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Aus der Stadt Trittin-Attentäter aus Hannover bleibt straffrei
Hannover Aus der Stadt Trittin-Attentäter aus Hannover bleibt straffrei
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21:13 02.11.2010
Von Tobias Morchner
Jürgen Trittin mit Joghurt am Kopf. Quelle: Ruben Neugebauer

Ermittelt wurde wegen des Verdachts auf versuchte Körperverletzung, auf Sachbeschädigung und wegen einer möglichen Beleidigung.

„In diesem Fall liegt keine versuchte Körperverletzung vor, weil man mit einer Joghurttorte niemandem ernsthaft Schaden zufügen kann“, erklärte Irene Silinger, die Sprecherin der hannoverschen Staatsanwaltschaft. Zum anderen sei der Straftatbestand der Sachbeschädigung nicht gegeben, da sich „die Flecken auf der Kleidung von Herrn Trittin problemlos auswaschen ließen“, gab die Behördensprecherin weiter an. In Bezug auf die Ermittlungen wegen Beleidigung seien der Staatsanwaltschaft die Hände gebunden, da der Grünen-Chef trotz mehrmaligen Nachfragens keinen Strafantrag gestellt hat. „Wir können bei dem Vorwurf der Beleidigung nur auf Antrag des Geschädigten tätig werden“, teilte Silinger mit. Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens bedeutet auch, dass der Tortenwerfer nicht mit Konsequenzen für seine Tat rechnen muss.

Jürgen Trittin war am 22. September während einer Diskussionsveranstaltung am Ballhof angegriffen worden. Kurz nach Beginn der Veranstaltung, bei der über die Atompolitik und den Widerspruch zwischen Idealen und Realpolitik gestritten werden sollte, hatte ein Maskierter in einem weißen Overall die Bühne betreten. Er schleuderte die Joghurttorte aus unmittelbarer Nähe auf den Politiker und flüchtete. Später stellte die Polizei den weißen Overall und die weiße Gesichtsmaske in der Nähe der Bühne sicher. Von dem Tortenwerfer fehlt bis zum heutigen Tag jede Spur.

Jürgen Trittin setzte die Diskussion zunächst fort. Als die selbst ernannte Vollzeitaktivistin Hanna Poddig, die mit dem Grünen-Chef auf dem Podium saß, die Aktion für gut befand und sich nicht davon distanzierte, verließ der Politiker die Veranstaltung. Toleranz körperlicher Gewalt könne nicht die Basis einer Diskussion sein, erklärte er vor mehreren Hundert Zuschauern. Jürgen Trittin wollte sich gestern nicht zu der Einstellung des Verfahrens äußern.

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