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Aus der Stadt Tote Sophia: Freibad-Betreiber legt Berufung ein
Hannover Aus der Stadt Tote Sophia: Freibad-Betreiber legt Berufung ein
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00:46 16.06.2018
Jürgen G., Geschäftsführer des Freibads Arnum, hat Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelegt. Dieses hatte ihn nach dem Tod der zweijährigen Sophia zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover/Hemmingen

Sowohl Jürgen G., Geschäftsführer des Freibads Arnum, als auch die Staatsanwaltschaft Hannover haben Berufung gegen das Urteil wegen fahrlässiger Tötung eingelegt. Das bestätigt Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf HAZ-Anfrage. Das Amtsgericht hatte G. Anfang Juni zu sechs Monaten auf Bewährung sowie 10 000 Euro Schmerzensgeld verurteilt, weil G. Schuld haben sollte am Tod der zweijährigen Sophia. Das Mädchen war im Sommer 2016 in einen offenen Schacht gefallen und dort ertrunken. Die Amtsrichterin sah es als erwiesen an, dass G. als Badbetreiber nicht die nötige Sorgfaltspflicht walten ließ.

Nun muss sich das Landgericht mit dem Fall beschäftigen. „Wir hatten unsererseits ein höheres Strafmaß gefordert“, begründet Oberstaatsanwalt Klinge die Berufung. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwältin eine achtmonatige Bewährungsstrafe gefordert, diesem Antrag schlossen sich Sophias Eltern als Nebenkläger an. G.s Verteidiger setzte sich für einen Freispruch ein. Es sei nicht abschließend klar, ob der Schacht von Anfang an offen stand. Genauso gut hätte er erst während der Suche nach der Zweijährigen geöffnet worden sein können und Sophia fiel danach hinein. Anwalt Christian Steding bestritt daher eine Pflichtverletzung seines Mandanten.

Direkt nach dem Urteil hatte Jürgen G. mitgeteilt, die Leitung der Gemeinnützigen Hemminger Bäder GmbH wieder an die Stadt Hemmingen zurückzugeben. Dazu gehören das Freibad Arnum und das Strandbad in Hemmingen-Westerfeld. Wann der Betrieb abgegeben werden soll, steht aber noch nicht fest. Laut Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht sei die Übergabe angesichts der besonderen Umstände zum Saisonende denkbar. Unklar sei zudem, ob und wie die Bäder weitergeführt werden könnten. Auch die Schließung stelle eine Option dar.

Von Peer Hellerling

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