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Südschnellweg wird in den Tunnel verlegt

Hannovers erster Autotunnel Südschnellweg wird in den Tunnel verlegt

Die marode Brücke, die den Südschnellweg in Döhren über die Hildesheimer Straße führt, soll durch einen Tunnel ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Ideenwettbewerb, den das Land Niedersachsen, der Bund und die Stadt Hannover ausgelobt haben.

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Die meisten Pläne sehen eine Tunnellösung für den Südschnellweg in Döhren vor.

Quelle: Archiv/Montage

Hannover. Die marode Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße soll durch einen Tunnel ersetzt werden. Das ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs, an dem sich 14 Architekturbüros beteiligt hatten. Das hannoversche Büro BPR und die Berliner Architekten HoffmannLeichter gewannen jeweils den ersten Preis, den zweiten Platz belegte die Hamburger Bürogemeinschaft Gertz Gutsche Rümenapp. Alle drei Siegerentwürfe verlegen den Schnellweg in eine lange, unterirdische Strecke und ermöglichen darüber die Anlage von Grünflächen und Bäumen. Hannover bekommt so seinen ersten Autotunnel. Die Länge der unterirdischen Strecke variiert je nach Entwurf zwischen 750 und 850 Metern.

„Wir haben eine machbare und sinnvolle Lösung“, sagt Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Er will jetzt Gespräche mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) führen. Dabei dürfte es vor allem um Kosten gehen. Lies rechnet mit einem dreistelligen Millionenbetrag, den der Bund bezahlt. Darin inbegriffen ist der Neubau von drei weiteren Südschnellweg-Brücken, die über die Leineaue führen. Prof. Hartmut Topp, Vorsitzender des Preisgerichts, lobt den Mut des Landes, einen Ideenwettbewerb auszuloben. „Das Beispiel sollte Schule machen“, sagt er. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) begrüßt den Tunnelbau. „Das eröffnet Perspektiven für die Stadtentwicklung“, sagt er.

Plan 1 14,40 MB
Plan 2 16,32 MB
Plan 3 10,39 MB

Fragen zum Millionenprojekt

Warum wird die baufällige Brücke nicht einfach neu gebaut?
Eine neue Brücke wäre zwar deutlich günstiger als ein Tunnel, würde aber aus Lärmschutzgründen nicht mehr genehmigt werden. Tatsächlich müssen die Anwohner der Willmerstraße gleich neben der Brücke Tag und Nacht Straßenlärm vor ihren Fenstern ertragen.

Wird es ein richtiger, tiefer Tunnel?
Nein. Das Fahrgefühl wird wie in einem Tunnel sein, aber technisch ist es ein überdachter Trog. Ein Tunnel muss tief eingegraben werden, um Stabilität zu bekommen. Die Kosten lägen deutlich höher. Stattdessen wird ein Trog ausgebaggert wie am Pferdeturm, nur länger. Aus Lärmschutzgründen wird der Trog am Südschnellweg überdacht und zugeschüttet.

Wann soll es losgehen mit dem Bau?
2023 beginnen die Bauarbeiten. Klingt nach Zukunftsmusik, doch bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das ein straffer Zeitplan. Drei Jahre Planungszeit wollen sich Stadt, Land und Bund nehmen, 2020 wird das Planfeststellungsverfahren eröffnet. Wenn 2023 die Bagger anrücken, dürften sie mit der alten Brücke nicht mehr viel Arbeit haben. Statiker haben errechnet, dass sie nur noch bis 2023 tragfähig ist. Schon jetzt ist sie nur noch zweispurig zu befahren.     

Die Südschnellweg soll aus- und umgebaut werden. Dafür wurde ein Ideenwettbewerb ausgerufen. Von 14 eingereichten Entwürfen wurden zwei mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Davon kommt einer aus Hannover und einer aus Berlin. Beide sehen eine Tunnellösung für den Südschnellweg vor. Den zweiten Platz belegt eine Bürogemeinschaft aus Hamburg und Berlin, die ebenfalls eine kombinierte Brücken-Tunnel-Lösung vorsieht. 

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Können Bürger noch mitreden?
Am Mittwoch, 24. Februar, laden Stadt und Land für 18 Uhr ins Freizeitheim Döhren ein. Die Entwürfe lassen Spielraum für Diskussionen, die Tunnellösung steht aber nicht zur Debatte. So sieht der Entwurf des hannoverschen Büros BPR vor, die Willmerstraße zu einem Boulevard mit Baumreihen und Grünstreifen in der Mitte zu verbreitern. Die Berliner sind radikaler – sie planen einen Park über dem Tunnel der Hildesheimer Straße, die Willmerstraße wäre nur eine Anliegerstraße. Der Tunnel zöge sich weiter nach Osten. Bürger sollen weiterhin am „Planungsdialog“ beteiligt werden.     

Was meinen Sie?

Was halten Sie von der Tunnellösung für den Südschnellweg?

Staus und Lärm: 
So läuft die Bauphase

Der lärmende Südschnellweg wird in Döhren unter die Erde verbannt, die Brücken über die Leineaue werden neu gebaut. Ein Mammutprojekt, das den Verkehrsfluss im Süden Hannovers über Jahre beeinträchtigen dürfte. Auf dem etwa vier Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße fahren fast 50 000 Fahrzeuge pro Tag. Wie soll da eine neue Streckenführung gelingen?

Das hannoversche Architekturbüro BPR macht in seinem prämierten Entwurf für das Bauprojekt einen Vorschlag: Bevor die altersschwache Hochstraße über der Hildesheimer Straße abgerissen wird, soll eine Behelfsbrücke entstehen, parallel zur alten Strecke. „Dafür sind kleine Eingriffe in die Grundstücke nördlich der alten Hochstraße nötig“, sagt Jens Hanel, Projektleiter in der Landesbehörde für Straßenbau. Das bedeutet im Klartext: Im Gewerbegebiet muss Platz für die provisorische Brücke geschaffen werden. Man versuche aber, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, versichert Hanel.

Steht die Notbrücke, kann die marode Unterführung abgerissen werden. Der Verkehr wird zweispurig über die provisorische Strecke geführt, aber das ist nichts Neues für Autofahrer. Schon jetzt stehen auf der alten Brücke nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung, um die Traglast gering zu halten. Dann soll der Tunnel gegraben werden. Sind zumindest zwei Spuren der insgesamt vierspurigen Strecke befahrbar, wird der Verkehr durch den Tunnel geleitet, der Abriss der Behelfsbrücke beginnt. Danach soll der Tunnel auf vier Fahrspuren erweitert werden.

Für die Brücken über das Naturschutzgebiet schlagen die Architekten eine ähnliche Etappenlösung vor. In ihrem Entwurf teilt sich der Schnellweg in zwei Fahrbahnen mit jeweils zwei Spuren auf. Während der Verkehr noch über die alte Strecke führt, kann mit dem Bau einer der beiden Fahrbahnen begonnen werden. Nach Abschluss können die alten Brücken abgerissen werden, der Verkehr fließt dann nur zweispurig auf der neuen Trasse. Das dürfte zu Pendler- und Messezeiten zu Staus führen. Parallel wird die zweite neue Fahrbahn errichtet, um den Verkehr wieder vierspurig führen zu können.

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