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Türkische Eltern setzen auf zweisprachige Kita

Bilinguale Einrichtung Türkische Eltern setzen auf zweisprachige Kita

Eine Elterninitiative überwiegend türkischstämmiger Familien will im Stadtteil Burg eine zweisprachige deutsch-türkische Kita eröffnen. So sollen die Kinder beide Sprachen gleichwertig nebeneinander lernen und sich integrieren könnnen, ohne die Muttersprache ihrer Eltern verdrängen zu müssen.

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Quelle: Arno Burgi/dpa (Symbolbild)

Hannover. „Viele unserer Mitglieder haben das Problem, dass ihre Kinder in der Kita nicht genügend Deutsch gelernt haben“, erklärt Erkan Tekin vom Prisma Bildungsverein. „Wir hoffen, dass die Kinder besser lernen, wenn sie beide Sprachen hören.“ Der Verein bietet bereits Nachhilfe für Schüler und will seine Arbeit mithilfe der Kita auf jüngere Kinder ausweiten.

Bei einem bilingualen Konzept ist es üblich, dass ein Erzieher nur Deutsch, ein weiterer ausschließlich die andere Sprache mit den Kindern spricht. Die Kinder erfassen die Sprachen im Alltag intuitiv durch den Kontakt mit den beiden Bezugspersonen. Zum Lernerfolg soll auch beitragen, dass beide Sprachen gleichwertig nebeneinander stehen und Kinder dadurch nicht das Gefühl bekommen, die Muttersprache ihrer Eltern verdrängen zu müssen.

„Einige von uns haben deutsch-türkische Kitas in Berlin und Hamburg besucht. Es soll dort gut laufen“, berichtet Tekin. In Hannover gibt es bereits eine deutsch-französische, zwei deutsch-spanische und mehrere deutsch-englische Kitas sowie eine deutsch-russische Krippe. Mit der deutsch-türkischen Variante wäre der Prisma Bildungsverein wahrscheinlich der erste Anbieter in Niedersachsen.

Aktuell steckt die Initiative noch mitten in den Umbauarbeiten für ihre Kita Mondschein. Nach drei Jahren Suche und der Prüfung zwei anderer Standorte will die Kita nun mit drei Krippen- und Kindergarten-Gruppen für maximal 56 Kinder in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude starten. „Es ist schwierig, in der Stadt ein Objekt mit genügend Freifläche zu finden“, sagt Tekin, der als Verfahrenstechniker arbeitet. Die Betriebserlaubnis hängt noch von der Begutachtung des Landesjugendamts ab. Frühestens zum 1. Oktober kann die Kita öffnen, die Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet offenstehen will.

„Zwei- oder Mehrsprachigkeit als Kompetenz anzuerkennen, bedeutet eine Stärkung des Kindes“, betont Sabine Nolte-Vogt, jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Rat. Grünen-Fraktionsvorsitzende Freya Markowis stellt in Aussicht, bilinguale Initiativen für weitere Sprachen wie Polnisch zu unterstützen.

Der Prisma Bildungsverein ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe und bemüht sich um die Aufnahme unter das Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen. Der Verein mit gut 60 Mitgliedern in Hannover und dem Umland betont seine Distanz zum türkischen Staat. Es bestehe auch keine Bindung an eine Moscheegemeinde. Für sein Nachhilfeangebot hat der Verein Räume im deutsch-türkischen Gymnasium in Kleefeld angemietet.

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