung von Pelz und Leder.

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Aus Lautsprechern schrillen die Schmerzenslaute von Angora-Kaninchen, die bei lebendigem Leibe gerupft werden. Schließlich werden die beiden Performancekünstler auf einen Tisch geworfen. Maskierte Gestalten ziehen ihnen mithilfe von (Gummi-)Messern die Haut ab, darunter erscheinen Knochen und rohes Fleisch. Zum Glück ist alles nur Kostüm.

„Das ist doch krank“, murmelt ein Mann in der Menge. Was oder wen er meint, bleibt offen. „Wir haben dieses Jahr schon etliche Aktionstage in Hannover veranstaltet“, erklärt Ariwa-Mitarbeiter Manuel Wetzig: für die Schließung aller Schlachthäuser etwa oder vegane Ernährung. Am Sonnabend prangern die überwiegend jungen Leute das Leiden der Tiere in Pelztierfarmen an. Das grausame Häuten von Rindern, Alligatoren oder Schlangen in der Dritten Welt. Und die Praktiken einer lederverarbeitenden Industrie in Asien, die zahlreiche Arbeiter die Gesundheit kostet und die Umwelt vergiftet.

Ob die Tierrechtler mit ihrem verstörenden Stück bei einem der Zuschauer am Kröpcke etwas angestoßen haben? Ein Umdenken, keine Lederschuhe mehr zu tragen oder kein Fleisch mehr zu essen? Wissen kann das niemand. 

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