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Unglück

Tödlicher Unfall bei der Polizei


Innerhalb von nur drei Tagen hat sich bei der Polizei erneut ein tragisches Unglück mit einer Dienstwaffe ereignet. Beim Reinigen seiner Pistole vom Typ P 2000 erschoss sich ein Beamter am Freitagnachmittag auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) in der Tannenbergallee.
Auch der Notarzt konnte nicht mehr helfen: In den Räumen der Zentralen Polizeidirektion in der Tannenbergallee löste sich der tödliche Schuss.

Auch der Notarzt konnte nicht mehr helfen: In den Räumen der Zentralen Polizeidirektion in der Tannenbergallee löste sich der tödliche Schuss.

© Elsner

Erst am Dienstag hatte sich ein 57-jähriger Beamter in Wunstorf beim Einstecken seiner Waffe in den Schulterholster in den Oberkörper geschossen.

Im jüngsten Fall hatte sich der Polizeioberkommissar gestern gegen 15.20 Uhr in sein Büro zurückgezogen. Dort begann er, die Dienstwaffe auseinanderzubauen, um sie anschließend reinigen zu können. Aus bisher ungeklärter Ursache löste sich dabei ein Schuss. Eine Kollegin, die einen lauten Knall wahrgenommen hatte, fand ihren Kollegen leblos in dem Raum. Die Kugel hatte den 56-Jährigen in den Oberkörper getroffen und dabei tödlich verletzt.

Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeidirektion Hannover soll jetzt die genauen Todesumstände klären. Bislang gehen die Ermittler von einem Unglücksfall aus. „Uns liegen keine Hinweise auf Fremdverschulden oder Suizid vor“, sagte ein Behördensprecher. Grundsätzlich ist es Polizeibeamten gestattet, ihre Waffen in den Diensträumen zu reinigen, sofern sie dabei die geltenden Sicherheitsbestimmungen beachten. Dazu gehört unter anderem, dass sich im Lauf der Waffe keine Kugel mehr befinden darf.

Die P 2000 vom Hersteller Heckler & Koch wird seit dem Jahr 2002 in Hannovers Polizeidienststellen eingesetzt. Sie verfügt, anders als die Vorgängermodelle, nicht mehr über eine mechanische Sicherung und ist daher schneller einsatzbereit als die alten Dienstwaffen. Nach HAZ-Informationen ist die Waffe unter den Beamten umstritten. Einige von ihnen bemängeln die fehlende Sicherung. „Wenn man eine Waffe haben will, die relativ schnell einsatzbereit ist, bringt das auch gewisse Risiken mit sich“, sagte Matthias Karsch, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Hannover. „Mir wird immer berichtet, die P 2000 sei die beste Waffe, die wir bisher hatten“, teilte Bernhard Witthaut, der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen, mit.

Erst am Dienstag hatte sich ein 57-jähriger Polizist mit seiner Dienstwaffe angeschossen. Der Beamte befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Auch in diesem Fall geht die Polizei von einem Unglück aus. Der Oberkommissar hatte seine Waffe auf der Dienststelle in Wunstorf aus dem Schrank genommen, um sich auf einen Einsatz vorzubereiten. Dafür ging er mit der Pistole in die sogenannte Ladeecke. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Dienstwaffen nur in dieser mit Sand gefüllten Kiste einsatzbereit gemacht werden. Der 57-Jährige lud die P 2000 ordnungsgemäß einmal durch und steckte sie in seinen Schulterholster. Dabei löste sich ein Schuss. Unklar ist weiterhin, ob der Beamte mit dem Finger an den Abzug gekommen ist, oder ob dieser beim Einstecken in das Holster an einem Widerstand hängen blieb.

vmd/tm

Waffe ohne mechanische Sicherung

Hannovers Polizisten benutzen seit dem Jahr 2002 eine P 2000 vom Hersteller Heckler & Koch aus Oberndorf. Sie ist wesentlich größer und leichter als das Vorgängermodell P 7 gleichen Fabrikats. Außerdem ist die P 2000 mit ihren 13 Schuss pro Magazin deutlich leistungsfähiger als die P 7 mit lediglich acht Schuss. Die Waffe verfügt über keine mechanische Sicherung. Statt der sogenannten Handballensicherung der alten Dienstwaffe, bei der mindestens drei Finger kräftig am Pistolengriff anliegen mussten, damit die Waffe abgefeuert werden konnte, hat das neue Modell einen verlängerten Durchzug und einen späten Abzugspunkt. Das bedeutet, der Abzug lässt sich zunächst sehr leicht und sehr weit mit dem Finger nach hinten bewegen. Dann verhindert zunächst ein Widerstand das Abfeuern der Waffe. Der Schütze muss dann im Vergleich zum alten Modell sehr viel mehr Kraft aufwenden, um den Abzug bis zum Ende durchziehen zu können und so einen Schuss abzugeben.

tm

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