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Aus der Stadt Tochter tanzt im Karnevalsverein - Mutter fordert mehr Unterhalt
Hannover Aus der Stadt Tochter tanzt im Karnevalsverein - Mutter fordert mehr Unterhalt
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00:17 04.03.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: Symbolbild
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Hannover

Erst jüngst war in einem Kölner TV-Tatort zu sehen, dass es in der Welt der Karnevalisten nicht immer feucht-fröhlich zugeht, dass Tanzmariechen gelegentlich auch ungesunden Ehrgeiz und derbe Eifersüchteleien beherrschen. Nun hat das närrische Treiben sogar das hannoversche Amtsgericht erfasst. Familienrichter Lars Busch entschied den Streit eines geschiedenen Elternpaars um Unterhaltszahlungen, der eng mit dem anspruchsvollen Tun vieler Tanzgarden verknüpft ist.

Mutter unterstützt bei Training

Eine Mutter sah sich außerstande, ihren Teilzeitjob auf Vollzeit aufzustocken und forderte von ihrem Ex-Mann 525 Euro Unterhalt. Die Begründung: Sie müsse ihre zehnjährige Tochter so oft zum Tanztraining eines hannoverschen Karnevalsvereins bringen und so häufig an Wochenenden zu Veranstaltungen begleiten, dass es ihr unmöglich sei, mehr als die bislang zu Buche stehenden 33 Wochenstunden als kaufmännische Angestellte zu arbeiten. Doch Familienrichter Busch mochte bei dieser Posse nicht mitziehen. „Auch die Freizeitgestaltung eines Kindes“, urteilte er, „hat sich an den zeitlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Eltern zu orientieren.“

Heißt: Entweder kommt die 39-Jährige mit ihrem bisherigen Verdienst zurecht, oder sie stockt auf 40 Wochenstunden auf - und kann ihrer Tochter nicht mehr in gleichem Umfang wie bisher unter die Arme greifen.

Die Zehnjährige ist den Narren schon seit ihrem vierten Lebensjahr zugetan, hat es in der Welt der uniformierten Tänzerinnen schon zu einiger Meisterschaft gebracht. Doch das hat seinen Preis. Viermal die Woche, so die Mutter, bringe sie ihre Tochter zum Vereinstraining, viermal die Woche stehe sie ihrer Prinzessin jeweils drei Stunden zur Seite, um deren akrobatische Übungen zu perfektionieren.

Vater bietet Hilfe an

Unter Berücksichtigung der sportlichen Aktivitäten ihres Kindes, so die 39-Jährige, sei sie nicht imstande und verpflichtet, einer Vollzeittätigkeit nachzugehen. Und darum müsse ihr Mann Betreuungsunterhalt zahlen.

Für den Vater, einen 41-jährigen Arbeiter, sind die Forderungen seiner Ex eher eine Luftnummer. Sie könne die Tochter doch für längere Zeiten als bisher im Hort belassen und in dieser Zeit einem Broterwerb nachgehen, erklärte er. Zudem biete er an, die eine oder andere Fahrt zu den Karnevalisten selbst zu übernehmen, ja sogar für eine Betreuung der tanzenden Tochter vor Ort stehe er bereit.

Wie viel Tanz muss sein?

Der Richter bezeichnete das ausufernde Tanzen der Zehnjährigen als „fast schon semiprofessionell betriebenes Hobby“, welches das Maß der üblichen Freizeitgestaltung eines Kindes dieses Alters deutlich überschreite.

Doch sah Busch nicht allzu schwarz, sollte das Mädchen aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeiten mütterlicherseits weniger trainieren können als bisher: Das werde seine Entfaltungsmöglichkeiten im musischen und sportlichen Bereich nicht nachhaltig einschränken.

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