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Aus der Stadt Die große Probe vor der Panikparty
Hannover Aus der Stadt Die große Probe vor der Panikparty
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00:29 12.07.2015
Von Uwe Janssen
Bei der  Generalprobe des Lindenberg-Konzerts freuen sich  12 000 Fans über  eine volle Dröhnung im halbleeren Stadion. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Das ist doch mal ein Betriebsausflug: Der Sekt steht in der Mitte, drumherum scharen sich vor der HDI-Arena 20 Mitarbeiter der Deutschen Renten­versicherung Braunschweig-Hannover in Laatzen, genauer: vom Team 18. Tag. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie betreuen Kunden, die an einem 18. geboren sind. Am Donnerstag haben sie mal ein bisschen zeitiger Schluss gemacht, um gemeinsam zur Generalprobe des Stadionkonzerts zu fahren. „Wir haben Gleitzeit, alles okay”, sagt Teamleiterin Birte Ludwig. Udo Lindenberg (der an einem 17. Geburtstag hat), haben viele noch nie im Konzert gesehen. Alle sind gespannt.

Ohnehin ist dieses Probekonzert eine besondere Gelegenheit, einen Blick durchs Schlüsselloch einer derartigen Großproduktion zu werfen. Die Tribünen bleiben bis auf ein paar hundert Menschen leer, nur die abgedeckte Rasenfläche im Innenraum – unbestuhlt, wie es sich für ein Rockkonzert gehört – ist gefüllt. Es ist also genau umgekehrt wie beim Fußball, wo die Ränge voll sind und wenige Menschen den Rasen für sich haben. Eine fast intime Atmosphäre, kein Gedrängel, keine Hektik, alle Gäste können durch den Süden eingelassen werden, alle bis hin zum Ordnerpersonal wirken entspannt. Die Sonne scheint.

Dafür müssen die 12 000 Gäste unter anderem auf Comedian Bülent Ceylan verzichten, der beim „richtigen” Konzert am Freitagabend als Gast auf der Bühne stehen wird. Das Durchschnittsalter im Publikum dürfte um die 50 liegen, gedrückt durch eine Gruppe Jugendlicher, die irgendwie nicht ins Profil passt. Verirrte? Genötigte? Ganz im Gegenteil! Die Jungs und Mädels sind richtige Experten. 80 junge Menschen und Betreuer aus Greifswald, die im Juni das Musical „Hinter dem Horizont” aufgeführt haben. Die 80-köpfige Gruppe ist um 11 Uhr mit Bussen in Greifswald aufgebrochen. Niklas, 14, hat auf der Bühne den Lindenberg gemimt. Er hat dafür Videos studiert und viel an seiner Gestik gefeilt. Nun kann er aus dem Stand Udo-Posen vorführen, und schlaue Sätze kann er auch, nur falls mal jemand einen Tipp braucht, wie man den Lindenberg geben kann: „Man muss ihn leben.”

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Am Vorabend des Tourstarts gibt Udo Lindenberg eine Generalprobe in der HDI-Arena.

Um zehn vor acht grollt die schwere See über die imposanten Leinwände. Udo schwebt ein, in eben diesem Fluggerät. „Vielen Dank für diesen Empfang hier bei dieser Familienfeier!“ Später spricht er noch von „Intimparty”, „großer, geiler Show” und „Riesen-Wundertüte”. Er selbst, die „Nachtigall”, der „Belcantosänger” hat sich beim Joggen ein bisschen verkühlt, er hat ein bisschen „Vibrato im Hals, hört ihr noch, ne?“ Was hilft? „Bisschen Eierlikör gurgeln.“ Dann kommt Clueso, ein generalprobenwilliger Gast, und singt „Cello“, während Akrobaten von einem Baukran (!) im Stadion in die Höhe gezogen werden. Um richtig was loszumachen im Stadion, muss man nicht Helene Fischer heißen. 

Dann ein Extra: „Ist grad was durchgebrannt, irgendwo im Mischpult”, sagt Lindenberg, „aber bei 'ner Generalprobe, da muss doch auch was schiefgehen.” Lindenberg überbrückt die Pause mit stummer Publikumsbespaßung und einer Art, na ja, Bauchtanz. Er verteilt Häppchen im Publikum. Viel Jubel. Auch für die weiteren Gäste wie Eric Burdon, Otto Waalkes oder Josephin Busch, für viele Old-School-Gitarrensoli, ein blinkendes Ufo am Baukran und für viele Hits wie „Mädchen aus Ost-Berlin“, „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ oder (mit Kinderchor) „Wozu sind Kriege da?“. Lindenberg hat Spaß. Und ist topfit. Nicht nur wegen des Eierlikörs.

Schützenfest trifft Lindenberg

Udo Lindenberg singt, und nebenan ist Rummel – wer schlau ist, nähert sich an diesem Freitag der HDI-Arena nicht mit dem Auto. Der Schützenplatz fällt als Parkraum komplett weg, die Straßen rund um das Stadion sind wie bei Fußballspielen ohnehin gesperrt, hinzu kommt der Feierabendverkehr. Deshalb raten Polizei, Stadt, Üstra, Verkehrsmanagementzentrale der Region und Veranstalter Hannover Concerts dringend, mit Bussen und Bahnen in die Stadt zu kommen. Auswärtige Autofahrer sollten an den Stadtbahnendhaltestellen und S-Bahn-Stopps der Region parken und dann umsteigen. Die Konzertkarten gelten drei Stunden vor Einlass und drei Stunden nach Showende als Fahrscheine.

 

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