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Tisch fällt spielendem Kind aufs Gesicht

Unfall im Zoo Tisch fällt spielendem Kind aufs Gesicht

Unfall an der Yukon Bay: Ein knapp drei Jahre altes Mädchen hängt sich an einen Tisch, der fällt um und verletzt das Kind am Kopf. Die Mutter fordert vom Zoo Hannover 1000 Euro Schmerzensgeld, doch der Richter macht ihr wenig Hoffnung.

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An solch einen Tisch – hier an einen anderen geschoben – hängte sich das Kleinkind.

Quelle: Zgoll/M

Hannover. Muss der Zoo Hannover haften, weil dort einem knapp drei Jahre alten Mädchen beim Spielen ein Tisch auf den Kopf gefallen ist? Oder hat die Mutter ihre Aufsichtspflicht verletzt, weil sie ihr Kind einen Moment aus den Augen ließ? Diese Fragestellung beschäftigt seit Montag das Amtsgericht. 

Die hölzerne Tischplatte hatte dem Mädchen eine tiefe Riss-Quetsch-Wunde über der Nase zugefügt, die stark blutete und später in der Kinderklinik Auf der Bult - unter Vollnarkose - mit vier Stichen genäht werden musste. Nun hat die junge Mutter den Zoo verklagt, fordert 1000 Euro Schmerzensgeld und eine Erstattung möglicher Kosten, die bei einer Folge-OP zur Narbenbeseitigung entstehen könnten. Richter Albrecht von Bitter gab in der Verhandlung allerdings klare Hinweise, dass die Klage scheitern dürfte.

Die Mutter machte vergangenen September mit einer Freundin, deren Kind und ihrer eigenen Tochter anlässlich eines Zoobesuchs Stopp in der Yukon Market Hall. Wie die Hildesheimerin am Montag schilderte, saß sie mit ihrer Bekannten an einem Tisch; die Kinder spielten in unmittelbarer Nähe, im Blickfeld der Freundin. Doch plötzlich hängte sich das zwei Jahre und zehn Monate alte Kind der Klägerin an einen der herumstehenden quadratischen Holztische, die auf einem Bein mit vier gusseisernen Füßen ruhen. Ehe die beiden Frauen reagieren konnten, hatte das Mädchen den Tisch bereits in Schräglage gebracht, die Platte fiel ihm ins Gesicht.

Sie habe ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, erklärte die Mutter vor Gericht. Die Kinder hätten zwar hinter ihrem Rücken gespielt, seien jedoch von der Freundin beobachtet worden. Der Unfall sei eine „Momentaufnahme“ gewesen, der Tisch sei gleich beim ersten „Dranhängen“ umgekippt. „So schnell konnte niemand eingreifen“, sagte die Mutter. Solch ein Möbel in einem Restaurant sei „unverantwortlich“, darum müsse der Tierpark für den Schaden geradestehen.

Zoo-Anwalt Uwe Leiss wies darauf hin, dass es seit dem Aufstellen dieser Tische und Stühle im Jahr 2010 noch nie zu einem Unfall in der Yukon Market Hall gekommen sei. Zu verlangen, die Tische wie bei Kreuzfahrtschiffen am Boden zu fixieren, gehe weit über das zumutbare Maß hinaus. Keinesfalls habe der Zoo seine Verkehrssicherungspflicht verletzt, allerdings habe das Kind an dem Tisch „geturnt“ und die Mutter dabei nicht Obacht gegeben.

Der Amtsrichter teilt offenkundig die Einschätzung des Zoos; in zehn Tagen wird er das endgültige Urteil verkünden. Die Mutter habe ihre Aufsichtspflicht „massiv verletzt“, erklärte von Bitter am Montag. Ein Gastronomiebetrieb sei kein Kinderspielplatz, dort dürfe man seine Sprösslinge keinen Moment unbeaufsichtigt lassen. Von Bitter wies auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs hin, nach dem Kinder erst ab einem Alter von vier Jahren ohne permanente Überwachung im Freien spielen dürfen.

Die Narbe der Dreijährigen ist inzwischen verblasst. Und unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits machte Anwalt Leiss Mutter und Kind wegen des „bedauerlichen Unfalls“ ein Angebot: Man lade die beiden zu einem neuerlichen Zoobesuch ein - dieses Mal gratis.

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