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„Trump-Effekt“: Parteien erleben Mitgliederansturm

Parteieintritte in Hannover „Trump-Effekt“: Parteien erleben Mitgliederansturm

SPD, CDU, Grüne und FDP in Hannover erleben in Hannover derzeit eine Welle von Parteieintritten. Die Begründung vieler Neumitglieder ist interessant: Sie geben ausdrücklich an, ein Zeichen gegen Populismus setzen zu wollen.

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Neues Rathaus in Hannover.

Quelle: Archiv

Hannover. Hannovers etablierte Parteien verzeichnen in diesem Jahr einen deutlichen Mitgliederzuwachs. Besonders seit der Kommunalwahl ist die Zahl der Parteieintritte sprunghaft angestiegen. Als Grund geben viele Neumitglieder an, ein Zeichen setzen zu wollen: „Sie sagen, dass sie Farbe bekennen wollen gegen den Populismus“, sagt die Chefin der Regions-Grünen, Frauke Patzke.

Die Zahl der neuen Mitgliedschaften bei den Grünen hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr vervierfacht. Zuwächse vermelden auch die beiden großen Volksparteien, SPD und CDU. „Wir leben in politisierten Zeiten. Die Menschen bekennen sich zur Demokratie - und zur SPD“, sagt SPD-Parteichef Alptekin Kirci. Auch die FDP freut sich über steigende Mitgliederzahlen. „Seit der Kommunalwahl haben wir zwei bis drei Anträge pro Woche“, sagt FDP-Regionschef Gerhard Kier.

Grüne: Höchster Stand seit fünf Jahren

Die Grünen haben ihre Mitgliederzahlen besonders sorgfältig erfasst. Mit rund 1280 Parteiangehörigen bewegt sich der Regionsverband auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Vom 1. Januar diesen Jahres bis zum 30. November haben 113 Menschen ein grünes Parteibuch beantragt, im vergangenen Jahr waren es nur 27. Allein in den wenigen Wochen seit dem 11. September, dem Tag der Kommunalwahl, sind 69 Parteimitglieder hinzugekommen. „Wir sind für viele Menschen der Gegenpol zur Alternative für Deutschland (AfD)“, sagt Parteichefin Patzke. Aber auch Ökothemen, etwa die Förderung des Radverkehrs, hätten bei den Bürgern wieder Konjunktur.

Die Regions-SPD hat vom Beginn des Jahres bis zum 31. Oktober fast 300 neue Genossen begrüßt. Damit zählt der Verband rund 8600 Mitglieder. „Da ist der voraussichtliche Effekt nach der Trump-Wahl im November noch gar nicht erfasst“, sagt die Geschäftsführerin der Regions-SPD, Uta Biermann. Für Parteichef Kirci ist der Zuwachs ein Indiz dafür, dass sich die Bürger keinesfalls vom etablierten politischen System verabschieden wollen. „Es gibt eine Verunsicherung, aber die Menschen setzen nicht auf Populisten, die das System ändern wollen“, sagt Kirci. Vielmehr gehe es den Bürgern darum, sich über Sachfragen auseinanderzusetzen.

CDU: Zahl hat sich verdoppelt

Das sieht auch CDU-Parteichef Dirk Toepffer so. „Vielen ist klar, dass es sich im bestehenden politischen System gut leben lässt, bei allen Verbesserungswünschen“, sagt er. Die Zahl der Neueintritte in die Stadt-CDU hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. 145 Anträge hat der Verband bisher in diesem Jahr registriert, Tendenz steigend. Toepffer erzählt, dass neue Mitglieder auf die Frage nach dem Grund ihres Eintritts antworteten: „Die Wahl Donald Trumps“.

Für den CDU-Chef ist der Ansturm aber nicht nur eine Gegenreaktion auf das Erstarken populistischer Parteien. „Wir haben in mehreren Ortsverbänden neue, junge Vorsitzende. Und die bringen auch neue Leute in die Partei“, sagt Toepffer. Die Mitgliederzahl sei jetzt auf 1551 geklettert - noch weit entfernt von den goldenen Zeiten in den Achtzigerjahren mit rund 4000 Parteiangehörigen.

In der FDP freut man sich über einen deutlichen Zuwachs von 40 Mitgliedern innerhalb dieses Jahres. „Viele ehemalige Piraten treten bei uns ein“, sagt Wilfried Engelke, Chef der FDP-Ratsfraktion. Er glaubt, dass Menschen den Liberalen beitreten, weil sie die FDP wieder gern in der Bundespolitik sähen, und weniger, weil sie ein Zeichen gegen die AfD setzen wollen.

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