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Aus der Stadt Traumazentrum betreut 500 Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Traumazentrum betreut 500 Flüchtlinge
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00:15 18.10.2015
Von Gunnar Menkens
Im Psychosozialen Zentrum helfen die Mitarbeiterinnen traumatisierten Flüchtlingen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Sehr viele Menschen waren in die Räume des Psychosozialen Zentrums für traumatisierte Flüchtlinge gekommen und hörten dramatische Worte. „Die Situation ist gerade sehr extrem, wir haben zu wenig Zeit, uns um einzelne Flüchtlinge zu kümmern“, sagte ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Regionsdezernent Erwin Jordan bedauerte, dass oft „stärkere Debatten darüber geführt werden, wie wir Flüchtlinge loswerden, statt ihnen zu helfen“.

Es sind Sätze aus dem September 2014. Die Hilfseinrichtung an der Marienstraße wurde eben eröffnet, Hunderte Flüchtlinge lebten bereits in Hannover. Die Verhältnisse, die manchen schon damals extrem erschienen, haben sich bis heute noch einmal dramatisiert. Die Zahl der Flüchtlinge wächst weiter, Kommunen wie Hannover suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, Menschen in halbwegs erträglichen Verhältnissen unterzubringen. Zuverlässig helfen Hunderte Ehrenamtliche, aber immer häufiger sind Stimmen zu hören, nun sei es genug mit all den Fremden.

In diesen Tagen feiert das Zentrum sein einjähriges Bestehen. Bis Ende August waren hier knapp 500 Patienten in Behandlung, Männer, Frauen und Kinder aus 26 Nationen. „Besonders viele kommen aus dem Balkan“, sagte Vorstandsmitglied Susanne Schröder, „unter ihnen viele langjährig traumatisierte Frauen.“ Sieben festangestellte Mitarbeiterinnen betreuen die Menschen, die aus ganz Niedersachsen nach Hannover kommen. Neben den Hauptamtlichen helfen Freiwillige, auch Dolmetscher. „Ohne die könnten wir dichtmachen.“ Zuletzt wurde es dringender, Kinder und Jugendliche zu behandeln, die allein eingereist sind. Schröder würde das Therapieangebot für minderjährige Flüchtlinge deshalb gern erweitern.

Das Land fördert das Traumazentrum mit jährlich 300 000 Euro, dazu kommt Geld von der EU und der Uno-Flüchtlingshilfe. Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte jetzt auf einer kleinen Feier: „Die Flüchtlinge bahnen sich in ihrer Not einen Weg zu uns, sie suchen eine sichere Heimat. Was sollen sie anderes tun?“ Rundt verwies auf das Wohnungsbauprogramm des Landes, das, mit 400 Millionen Euro ausgestattet, preiswerten Wohnraum schaffen soll, um aus Flüchtlingen und Einheimischen keine Konkurrenten zu machen.

Das Zentrum an der Marienstraße wird demnächst eine zweite Etage beziehen. Dann gibt es neben Räumen für verschiedene Formen der Therapie auch Platz für medizinische Betreuung.

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