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Trauerfeier in Hannover für gefallene Soldaten

Gottesdienst Trauerfeier in Hannover für gefallene Soldaten

Rund 450 Trauergäste haben sich am Freitag in der Epiphaniaskirche in Hannover versammelt, um von drei in Afghanistan gefallenen Soldaten Abschied zu nehmen. Neben Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sprach auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière.

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Bei einem Trauergottesdienst wurde am Freitag in Hannover der getöteten Soldaten gedacht.

Quelle: dpa

Es war ein schwerer Gang - für die Familien der Gefallenen, aber auch für ihren obersten Dienstherrn. Der Schock über die tödlichen Sprengstoffattacken auf drei Bundeswehr-Soldaten in der vergangenen Woche saß noch tief, da hatte die Truppe bereits eine weitere Schreckensmeldung aus Afghanistan zu verkraften.

Nachdem die Angehörigen und Freunde der 31, 33 und 43 Jahre alt gewordenen Soldaten am Freitag in der Epiphaniuskirche in Hannover vor den Särgen Platz genommen hatten, rang auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) um die richtigen Worte. „Was geschehen ist, trifft uns tief ins Herz“, sagte der sonst so beherrscht wirkende Politiker mit teils brüchiger Stimme. De Maizières erster Gedenkgottesdienst seit seiner Vereidigung zum Bundeswehr-Chef Anfang März war eine doppelt traurige Premiere.

Die Särge, auf denen Helme liegen, stehen am Freitag in der Epiphaniaskirche in Hannover vor der Trauerfeier für drei in Afghanistan getötete Bundeswehrsoldaten. Mit der Trauerfeier will die Bundeswehr von den Soldaten Abschied nehmen, die in der vergangenen Woche bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben kamen. Aus Rücksichtsnahme entstanden die Bilder etwa eine Stunde vor dem Gottesdienst.

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Denn die Nachricht vom Tod eines weiteren deutschen Soldaten am Donnerstag in der afghanischen Provinz Baghlan legte sich wie ein bleierner Schatten über die ohnehin bedrückende Atomsphäre der Feier. Dabei waren die Attentate der vorigen Woche schon tragisch genug. Die Bluttaten hätten die Ohnmacht vieler Soldaten noch verstärkt, sagte der katholische Militärseelsorger Hartmut Gremler bei der ökumenischen Andacht. Auch sein evangelischer Kollege Armin Wenzel versuchte, Trost zu spenden: „Ihr Leben wurde abgeschnitten wie ein Faden. Aber es ist gleichzeitig eine große Dankbarkeit zu spüren.“

Rund 450 Kollegen, Verwandte und Freunde waren in die Kirche geströmt. Kameraden in Uniform verharrten vor den mit Fahnen umhüllten Särgen, ehe sie sich mit versteinerten Gesichtern setzten. Draußen säumten weitere Menschen die Straßen und Balkons rund um das Gotteshaus. Vor einer Videoleinwand, auf der die Feier übertragen wurde, versammelten sich etwa 500 Hannoveraner zum Gedenken. Sie hielten inne, als de Maizière aus dem Leben der Getöteten berichtete.

„Unser Einsatz in Afghanistan fordert einen hohen Preis“, räumte der Minister ein. „Doch er ist nicht vergebens.“ Bei einem Anschlag in Kundus hatte am Mittwoch voriger Woche zunächst der im hessischen Stadtallendorf stationierte 33-jährige Hauptmann sein Leben gelassen - nur drei Tage vor seinem 34. Geburtstag. Am Samstag riss eine weitere Sprengstoffattacke im nordafghanischen Talokan den 31 Jahre alten Hauptfeldwebel aus Hannover und den 43-jährigen Major aus dem rheinland-pfälzischen Kastellaun in den Tod. Letzterer war der engste Mitarbeiter des Isaf-Generals Markus Kneip (55), der bei dem Attentat schwer verletzt wurde.

De Maizière hält Afghanistan-Strategie für richtig

Die Strategie in Afghanistan bleibe - trotz aller Rückschläge - insgesamt richtig, betonte de Maizière. Der Anschlag vom Samstag sei ebenso wie die anderen Attacken hinterhältig und feige gewesen: „Sein Ziel war es, Vertrauen zu zerstören. Das hat er verfehlt. Vertrauen kann und darf nicht erfolgreich weggesprengt werden.“

Als drittgrößter Truppensteller will die Bundeswehr möglichst noch in diesem Jahr ihre ersten Soldaten vom Hindukusch abziehen - im Juli wollen die Amerikaner den Anfang machen. Für die Gefallen dieser und der vergangenen Woche kommen die Rückzugspläne indes zu spät. Die Frage nach dem Warum könne er den Familien nicht beantworten, gab de Maizière zu. Eines sei für ihn mit Blick auf die Taliban jedoch klar:
„Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben.“

Anstelle letzter Worte blieb in Hannover vor allem ein letztes Bild im Gedächtnis: Als fast alle Gäste die Kirche schon verlassen hatten, drehte sich ein uniformierter Kamerad noch einmal um und betrachtete die grau unterlegten Porträts der Gefallenen. „Zweifel an einem solchen Einsatz sind erlaubt - gerade in solchen Tagen“, hatte de Maizière gesagt. „Aber solche Zweifel müssen überwunden werden, wenn wir vom Ziel insgesamt überzeugt sind. Und das sind wir.“

dpa

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