Die Demonstranten seien durch die Innenstadt bis vor das Neue Rathaus gezogen, sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage. Die Aktion trug das Motto „Menschen, Umwelt und Tiere schützen - Versuchslabore zur Förderung der Massentierhaltung abschaffen - Boehringer Ingelheim stoppen“. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
Der Pharmakonzern will in der Nachbarschaft der Tierärztlichen Hochschule Hannover ein Forschungszentrum mit Platz für 1000 Schweine bauen. Die Hochschule begrüßt die Pläne. Anwohner befürchten jedoch Gefahren durch genmanipulierte Viren, mit denen in den Laboren experimentiert werden soll.
Mehr als 20 Aktivisten aus der Tierschutz-Szene hatten das Gelände im Sommer mehrere Wochen lang besetzt. Die Polizei räumte das Grundstück im Juli und nach erneuter Besetzung abermals im August. Seitdem ist das Gelände umzäunt.
ddp
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Kommentare
Viren aus Hannover - frei Haus- MIchael Obentraut – 10.11.09
Das ist wohl so nicht ganz richtig. Die Region wird dasGutachten nicht ignorieren können, das wäre fahrlässig
und daher unverantwortlich, da hier der Fachbereich für
Gesundheit zuständig ist. Dagegen kann die Region
aber von dem Verfahrensträger bzw. über die Stadt Hannover
selbst ein unabhängiges Gutachten anfordern, wenn Bedenken
bestehen sollten. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn
dies ist der eigentliche Verfahrenverlauf. Bis dahin gilt das
vorliegende Gutachten uneingeschränkt und ist maßgeblich.
Ein gerichtliches Gutachten wird erst im Normenkontrollverfahren
vor dem Verwaltungsgericht nötig, wenn von einem
Betroffenen ( Bürger, Anwohner etc.) geklagt wird und zwei
gegensätzliche Parteigutachten vorliegen. Das ist möglich und
sogar wahrscheinlich. Dem Vernehmen nach ist die Bürgerinitiative
darauf bereits vorbereitet und hat ein namhaftes Anwaltsbüro
konsultiert und Kläger gefunden, die unterstützt werden.
Zur Zeit hat der Fachbereich für Gesundheit in der Region die
Verantwortung, wie auch über die Entscheidung der Zulässigtkeit
der geplanten Tierseuchenställe im Stadtgebiet. Es dürfte
nicht unbedingt bei der Bevölkerung auf Verständnis stossen,
einen kommerziellen Betrieb zuzulassen, der mit H1N1/09-Viren
an ca. 4000 Schweinen experimentiert und dabei die verseuchte
Abluft aus den Ställen unzureichend gefiltert in die Atemluft des
Wohngebietes in 35 Meter Entfernung bläst. Nach dem Gutachten
ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 9 Kilometern erforderlich.
Das ist in dem Plangebiet innerhalb der Stadt Hannover nicht
durchführbar- anderswo -mit dem nötigen Abstand- allerding schon.
Die Forschung wird dadurch keineswegs behindert.
@ Obentraut Hans Meiser – 09.11.09
"...die Region wird sich diesem Ergebnis anschliessen müssen."Niemand muss müssen :-)
Die Region wird es entweder ignorieren oder auf einen Gerichtsgutachter im Verwaltungsgerichtsverfahren setzen.
Tierseuchenställe sind in der Stadt nicht möglich Michael Obentraut – 09.11.09
Es geht hier nicht um die Produktion von Impfstoffen für diekomplikationsfreie Massentierhaltung, sondern um die Gefährdung
der Anwohner durch die geplanten Tierseuchenställe in der Stadt
und die extrem schädlichen Auswirkungen für die Umwelt.
Diese sind nun erstmals durch ein seriöses Gutachten einwandfrei
und nachprüfbar bestätigt worden. Ein solches Gutachten hätte
eigentlich von der Stadt vom zukünftigen Betreiber der Anlage
angefordet werden müssen; das ist nicht geschehen. Deshalb
haben die Bürger selbst dafür gesorgt, dass die Verfahrensregeln
eingehalten werden. Dieses Gutachten liegt nun der Region vor.
Bei ihrer Abwägung über die Zulässigkeit der geplanten Anlage
hat das Gutachten des vereidigten Sachverständigen eine
entscheidende Bedeutung.
Das Gutachten ist in allen fraglichen Punkten negativ ausgefallen;
die Region wird sich diesem Ergebnis anschliessen müssen.
Die Anlage kann nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft
und Technik nicht an dieser Stelle gebaut werden.
Maria Dr. med. vet. Schulze – 09.11.09
Soll also im Umkehrschluss gelten, dass es in der Schweiz keine Impfstoffe braucht? Falsch! Auch dort werden die Tiere gegen bestimmte ansteckende Krankheiten geimpft und auch diese Impfstoffe sollen verbessert werden. Was also soll diese Einseitigkeit gegen Massentierhaltung? Einäugig? Hier entscheidet der Staat nicht, wie eine Landwirtschaft/Tierhaltung betrieben werden darf.Tierversuchslabor von Boehringer Maria – 09.11.09
Es ist schon absurd: Da soll ein Tierversuchslabor gebaut, um neue Impfstoffe zu finden, damit die Tiere immun sind gegen Krankheiten, die durch qualvolle Massentierhaltung entstehen. Anstatt nun einfach auf die konventionelle Massentierhaltung zu verzichten und den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Mal ein Blick über den Zaun werden: Die Schweiz kennt die Probleme mit den typischen durch Massentierhaltung hervorgerufenen Krankheiten nicht, denn dort ist Massentierhaltung verboten.