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Mehr Flüchtlinge in Hannover erwartet

Trotz Schließung der Balkanroute Mehr Flüchtlinge in Hannover erwartet

Den abschwellenden Strom der Asylbewerber spürt zunächst nur das Land. Die Stadtverwaltung Hannover rechnet mit steigenden Flüchtlingszahlen in der Stadt, weil die Asylbewerber aus den Erstaufnahmeeinrichtungen noch auf die einzelnen Kommunen verteilt werden müssen. Die Turnhallen in Hannover sollen zum neuen Schuljahr dennoch frei sein.

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Syrische Flüchtlinge in Piräus. Obwohl wegen der geschlossenen Balkanroute momentan kaum neue Flüchtlinge in Deutschland ankommen, rechnet Hannover mit steigenden Flüchtlingszahlen in der Stadt. 

Quelle: dpa

Hannover. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge in Hannover zunächst weiter steigen wird. Das steht in scheinbarem Widerspruch zur Entwicklung im Land Niedersachsen, wo seit Schließung der Balkanroute weitaus weniger Hilfesuchende ankommen als noch vor einigen Monaten. Der Grund: Diejenigen, die bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sitzen, müssen noch auf die einzelnen Kommunen verteilt werden.

Das Land hatte mitgeteilt, dass im März nur noch täglich 100 Flüchtlinge in Niedersachsen eingetroffen sind. Ende vergangenen Jahres waren es noch 1500 pro Tag. Nach Angaben von Stadtsprecher Dennis Dix sind derzeit 4667 Flüchtlinge in den städtischen Unterkünften untergebracht. Die aktuelle Zuweisungsquote des Landes sieht vor, dass weitere 5800 Asylsuchende einquartiert werden müssen. Immerhin hat der abschwellende Flüchtlingsstrom die Folge, dass der Zeitraum zum Erfüllen der Quote um einige Monate bis Ende Juli verlängert worden ist.

Leerstand in Flüchtlingsunterkünften? Unwahrscheinlich.

„Aus derzeitiger Sicht ist mit einem Leerstand von Flüchtlingsunterkünften in Hannover nicht zu rechnen“, sagt Dix. Im Gegenteil: Die Verwaltung sei nach wie vor damit beschäftigt, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Wenn die zur Verfügung stehen, können Notunterkünfte wie der ehemalige Baumarkt in Badenstedt oder der Deutsche Pavillon an der Expo-Plaza geräumt werden. In jedem Fall will die Stadt gewährleisten, dass alle Schulsporthallen zum kommenden Schuljahr wieder für den Sport zur Verfügung stehen. „Die Unterbringung in den Hallen war von vornherein nur eine Übergangslösung“, erklärt Dix.

Die vergangenen Wochen hat die Stadt nach Angaben des Sprechers genutzt, um Flüchtlinge aus Notunterkünften innerhalb Hannovers umziehen zu lassen. So haben mehrere Hundert Personen die mittlerweile vollständig geräumte Messehalle verlassen, auch im Deutschen Pavillon ist es schon leerer geworden. Die Flüchtlinge haben in den zwischenzeitlich fertiggestellten Heimen in der Steigertahlstraße in Linden, am Vahrenheider Markt und in Alt-Vinnhorst eine neue Bleibe gefunden.

Unterdessen haben Berichte über ein Balkonverbot für die Asylbewerber Aufsehen erregt, die demnächst in den Zimmern des früheren Maritim-Hotels am Friedrichswall wohnen werden. Dix bestätigte dies: „Bevor wir eine Unterkunft in Betrieb nehmen können, müssen wir jeden Raum und jede Fläche genau überprüfen - beispielsweise auf lose Kabel oder Stolperfallen.“ Diese Vorschrift gelte auch für die Balkone. Deren Überprüfung habe aber für die Stadt keine Priorität. Als Konsequenz sind die Schiebetüren zu den Balkonen so bearbeitet worden, dass sie sich nur einen Spalt breit öffnen lassen. Die Flüchtlinge können so wenigstens ihre Zimmer lüften.

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