Überall in der Innenstadt weisen Schilder auf die Parkhäuser hin.
Während sich Stadtbaurat Uwe Bodemann das auf längere Sicht vorstellen kann, widerspricht Walter Richter, Chef der für die städtischen Parkhäuser zuständigen Union Boden: „Das ist eine Geisterdiskussion.“
Weitgehende Einigkeit herrscht bei allen Beteiligten darüber, dass es wünschenswert wäre, wenn mehr Menschen in der Innenstadt samt Altstadt wohnen würden. Dabei sind die Parkhäuser schon zu Jahresbeginn ins Blickfeld gerückt, als die Ratsfraktion der Grünen vorschlug, deren obere Etagen zu „bezahlbaren Wohnblocks im Passivhausstandard“ umzubauen.
Architektin Schonauer vom Berliner Büro Machleid und Partner, das für die Stadt „City 2020“ betreut, geht nun noch weiter. „Wenn Parkhäuser nicht mehr ausgenutzt sind, sollte man sie abreißen“, sagte sie. Als Beleg führte Schonauer etwa die Madsack-Studie vom Januar an, ausweislich der zwei Drittel der City-Besucher zur Anreise Busse und Bahnen des Nahverkehrs wählen. Union Boden hat mit seinen fünf Parkhäusern 2008 gegenüber dem Vorjahr zehn Prozent der Einnahmen eingebüßt.
Da gleichzeitig in der Ernst-August-Galerie und am Rosenquartier zusammen 1500 neue überdachte Parkplätze hinzugekommen sind, spricht Schonauer von einer Verlagerung nach Norden. Parkhäuser im Süden der City wie etwa die in der Röselerstraße oder Osterstraße seien dann Kandidaten für Wohnungsnutzung. Dem widersprach im Auditorium Dirk Aigner, Geschäftsführer der Händlervereinigung City-Gemeinschaft: „Gerade im Süden brauchen wir die Parkhäuser, sonst wird diese Gegend völlig abgehängt. Es gibt immer noch genug Leute, die mit dem Auto in die Stadt kommen und einfach wegbleiben, wenn es keine Plätze gibt.“
Union-Boden-Geschäftsführer Walter Richter sagt auch, dass die Parkhäuser gebraucht würden, wenn man Kaufkraft in der Innenstadt halten wolle. „Man hätte die Parkhäuser für Ernst-August-Galerie und Rosenquartier nicht genehmigen dürfen, aber da ist man vor den Investoren eingeknickt“, beklagt er. Der Rückgang bei den Einnahmen sei mit den Baustellen begründet, durch die unter anderem das Parkhaus Mehlstraße abgehängt worden sei.
Einem Parkhausverkauf an einen Investor würde sich Richter nicht sperren, hält das aber für unrealistisch. Die Quadratmeterpreise an den Standorten lägen bei 2000 Euro, was für einen Parkhauskäufer allein Grundstückskosten von sechs bis acht Millionen Euro bedeuten würde. „Das macht Wohnungsbau unrentabel“, sagt er. Einstweilen führt Union Boden Gespräche mit einem Investor, der auf dem Haus in der Mehlstraße Wohnungen bauen möchte. Dafür würde man das Gebäude aufstocken und ein oder zwei Parkdecks aufgeben.