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Mord im Steintor

Todesschütze Holger B. ist zurück in Hannover

Von Vivien-Marie Drews

Die spanischen Behörden haben den mutmaßlichen hannoverschen Doppelmörder Holger B. nach Deutschland ausgeliefert. Zwei Ermittler der Polizeidirektion Hannover und ein Beamter des Landeskriminalamts begleiteten den 42-Jährigen am Donnerstag von Madrid nach Hannover. Dort landete B. nach einem Zwischenstopp in Frankfurt gegen 19.15 Uhr mit einer Linienmaschine.
Mit einem Gefangenentransporter verlässt Holger B. am Freitag das Amtsgericht.

Mit einem Gefangenentransporter verlässt Holger B. am Freitag das Amtsgericht.

© Tim Schaarschmidt

Holger B. wird vorgeworfen am Morgen des 5. Juli die beiden Italiener Francesco S. und Giuseppe L. mit insgesamt drei Kopfschüssen in der Bar „Columbus“ in der Münzstraße am Steintor regelrecht hingerichtet zu haben. Der Tat war ein Streit über die Zahl der italienischen Fußball-Weltmeisterschaftstitel vorausgegangen. Nach den Schüssen auf die beiden 47- und 49-jährigen Männer setzte B. sich noch am gleichen Nachmittag nach Mallorca ab. Dort lebt sein Stiefvater Paul E. Einen Tag später stellte der Todesschütze sich den spanischen Behörden und stimmte kurz darauf seiner Auslieferung nach Deutschland zu.

Am Freitag wurde Holger B. im Amtsgericht Hannover einem Haftrichter vorgeführt. „Er hat gesagt, er habe an dem Tag Medikamente und Alkohol zu sich genommen und könne sich nur schemenhaft an die Tat erinnern“, sagte Gerichtssprecher Michael Siegfried. Einen Pflichtverteidiger habe Holger B. nicht bestimmen wollen. „Er hat darum gebeten, das Gericht möge einen rechtlichen Beistand für ihn auswählen“, sagte Siegfried. Das soll bereits geschehen sein. Wer genau die Verteidigung des 42-Jährigen übernehmen wird, wurde am Freitag aber nicht mehr bekannt.

Nach dem Termin beim Haftrichter brachte ein Gefangenentransport den mutmaßlichen Doppelmörder in eine Justizvollzugsanstalt. „Wo genau er untergebracht ist, möchten wir nicht bekannt geben“, sagte Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Dem Vernehmen nach befürchten Polizei und Staatsanwaltschaft, Personen aus dem Umfeld der Getöteten könnten nach Vergeltung streben. „Derzeit liegen uns keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Verdächtigen vor“, sagte Silinger. Damit das so bleibe, solle der Aufenthaltsort des mutmaßlichen Doppelmörders nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Ein vorläufiges Gutachten soll in den kommenden Tagen klären, ob Holger B. überhaupt als schuldfähig eingestuft werden kann – und ob er somit in einer JVA oder aber besser in einer geschlossenen Klinik untergebracht werden muss. Holger B. soll unter einer psychischen Erkrankung leiden. Nach seiner Festnahme in Spanien wurde er im Gefängnis von Palma de Mallorca auf der Krankenstation behandelt.
Die Angehörigen der getöteten Italiener haben sich inzwischen entschieden, als Nebenkläger in dem Prozess aufzutreten. Sie werden von den hannoverschen Rechtsanwälten Tanja Brettschneider und Bastian Quilitz vertreten. „Wir beabsichtigen, ein Nebenklageverfahren zu beantragen“, sagte Quilitz im Gespräch mit der HAZ. Ziel sei es, den Prozess aus nächster Nähe zu verfolgen und insbesondere hinsichtlich der Frage der Schuldfähigkeit von Holger B. Einfluss zu nehmen. „Sie wird im Zentrum des Verfahrens stehen“, sagte Quilitz.

Opfer Giuseppe L. arbeitete im Restaurant „Mamma Raffaele“ in Linden als Koch. Dort hängt auch knapp drei Wochen nach der Tat ein Schild im Fenster: „Wegen eines Trauerfalls bleibt das Restaurant in den kommenden Tagen geschlossen.“

Der Artikel wurde aktualisiert.

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  • @Horst paulchen – 24.07.10
    und gesteuert wurde das Ganze von CIA unter Mitwirkung vom KGB. Ehemalige DDR-Agenten von Markus Wolf waren auch noch verstrickt.
    Hi, merken sie eigentlich welchen Unsinn sie da labern!
  • Verstrickungen Horst – 24.07.10
    Wann berichtet Ihr eigentlich endlich über die Verstrickungen der Opfer zur Mafia und die Beziehung von Holger B. mit Frank Hanebuth? Ist es nicht so, dass der Ober-Mafioso dem Hells Angels Boss mit Vergeltung für diese Tat gedroht hat?
  • Na und? ExPräsident – 23.07.10
    Kann der Mann endlich seine Strafe antreten - (vor)verurteilt ist er hier ja bereits worden.

  • Kommentare zipp – 23.07.10
    bei manchem Kommentar frage ich mich, warum der Verfasser überhaupt die HAZ-online liest, wenn er sich doch sowieso über den Stil der Berichterstattung aufregt. Keiner zuhause zum streiten?
  • Kommentare zipp – 23.07.10
    bei manchen Kommentaren frage ich mich, warum die Verfasser die HAZ-online überhaupt lesen, wenn sie sich doch sowieso über die Berichterstattung aufregen. Keiner zuhause, mit dem man streiten kann?
  • Kolportagejournalismus Grantler – 23.07.10
    Das Bild und weite Teile des Textes sind äußerst sensationslüstern.

    "Mord im Sterintor", bei dem Artikel vorher: "Steintormord"; regelrecht hingerichtet";...

    Das Foto mit der dominierenden Fartbe rot assoziert ein imaginäres Blutbad.

    Boulevard- bzw. Kolportagestil, außerdem eine Information ohne jeglichen Nutzen.
  • Fehler korrigiert Inka Burow / HAZ.de – 23.07.10
    Danke für den Hinweis. Die Tat passierte in den Morgenstunden des 5. Juli. Der Fehler ist korrigiert.
  • 4. Juli ph – 23.07.10
    War es wirklich der 4. Juli?

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