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Hannoveraner will das perfekte Tofu herstellen

Produktion in Neustadt Hannoveraner will das perfekte Tofu herstellen

Trung Hiep Tran hat früher für Computerspiele geworben. Weil sein Sohn einen Babybrei mit Pute nicht vertrug, beschäftigte er sich mit fleischlosen Alternativen - und nennt sich nun selbst den "Tofupapst". Seine Firma Soja Time beliefert Kantinen, Messen und Co in Hannover mit Tofu.

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Der Tofupapst Hannovers Trung Hiep Tran (im Bild) versorgt norddeutsche Kantinen (Rathaus, Bahlsen, Madsack, Airport, Uni) & Messen (Pferd & Jagd, Infa...) mit Tofu und sitzt im Beirat des Fraunhofer-Instituts.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Als Unternehmensberater flog Trung Hiep Tran um die Jahrtausendwende regelmäßig um die Welt. Er warb für Computerspiele und Spielekonsolen und verbrachte die meiste Zeit in Restaurants und Hotels. Dann lernte er seine Frau in Hannover kennen, wurde Vater und ein Babybrei sollte sein Leben grundsätzlich verändern. „Mein Sohn vertrug den Brei mit Putenanteil überhaupt nicht und so suchte ich nach fleischlosen Alternativen.“

Tofuprodukte statt Computerspiele

Tran ließ die Computerspiele sein und beschäftigte sich mit Tofuprodukten, las sich in Produktionsweisen ein und flog nach Taiwan und China, um unterschiedliche Herstellungsmethoden kennenzulernen. „Ich investierte mein Geld, um Tofu zu entwickeln, der schnittfest genug für die Pfanne ist, aber auch als eine Art Eierstich schmeckt.“ Aus dem Hobby wurde ein Beruf. Fünf Jahre forschte er an einem Tofubasisprodukt. 2004 gründete er in Neustadt seine Firma Soja Time. Heute nennt er sich selbst Tofupapst und muss dabei lachen.

Trans Firma beliefert mittlerweile die Kantinen des Flughafens, des Neuen Rathaus, der Madsack Mediengruppe und Bahlsen. Hat Tran zu Beginn noch Freunde zur Blindverkostung eingeladen, sitzt er heute im Beirat des Fraunhofer-Instituts und sucht den perfekten Biss. „Nach der ersten Veggi-Welle wollten viele Unternehmen vegane und vegetarische Speisen anbieten. Viele haben gemogelt. So verkaufen die Leute heute manchmal ernsthaft vegane Pilzpfanne. Sie sollten den Verbraucher nicht für dumm verkaufen“, sagt Tran.

Niedersächsische Sojabohne frei von Gentechnik

Schon seit Jahren setzt er auf eine Sojabohne aus Niedersachsen frei von Gentechnik. Sein Tofu enthält keine Geschmacksverstärker und kommt ohne Hefe aus. „Bei der vegetarischen Philosophie geht es auch darum, den Körper zu reinigen“, sagt der 40-Jährige. Auch Seitan ist für ihn kein ideales Lebensmittel der Zukunft. „Das ist reines Weizeneiweiß, man verdaut es zu lange, wird dick und müde.“ Er forscht darum weiter am Tofu mit perfekter Konsistenz.

Der Markt dafür ist lukrativ. Seit Jahren nimmt der Anteil der Vegetarier und Veganer in der Bevölkerung zu. Laut dem Branchenreport Vegetarisch & Vegan des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln stieg in den vergangenen fünf Jahren der Umsatz am stärksten in den Warengruppen vegetarische und vegane Fleisch- und Milchalternativen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag in diesem Fall bei fast 17 Prozent. Auch darum setzt ein klassischer Wurst- und Schinkenhersteller wie Rügenwalder Mühle vermutlich derzeit auf vegetarische Angebote.

Auf Messen unterwegs

Tran präsentierte sein Tofufleisch auf der Infa-Messe, setzte bei der „Pferd und Jagd“ sogar Jägern seine Produkte vor und verteilte dazu Bio-Bier, Bio-Säfte von Voelkel und kompostierbares Besteck aus Bioplastik. „Es gab Schlangen“, erinnert sich Tran. Sein Unternehmen schickt Food Trucks auch zu Musikfestivals. In diesem Jahr ist er erstmalig beim „Hurricane“ in Scheeßel dabei und versorgt 70 000 Gäste. Auch beim Maimarkt Mannheim ist er vertreten und präsentiert bei Deutschlands größter Regionalmesse eine „Grüne Oase“. Es fehlt nur noch ein eigenes Restaurant in Hannover. „Dafür brauche ich noch etwas Zeit“, sagt Tran.

Bis dahin freut er sich über mehr Menschen, die sich mit Ernährung bewusst beschäftigen. „Essen ist Meditation“, sagt er. Und Gesundheit darf auch schmecken.

Jan Sedelies

So entsteht Tofu

Tofu wird aus Sojabohnen hergestellt. Sie quellen zunächst in Wasser auf. Dann werden die Sojabohnen gemahlen und ausgepresst. Es entstehen die flüssige Sojamilch und das Sojaschrot. Die Milch wird gekocht, dann mit Gerinnungsmitteln (Nigari oder Zitronensäure) versetzt. Der Tofu wird erneut ausgepresst und gefiltert. Die Tofublöcke eignen sich zur weiteren Verarbeitung.

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