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Turmfalken in Hannover blockieren Hochhausabriss

„Aushorstung“ Turmfalken in Hannover blockieren Hochhausabriss

Vier junge Turmfalken müssen wegen Abrissarbeiten ihr Nest in Hannover verlassen und in die Artenschutzstation in Sachsenhagen umziehen. Feuerwehrmänner haben die Falken am Montag zusammen mit einem Experten der Schutzstation aus dem Nest in einer Kiefer geholt.

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Gerettet: Der junge Greifvogel ist sicher aus zwölf Metern Höhe geborgen.

Quelle: dpa

Hannover. Ein Turmfalkenpärchen, das seinen Nachwuchs ausgerechnet in einer Kiefer neben dem abbruchreifen Schwesternwohnheim der Medizinischen Hochschule (MHH) großziehen wollte, hat am Montag die Großbaustelle lahmgelegt – zumindest kurzzeitig. „Der Abriss des Gebäudes wurde unterbrochen“, sagt Feuerwehrsprecher Nils Beneke: „Ein Mitarbeiter der Artenschutzstation Sachsenhagen hat die Vögel in Sicherheit gebracht.“ Fachleute nennen den Vorgang in windigen Höhen „Aushorstung“. Die ist gelungen: Alle vier Jungvögel sind gerettet.

Seit Wochen schon versuchen Fachfirmen, das ursprünglich 53 Meter hohe Hochhaus an der Ecke Karl-Wiechert-Allee/Berckhusenstraße abzureißen. Einige Etagen sind schon weg. Nach Angaben der MHH-Planungschefin Silvia Aurelie Jabs war anfangs aber ein „falsches Abbruchverfahren“ gewählt worden: Der etagenweise Abbruch habe sich als zu langwierig herausgestellt. Seit gut einer Woche arbeitet jetzt ein Bagger mit extrem langem Armausleger und knabbert das Fertighaus Etage für Etage ab.

Vier junge Turmfalken müssen wegen Abrissarbeiten ihr Nest in Hannover verlassen und in die Artenschutzstation in Sachsenhagen umziehen. Feuerwehrmänner haben die Falken am Montag zusammen mit einem Experten der Schutzstation aus dem Nest in einer Kiefer geholt.

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Am Wochenende aber hat ein Naturschützer das mit der Aufzucht beschäftigte Turmfalkenpärchen entdeckt und die zuständige Naturschutzbehörde der Region alarmiert. Turmfalken stehen unter Artenschutz. „Es gab nur eine Alternative zu der Aushorstung“, sagt Feuerwehrsprecher Beneke: „Die Abrissarbeiten hätten ausgesetzt werden müssen, bis die Turmfalken in voraussichtlich zwei Wochen ihr Nest selbstständig verlassen hätten.“ Das aber kam für die MHH nicht infrage. „Solch eine Baustelle können Sie nicht so lange stilllegen“, sagt Planungsleiterin Jabs.

Mit den langen Drehleitern der Feuerwehr wurden die Tiere in zwölf Meter Höhe geborgen: Tier für Tier wurden die jungen Greifvögel vorsichtig aus dem Nest gehoben. Eines der Tiere allerdings entwischte und flog auf das halb abgerissene Schwesternwohnheim. Einem Feuerwehrmann gelang es schließlich, den Falken einzufangen. Die etwa vier Wochen alten Jungvögel sollen nun in Sachsenhagen aufgezogen und in wenigen Wochen ausgewildert werden.

Vivien-Marie Drews und Conrad von Meding

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